15.06.2018, 16:44 Uhr

Trauer Die Kirche von Regensburg verliert mit dem Dompropst eine Führungsfigur mit Herz

Dompropst Anton Wilhelm. Foto: Bistum Regensburg (Foto: Bistum Regensburg)Dompropst Anton Wilhelm. Foto: Bistum Regensburg (Foto: Bistum Regensburg)

Der Tod von Dompropst Anton Wilhelm überraschte und erschütterte viele Mitarbeiter des Bistums, aber auch viele Gläubige, die den Prälaten als herzlichen und liebevollen Priester kennen lernten. Mit dem Tod von Anton Wilhelm verliert zudem das Domkapitel, eine wichtige Institution innerhalb der Diözese, eine zentrale Figur.

REGENSBURG Am heutigen Freitag, 15. Juni, um 6.12 Uhr verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit Dompropst Anton Wilhelm. Das Bistum Regensburg trauert um ihn. Die Aussegnung findet am heutigen Freitag um 17 Uhr in der Kapelle im zweiten Stock des Caritaskrankenhauses St. Josef statt. Das Pontifikalrequiem findet am Freitag, 22. Juni, um 15 Uhr im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg statt; ab 14:25 Uhr wird dort der Sterberosenkranz gebetet. Die Beisetzung erfolgt anschließend in der Grablege des Domkapitels auf dem Unteren katholischen Friedhof in der Alfons-Auer-Straße.

Aus dem Totenbrief des Bistums:

In großer Ergebenheit und festem Glauben an Jesus Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, hat am 15. Juni 2018 unser Dompropst Prälat Anton Wilhelm sein irdisches Leben nach kurzer schwerer Krankheit in die Hände des himmlischen Vaters zurückgegeben. In seinen knapp 70 Lebensjahren hat er 42 Jahre als Priester der Kirche treu und gewissenhaft gedient.

Am 18. Oktober 1948 in Münchsmünster geboren, trat er nach dem Besuch des Bischöfl ichen Studienseminars Obermünster und dem Abitur am Albertus-Magnus-Gymnasium in Regensburg 1970 in das Priesterseminar ein und empfi ng am 26. Juni 1976 im Hohen Dom St. Peter die Priesterweihe. Sein erster Einsatz führte ihn für fünf Jahre als Kaplan in die Pfarrei Landshut-St. Wolfgang, wo er nach dem Tod des Pfarrers im letzten Jahr auch die Administration innehatte. Anschließend wechselte er 1981 als Pfarrer nach Ergoldsbach. Von dort berief ihn Bischof Manfred Müller 1986 zum Regens des Priesterseminars und übertrug ihm die Sorge für die theologische und geistliche Ausbildung der künftigen Priester; elf Weihekurse führte er in dieser Zeit zum Weihealtar.

1997 erfolgte seine Ernennung zum Domkapitular mit dem neugeschaffenen Aufgabenbereich „Pastorale Dienste – Bildung“, dem damals auch die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum zugeordnet war. In dieser Aufgabe hat der Verstorbene wertvolle Aufbauarbeit geleistet und die Gruppe der Pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer tragenden Säule in der Pastoral der Diözese geformt. Darüber hinaus brachte er sich im Kuratorium der Theologischen Fortbildung Freising, im Prüfungsausschuss der Kath.-Theol. Fakultät Regensburg, im Verwaltungsrat der Brauerei Bischofshof, im Spitalrat und nicht zuletzt im Stiftungsrat der Regensburger Domspatzen mit seiner Kompetenz und seinem gesunden Urteil ein. 2013 wählte ihn das Domkapitel zum Domdekan. 2016 übertrug ihm Bischof Rudolf das freigewordene Amt des Dompropstes, das er verantwortungsbewusst mit viel Schwung und in kollegialem Geist antrat. Mit großer innerer Klarheit ging er auf den Tod zu und gab allen, die ihn in seinen letzten Wochen erleben durften, ein Beispiel an Gelassenheit und Glaubensstärke.

Zwei Tage nach dem Gedenktag seines Namenspatrons, des hl. Antonius von Padua, dessen Grab er bei allen wichtigen Schritten in seinem Leben aufsuchte, durfte er heimkehren zu seinem Schöpfer und Erlöser. Die Diözese gedenkt seiner in Dankbarkeit und empfiehlt den Verstorbenen dem Gebet seiner Mitbrüder und aller Gläubigen.