20.02.2018, 08:52 Uhr

Vortrag mit Hubert Ettl Über die Krise des Christentums und die Zukunft des Glaubens

Die Veranstaltung in Zwiesel ist etwas Besonderes: Die beiden Pfarrer von Zwiesel, Martin Prellinger und Heiko Hermann, sind ebenfalls der Einladung der KEB des Landkreises gefolgt; man darf gespannt sein auf das Gespräch und den Dialog, der sich nach dem Vortrag ergibt. (Foto: lichtung verlag GmbH)Die Veranstaltung in Zwiesel ist etwas Besonderes: Die beiden Pfarrer von Zwiesel, Martin Prellinger und Heiko Hermann, sind ebenfalls der Einladung der KEB des Landkreises gefolgt; man darf gespannt sein auf das Gespräch und den Dialog, der sich nach dem Vortrag ergibt. (Foto: lichtung verlag GmbH)

Hubert Ettl kommt zu Vortrag und Gespräch mit kath. Pfarrer Martin Prellinger und evang. Pfarrer Heiko Hermann nach Zwiesel.

ZWIESEL Auf Einladung der KEB im Landkreis Regen kommt der ehemalige lichtung-Herausgeber und langjährige Verlagsleiter Hubert Ettl am 15. März in den Pfarrsaal nach Zwiesel (Beginn 19 Uhr). Ettl veröffentlichte vor gut einem Jahr, überraschend für seinen Bekanntenkreis und die Kulturszene, in der er sich in den letzten 30 Jahren einen Namen gemacht hatte, das Buch „zweifelnd glauben. Über Religion und Spiritualität in der heutigen Zeit“.

Ettl geht in seinem Buch davon aus – was auch viele Untersuchungen und Umfragen zeigen –, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens in der heutigen Zeit nicht zum Schweigen gebracht ist, auch nicht die Frage nach dem Jenseitigen. Auch wenn den traditionellen Kirchen die Leute davonlaufen, Religiosität und Spiritualität sind den Menschen in Europa nicht verloren gegangen. Die Suche nach etwas, das das Innerste berührt, beschäftigt weiterhin viele Menschen in der entzauberten, verweltlichten, modernen Gesellschaft.

Warum dann diese elementare Krise der christlichen Kirchen? Zwar mögen Skandale bei dem einen oder anderen Gläubigen das Fass zum Überlaufen bringen, aber der Kern der Krise sei, dass die moderne Gesellschaft geprägt ist von Aufklärung, Wissenschaft, dem Anspruch des Einzelnen, sein Leben selbst zu gestalten. Die Moderne selbst mit ihren Fragen und Zweifeln und nicht die paar kämpferischen Atheisten fordern den Glauben heraus. Und da stellen sich für Ettl Fragen, ob die Kirchen da wirklich in der heutigen Zeit angekommen sind. Oder ob man sich eher weiter in einen schützenden Panzer von Traditionen, Lehrsätzen und Dogmen davor zu schützen sucht.

Im Kern der Krise steht für Ettl auch die Frage nach dem Gottesbild. Er ist der Meinung, dass das Christentum immer noch ein doppelgesichtiges Gottesbild verkündet: hier der liebende, barmherzige, versöhnliche Gott, dort der strafende, rächende Vergeltungsgott, von dem brutale Geschichten in der Bibel erzählen. Steckt hierin auch ein Grund für die Krise? Der Zweifel gehört heute zum Glauben. Zumindest zu einem, wie Hubert Ettl ihn versteht. Glaube ist für ihn kein allein seligmachender Besitz, sondern ein offener Weg.

Hubert Ettls Buch wird von Medien und Lesern als ein frischer und engagierter Einwurf in die Debatte um Religion und Spiritualität gelobt, gerade auch interessant deshalb, weil es ein sehr persönliches Buch ist, in dem die Suche des Autors nach seinem christlichen Glauben zum Ausdruck kommt.


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