13.09.2019, 14:20 Uhr

Das gibt es nur drei Mal in Bayern Straubinger Klinikum ist jetzt Weiterbildungsstätte für Sportmedizin

Oberarzt Dr. Markus Vogt von der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am Klinikum St. Elisabeth darf junge Assistenzärzte in Sportmedizin ausbilden. Das Foto zeigt den Mannschaftsarzt der Straubing Tigers mit Profi-Eishockeyspieler T. J. Mulock bei der jüngsten Untersuchung. (Foto: Sandra Wimmer)Oberarzt Dr. Markus Vogt von der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am Klinikum St. Elisabeth darf junge Assistenzärzte in Sportmedizin ausbilden. Das Foto zeigt den Mannschaftsarzt der Straubing Tigers mit Profi-Eishockeyspieler T. J. Mulock bei der jüngsten Untersuchung. (Foto: Sandra Wimmer)

Dr. Markus Vogt vom Klinikum St. Elisabeth darf Assistenzärzte ausbilden.

STRAUBING Assistenzärzten eröffnen sich in der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am Klinikum St. Elisabeth neue Möglichkeiten, die es nur an drei Standorten in ganz Bayern gibt: Oberarzt Dr. Markus Vogt, Unfallchirurg und Sportmediziner, hat seit vergangenem Jahr die volle Weiterbildungsermächtigung „Sportmedizin“. Dies ermöglicht ihm ganz offiziell, Assistenzärzte in der Sportmedizin auszubilden. Seit diesem Jahr ist Dr. Vogt zudem Prüfer für die Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ an der Bayerischen Landesärztekammer (BLAEK) in München.

Das Klinikum St. Elisabeth ist die dritte Klinik mit der vollen Weiterbildungsermächtigung für Sportmedizin in Bayern: Wie haben Sie das geschafft?

Dr. Markus Vogt: Die ganzheitliche Sportmedizin auf hohem Niveau ist mir seit jeher ein Anliegen. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Abläufe und Organisationsstrukturen am Klinikum können wir eine umfassende sportmedizinische Betreuung gewährleisten, was jetzt formal durch die BLAEK bestätigt wurde. Dies erreichten bisher nur sportmedizinische Institute.

Welche Voraussetzungen mussten Sie erfüllen, um die Weiterbildungsermächtigung zu erhalten?

Ich bin seit der Saison 2002/03 Mannschaftsarzt der Tigers und seit 2016 Mannschaftsarzt der Nawaro-Volleyballerinnen. Hier musste ich, um die stetig wachsenden Anforderungen an eine professionelle Betreuung der Spitzensportler zu gewährleisten, einige Strukturen im Hause an diese Situation anpassen. Zu Gute kam mir hier die volle Unterstützung der Klinikleitung, der Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie und der weiteren Fachabteilungen im Klinikum. Wir können hier 24 Stunden an sieben Tagen die Woche eine optimale medizinische Versorgung von Sportunfallverletzten und sportmedizinisch Erkrankten anbieten.

Wie lässt sich die Sportmedizin in die Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie einordnen?

Wir haben hier in unserer Klinik die Zulassung zur Behandlung von Arbeitsunfällen jeder Verletzungsstufe, bis hin zur Schwerstverletztenversorgung (D-Arztverfahren, SAV). In Deutschland ist jeder Spitzensportler als Arbeitnehmer berufsgenossenschaftlich versichert, das heißt, jede Verletzung während des Trainings oder Spiels wird als Arbeitsunfall behandelt. In diesem Zuge werden auch eventuelle Überlastungsschäden oder Probleme anderer Natur festgestellt, welche dann unter sportärztlicher Aufsicht mit den entsprechenden Fachabteilungen angegangen werden können.

Welche Voraussetzungen müssen junge Ärzte mitbringen, um diese Weiterbildung im Klinikum zu absolvieren? Welche beruflichen Einsatzbereiche stehen den Nachwuchskräften dann offen?

In der Regel streben Assistenzärzte, die sich in einer Facharztausbildung befinden oder diese gerade abgeschlossen haben, die Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ an. Die Ausbildung dauert mindestens 12 Monate ganztägig plus eine mindestens einjährige Vereinsbetreuung. Durch den Abschluss der Ausbildung wird von diesen Ärzten nach außen signalisiert, dass man sich eine besondere Expertise mit Sportunfällen und sportmedizinischen Erkrankungen angeeignet hat.

Welche Sportverletzungen sind in Eishockey und Volleyball typisch? Was bedeutet Ihre große Erfahrung bei der Behandlung von Spitzensportlern für die Versorgung der Freizeitsportler?

Eishockey ist prinzipiell eine sehr verletzungsträchtige Sportart. Quasi bei jedem Spiel treten Verletzungen auf. Beim Volleyball dagegen gibt es häufiger Überlastungsschäden. Gemeinsam hat beides, dass durch den täglichen Kontakt mit Spitzensportlern sportmedizinische Probleme auch bei Laiensportlern rascher erkannt und der adäquaten Behandlung zugeführt werden können. Als häufigste Verletzungsregion sowohl für Akut- und Überlastungsschäden sind die Schulter- und das Kniegelenk zu nennen - hier insbesondere Verletzungen des Schultereckgelenkes, des sogenannten Labrums bei Luxationen und Verletzungen der Rotatorenmanschette. Beim Kniegelenk überwiegen Verletzungen der Bänder, insbesondere der Kreuzbänder und Meniskusschäden. Diese können dann meist arthroskopisch (Schlüsselloch-Technik) hier am Klinikum behandelt werden, so dass nicht nur der Leistungssportler wieder in seinen Sport zurückkehren kann. -urs-


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