15.10.2020, 17:05 Uhr

Vorsorge Kampf gegen den Krebs – 4.400 Kilometer durch Deutschland

Doris und Reinhard Kappes sind mit ihren Rädern unterwegs – Ende Oktober kommen sie in Passau an.  Foto: Ursula HildebrandDoris und Reinhard Kappes sind mit ihren Rädern unterwegs – Ende Oktober kommen sie in Passau an. Foto: Ursula Hildebrand

Liebevoll legt Reinhard Kappes (73) seiner Frau Doris die Hand auf den Arm, als sie von ihrer Erkrankung erzählt. Vor zehn Jahren wurde bei der heute 60-Jährigen Brustkrebs diagnostiziert. „Frisch verliebt“ waren damals beide, berichten sie. Gemeinsam haben sie die Zeit der Therapien durchgestanden – und werben heute auf der Pink-Ribbon-Tour für die Brustkrebsvorsorge. 2020 ist zum ersten mal auch ein „Blue Ribbon“ dabei – das Thema Prostatakrebs wird aus der Tabuzone geholt!

Regensburg. Die rosa Schleife („Pink Ribbon“) ist seit 1991 das internationale Zeichen für die Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen. Sie soll zudem auf die Möglichkeiten der Prävention und der Früherkennung aufmerksam machen. Zahlreiche Aktionen gibt es – zum Beispiel die Schleifenrouten-Radtour durch Deutschland. Die Route führt von Konstanz bis nach Passau und bildet dabei auf der Landkarte eine Schleife. Doris und Reinhard Kappes sind im Juli in Konstanz gestartet – am Sonntag, 11. Oktober, trafen sie in Regensburg ein. Am Mittwoch, 14. Oktober, ging es weiter nach Straubing – und dann geht es über Deggendorf bis nach Passau, wo am 25. Oktober die große Abschlussveranstaltung stattfindet.

Regelmäßige Bewegung ist für die Krebsprävention von großer Bedeutung – und auch Betroffene einer Erkrankung sollten in Bewegung bleiben. In der Region ist diese Weisheit nicht unbekannt: Die Leukämiehilfe Ostbayern plant gerade ein Zentrum für Bewegung und Sport – genau deshalb, weil Bewegung eben auch für Krebspatienten wichtig ist.

An Bewegung mangelt es dem Ehepaar Kappes gerade nicht – seit Juli sind sie mit ihren Rädern unterwegs. Gestartet in Konstanz sind sie über Bietigheim, Karlsruhe, Marburg, Erfurt, Brandenburg, Schwerin, Hamburg, Münster, Fulda, Schweinfurt und Ingolstadt – um nur einige Städte zu nennen – bis nach Regensburg geradelt. In den Städten finden Termine mit der Presse und Gespräche mit Ärzten und Betroffenen statt. Flyer werden verteilt – und viele, viele Gespräch geführt. Oft werden die beiden auf der Straße angesprochen – die Fahrräder mit den Logos von „World Wide Awareness“ ziehen die Menschen an. Manche wollen sich informieren, andere von ihrer eigenen Geschichte erzählen. Das gehe auch in Corona-Zeiten, sagt Doris Kappes. Man halte eben Abstand. Auf der Tour selbst machten beiden vor allem die unterschiedlichen Regelungen zur Corona-Pandemie kleinere Probleme. Die aber hatten sich alle lösen lassen. Treffen fanden und finden viel im Freien statt, auch übernachtet hat das Paar im Sommer oft im Zelt. Wichtig sind Doris und Reinhard Kappes gerade die Gespräche, die sie im Rahmen der Tour führen. Es sei wichtig, eine Krebserkrankung aus der Tabuzone zu holen. Hier habe sich schon einiges getan in den letzten Jahren. So sind zum Beispiel auch prominente Frauen Botschafterinnen der Aktion: Frauke Ludowig, Regina Halmich, Sylvie Meis – sie alle werben für die Brustkrebs-Früherkennung. Denn: Je früher der Krebs entdeckt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Auch Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, habe mit ihrem „Outing“ beigetragen, dass das Thema Brustkrebs präsenter wird.

2020 steht zum ersten Mal auch die Früherkennung von Prostatakrebs im Fokus der Tour – unter dem Stichwort „Blue Ribbon“. Gerade Männer seien oft sehr zurückhaltend, wenn es um Arztbesuche geht. Auch hier brauche es dringend mehr Aufklärung.

Auf ihrem Online-Blog unter www.schleifenroute.de/blog berichten Doris und Reinhard Kappes von den einzelnen Etappen ihrer Radreise. Allgemeine Infos gibt es zudem unter www.schleifenroute.de oder unter www.pinkribbon-deutschland.de.


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