06.06.2019, 15:08 Uhr

Glaube Eine Andacht der besonderen Art für Demenzkranke

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Im Mai fand erneut die alljährliche Maiandacht für demenzkranke Menschen in der Klosterkirche in Abensberg statt. Der Kirchgang ist in vielen Familien ein wichtiges Ritual, das aber oft aufgrund der fortschreitenden Demenzerkrankung nicht mehr praktiziert werden kann.

ABENSBERG Da dies jedoch meist ein wichtiger Bestandteil im Leben der Erkrankten ist, ein Ort der Geborgenheit, der Sicherheit, ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und seinen Glauben leben kann, geht die Caritas Kelheim neue Wege und gestaltet mit der Unterstützung von Pfarrer Georg Birner einen Gottesdienst speziell für erkrankte Menschen. Gerade sie brauchen Rituale, das Gefühl ein wichtiger Teil in der Gesellschaft zu sein. Trotzdem benötigen sie einen sicheren Ort, an dem sie aber auch sein können wie sie sind, wo Defizite nicht im Vordergrund stehen, sondern ihre Fähigkeiten. Die dementiell erkrankten Menschen beten und singen mit - jedes Jahr aufs Neue beeindruckend.

Heuer erzählte Pfarrer Georg Birner aus dem Leben des Hermann Joseph von Steinfeld. Als Sohn einer armen Kölner Familie wurde Hermann Joseph mit zwölf Jahren Prämonstratenser Chorherr im Kloster Steinfeld und wurde dort dann zum Priester geweiht. Schon vor seiner Aufnahme als Chorherr soll er dem Standbild der Gottesmutter in der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln Äpfel als Geschenk gebracht haben. Er wird seither auch als „Apfelheiliger“ bezeichnet. Diesem Vorbild folgend legten auch die am Gottesdienst Teilnehmenden bei dieser Maiandacht Äpfel, anstelle von Blumen oder Kerzen, ab.

Die Caritas-Sozialstation Abensberg lädt jährlich zusammen mit Pfarrer Georg Birner zur Maiandacht und zum Erntedankgottesdienst für demenzkranke Menschen ein. Der Erntedankgottesdienst findet am Dienstag, 8. Oktober, um 14 Uhr in der Klosterkirche in Abensberg statt. Interessierte und Betroffene sind herzlich willkommen.


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