15.03.2019, 08:13 Uhr

Initiative Freie Wähler fordern mehr Mittel für die neue Regensburger Synagoge vom Freistaat

Rabbiner Chaim Bloch und weitere Gastrabbiner brachten die Thorarollen in die Synagoge und in den Thoraschrein. Mit diesem Akt ist die Synagoge eingeweiht.Rabbiner Chaim Bloch und weitere Gastrabbiner brachten die Thorarollen in die Synagoge und in den Thoraschrein. Mit diesem Akt ist die Synagoge eingeweiht.

Die Freie-Wähler-Landtagsfraktion will die staatlichen Mittel für den Synagogenbau erhöhen und bringt dazu einen entsprechenden Antrag in den Doppelhaushalt 2019/2020 ein. Geht es nach dem Wunsch der Regensburger Freie Wähler-Abgeordneten Kerstin Radler, soll mit dem zusätzlichen Geld die beim Neubau der Regensburger Synagoge entstandene Kostenmehrung gedeckt werden.

REGENSBURG/MÜNCHEN „Mit dem Neubau der Synagoge ist für die jüdische Gemeinde in Regensburg ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen“, betont die kulturpolitische Fraktionssprecherin und Regensburger Abgeordnete der Freien Wähler. Die ursprüngliche Synagoge war 1938 in der Reichspogromnacht bereits zum zweiten Mal in der Stadtgeschichte zerstört worden. „Hier ist nicht nur ein neues Gebetshaus geschaffen worden, sondern auch ein Ort der Mahnung und des Gedenkens, der die Erinnerung an die jahrhundertelange Verfolgungsgeschichte der Menschen jüdischen Glaubens auch in unserer Stadt wachhalten soll. Zudem wird die neue Synagoge auch ein Ort der Begegnung für die Stadtgesellschaft sein.“

Deshalb will sich Radler dafür einsetzen, dass der Freistaat die jüdische Gemeinde in Regensburg finanziell unterstützt. „Eine teilweise Übernahme der entstandenen Mehrkosten wäre ein wichtiges politisches Signal, dass wir das wachsende jüdische Leben in Regensburg unterstützen und mitgestalten möchten“, sagt Radler. Zudem wäre die Kostenübernahme ein wichtiger Schritt im Prozess der Aufarbeitung und Wiedergutmachung geschehenen Unrechts sowie in eine gemeinsame geschwisterliche Zukunft, so Radler weiter. Die jüdische Gemeinde in Regensburg ist eine der ältesten in ganz Bayern. Ihre neue Synagoge ist erst vor wenigen Wochen eingeweiht worden. Bis heute ist unklar, wie die Mehrkosten beglichen werden können.

Radler betont, dass der Synagogenneubau dem herausragenden Engagement von Ilse Danziger, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Regensburg, sowie der großartigen finanziellen und ideellen Unterstützung der Regensburger Bürgerschaft zu verdanken sei. Ganz besonders gelte das für den Förderverein „Neue Regensburger Synagoge“ unter Vorsitz von Dieter Weber, der sich der Unterstützung des Synagogenneubaus verschrieben hat. „Ich würde mich glücklich schätzen, wenn ihr Engagement auf diesem Weg gewürdigt werden könnte“, so Radler.


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