19.12.2017, 10:10 Uhr

Mit Hans-Lindner-Stiftung Kloster Tettenweis sucht die Symbiose für die Zukunft

Die Benediktinerinnen-Abtei Sankt Gertrud. (Foto: Abtei St. Gertrud Tettenweis)Die Benediktinerinnen-Abtei Sankt Gertrud. (Foto: Abtei St. Gertrud Tettenweis)

Die Abtei St. Gertrud gibt Partnerschaft mit Hans-Lindner-Stiftung bekannt

TETTENWEIS Die Gemeinde Tettenweis im Rottal besteht seit mehr als 800 Jahren. Seit fast 120 Jahren gibt es dort das Kloster St. Gertrud. Die Benediktinerinnen sind hier durch ihr ortsbeständiges Leben, das keine Versetzungen kennt, als selbstständige Klostergemeinschaft tief verwurzelt. In der Zeit des Wachstums und der Expansion des Klosters sind Gebäude und Betriebe entstanden, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Verflechtungen. Bis zu 90 Schwestern lebten in Tettenweis. Bedingt durch die heute geringe Zahl von Schwestern und aus dem Bedürfnis, dem Kloster eine gute Zukunft zu sichern, hat sich die Ordensgemeinschaft dazu entschlossen, sich dem vielfältigen Wandel durch konkrete Maßnahmen zu stellen.

Aus diesem Grund haben sich die Schwestern vorgenommen, das Potenzial ihres Klosters in Zukunft in neuer Weise nutzbar zu machen. Die Äbtissin, Bernarda Schmidt, ist deshalb in Kontakt mit Hans Lindner aus Arnstorf getreten. Hans Lindner ist Vorstandsvorsitzender der Lindner Group, die weltweit erfolgreich im Bauwesen tätig ist. Dabei ist Hans Lindner stets in der niederbayerischen Heimat verwurzelt geblieben.

Darüber hinaus tritt die gemeinnutzige Hans-Lindner-Stiftung seit Jahren durch soziale Projekte wie das Parkwohnstift in Arnstorf, Programme zur Jugendförderung und vielem mehr in der Region in Erscheinung. Die geplanten Symbiose birgt folgende Chancen: Es gilt, die Situation der Schwestern so anzupassen, dass sie weiterhin die Treue zu ihrer Berufung für die Kirche und für die Menschen im Bistum Passau verwirklichen können. Es gilt, in der Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine langfristige Perspektive zu bieten. Und schließlich gilt es, für die gesamte Klosterimmobilie dauerhaft eine angemessene Verwendung zu finden.

Dank der unternehmerischen Kompetenz von Hans Lindner, seinen Möglichkeiten und seiner Bereitschaft zum Engagement konnte folgende Übereinkunft getroffen werden: Die Hans-Lindner-Stiftung übernimmt das Klosterareal, um dieses in eine Tagespflegeeinrichtung mit betreutem Wohnen namens „Zuhause gut betreut“ umzuwandeln.

Ebenfalls wird der Kindergarten St. Gertrud unter der neuen Trägerschaft der Stiftung in besonderer Weise als eine katholische Einrichtung erhalten bleiben. Dadurch wird in St. Gertrud ein Mehrgenerationenhaus entstehen, das die Kita und die Seniorenfürsorge unter einem Dach vereint.

Durch die Investitionen werden Arbeitsplätze in Tettenweis gesichert und darüber hinaus neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine Berufsfachschule als Zweigstelle von Arnstorf wird

neue Möglichkeiten zur Berufsausbildung in Tettenweis bieten.

Die lebendige Gemeinschaft der Benediktinerinnen bleibt dabei in ihrer Selbstständigkeit unberührt. Vielmehr ist eine Zusammenarbeit der Abtei mit der weltlichen Stiftung geplant, die sich durch die geplante Mitarbeit und Seelsorge der Schwestern in den neuen Strukturen bereichert sieht.

Die Produktion der beliebten Klosternudeln soll in Lizenz durch ein befreundetes Biounternehmen in der Region erfolgen. Äbtissin Bernarda Schmidt und Hans Lindner freuen sich, dass sich die Hans-Lindner-Stiftung auf solch umfassende Weise in Tettenweis engagieren wird. Sie sind überzeugt, dass durch diese Maßnahme sowohl das Klosterleben gesichert als auch das Potenzial des Klosters sinnvoll zur Stärkung der regionalen Infrastruktur eingebracht werden kann, um damit den Menschen in Tettenweis einen nachhaltigen und zukunftsorientierten Dienst zu erweisen. Auch wenn die Immobilie des Klosters ein wertvolles Objekt darstellt, sollte nicht vergessen werden, dass der Leib Christi in diesen notwendigen Veränderungen keines seiner Glieder verliert. Ist die Kirche aus lebendigen Steinen erbaut (1 Petr 2,5), sind die Schwestern – nicht die Gebäude – die lebendige Kirche, die den Menschen erhalten und im Gebet verbunden bleiben, so die Pressemitteilung der Abtei St. Gertrud Tettenweis.


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