10.11.2020, 15:24 Uhr

Asklepios Städtedreieck Wenn die Luft knapp wird, liegt es nicht selten am „schwachen Herzen“

Dr. Jörg-Heiner Möller. Foto: Uwe MoosburgerDr. Jörg-Heiner Möller. Foto: Uwe Moosburger

„Ja, mei, das Schnaufen!“ Den etwas resignierten Ausspruch bekommt man in der Oberpfalz vor allem von älteren Menschen zu hören, denen beim Treppensteigen oder bei leichter körperlicher Belastung die Luft knapp wird. Und nicht selten vermuten sie, dass die Lunge die Ursache für die Beschwerden ist.

Burglengenfeld. „Tastsächlich steckt jedoch meist ein ‚schwaches Herz‘ dahinter“, weiß Dr. Jörg-Heiner Möller. Der Chefarzt Kardiologie an der Asklepios Klinik im Städtedreieck sagt weiter: „Medizinisch spricht man hier von Herzinsuffizienz. Dieser Begriff meint, dass das Herz die vom Körper benötigte Blutmenge nicht mehr bewältigen kann. Und wie bei jeder Pumpe, die nach ,vorne‘ nicht mehr ausreichend pumpt, kommt es ,nach hinten‘ zu einem Rückstau. Es steigt der Druck in den Lungengefäßen, das Blut kann nicht mehr genügend mit Sauerstoff gesättigt werden – und es kommt zur Luftnot.“

Experten schätzen die Zahl der betroffenen Patienten auf bis zu vier Millionen in Deutschland und jährlich sterben über 40.000 Menschen an einer Herzinsuffizienz. Mit rund 465.000 Klinikaufnahmen zählt sie zu den häufigsten Anlässen für Krankenhausaufenthalte. Nicht von ungefähr hat deshalb die deutsche Herzstiftung in den bundesweiten Herzwochen vom 1. bis zum 30. November das „schwache Herz“ als Schwerpunkt vorangestellt. Dr. Möller sagt: „Trotz der Verbreitung dieser Volkskrankheit wissen viele Menschen nur wenig darüber.“

Und dies, obwohl die Beschwerden manchmal so schlimm sind, dass die Patienten nach Luft „reißen“, nur noch mit aufrechtem Oberkörper schlafen können und die Fenster weit öffnen in dem verzweifelten Bemühen, besser Luft zu bekommen. „Soweit muss es nicht kommen“, gibt der Chefarzt geplagten Menschen Hoffnung, denn: „Die Herzinsuffizienz hat viele Ursachen und kann meistens gebessert werden, wenn man die Ursache diagnostiziert und entsprechend behandelt. Je früher eine Herzschwäche erkannt und behandelt wird, desto günstiger ist ihr Verlauf und desto höher ist vor allem die Lebensqualität der Betroffenen.“ Im „Herzmonat“ November bietet Dr. Möller einen besonderen (wegen Corona nur telefonischen) Service an. Für Fragen und Informationen steht er werktags vom 16. bis zum 27. November von 10 bis 11 Uhr unter der Telefonnummer 09471/ 705440 Betroffenen beziehungsweise deren Angehörigen gerne zur Verfügung.


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