08.12.2017, 16:33 Uhr

Migration und Gesundheit „Informationsmappe für Helfende“ wegweisend für Niederbayern

Kompakte Informationen zum Thema Gesundheit für Helferkreise und Migranten haben Caritas, Diakonie und der Landkreis zusammengestellt. (Foto: Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)Kompakte Informationen zum Thema Gesundheit für Helferkreise und Migranten haben Caritas, Diakonie und der Landkreis zusammengestellt. (Foto: Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)

Grundinformationen rund um die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten liegen jetzt gesammelt vor.

PASSAU Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer und Dekan Dr. Wolfgang Bub haben die „Informationsmappe für Helfende“ mit dem Projektteam am Donnerstag, 7. Dezember, in Passau vorgestellt. In der Loseblattsammlung sind auf rund 70 Seiten gebündelt Basisinformationen zu Gesundheitsversorgung und Impfungen, Datenschutz, Infektionskrankheiten, Kindergesundheit, Psychische Gesundheit, Gewalt und Sucht, aber auch zu Jungfräulichkeit, Verhütung, Schwangerschaft oder Gewalterfahrung zusammengestellt. Das entlastet die Helfenden, baut Ängste ab und hilft bei Gesprächen mit Geflüchteten über Gesundheitsfragen.

Über die Helferkreise im Landkreis Passau hinaus steht die Mappe für Landkreise in Niederbayern und Gesundheitsämter in Bayern zur Verfügung; ab Frühjahr auch digital aufbereitet. Das Projekt der Passauer Caritas, der Diakonie und der Gesundheitsregionplus Passauer Land wird damit überregional bedeutsam und vor allem breit gestreut. Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer, und der evangelische Dekan Dr. Wolfgang Bub unterstrichen diese Vernetzung der sozialen Arbeit mit den kompakten und praxisorientierten Unterlagen für die Helferkreise. Die haupt- oder ehrenamtlich Tätigen sowie die Migranten selbst erhalten damit gezielt Hilfe. Es geht um Unterstützung und nicht darum, die Verantwortung für die Gesundheitsfragen zu delegieren.

Gleichzeitig wird Unsicherheit in der Bevölkerung bei möglichen Erkrankungen abgebaut, wie Doris Stankewitz und Sabine Eggersdorfer von der Aids-Beratung Niederbayern betonten. Beate Heindl und Katharina Beck, die Ehrenamtskoordinatorinnen Asyl Landkreis Passau betonten das breite Spektrum gesundheitlicher Themen, das auch mit mehrsprachigen Texten abgedeckt sei, um Migranten mit geringen Deutschkenntnissen zu erreichen. Es seien auch sensible Themen wie die Beschneidung von Mädchen und Frauen aufgenommen worden.

Franziska Solger-Heinz, Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus Passauer Land, verwies auf die Kompaktheit. Die Mappe erleichtere die Orientierung. Man sei nicht mehr allein auf die Suche im Internet angewiesen. Die Themen, die jeweils erweitert werden können, ergaben sich aus den Anfragen aus Helferkreisen. Mediziner und Juristinnen sowie kommunale Fach- und Beratungsstellen steuerten wichtige Aspekte bei. Ansprechpartner für die einzelnen Themen regional und im Falle überregional sind benannt. Insgesamt hat das Team fast ein Jahr daran gearbeitet, die Unterlagen für die aktuell 35 Informationsmappen zusammenzustellen.

Online soll die Loseblattsammlung unter

www.gesundheitsregion-passauer-land.de/downloads und beim Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

www.zpg-bayern.de eingestellt werden.

Auf dem Bild sind zu sehen: H

intere Reihe von links Jens Oestreicher, Katharina Beck, Dekan Dr. Wolfgang Bub und Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer. Vorne Doris Stankewitz, Sabine Eggersdorfer von der Aids- Beratung Niederbayern,

Franziska Solger-Heinz, und Beate Heindl.


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