27.03.2020, 11:11 Uhr

Corona Asklepios-Kliniken im Landkreis Schwandorf fürchten bürokratischen Mehraufwand

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Die drei Asklepios-Kliniken im Landkreis Schwandorf bereiten sich seit Wochen mit Hochdruck auf die zu erwartende weitere Ausbreitung der Coronavirus Pandemie und einen Anstieg stationärer Covid-19 Fälle vor. Sie sind gemäß den Empfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI) gut gerüstet, unterstreichen die Geschäftsführer im Städtedreieck, Kathrin Hofstetter, in Lindenlohe, Marius Aach, und in Oberviechtach, Dr. Joachim Ramming (zugleich Regionalgeschäftsführer).

Landkreis Schwandorf. Dennoch bedeutet diese Situation aber auch: Das medizinische Personal steht unter hoher Belastung – ungeachtet dessen halten die Krankenkassen weiterhin an Prüfpflichten fest, „binden so in den Krankenhäusern dringend für die Patientenversorgung benötigtes Personal und riskieren damit das Wohl der Patienten“, schlägt Dr. Ramming im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen Alarm.

Zum Hintergrund: Im Auftrag der Krankenkassen prüft der MDK Bayern als größter medizinischer Dienst der Krankenversicherung in Deutschland unter anderem die Abrechnungen der Krankenhäuser für vom Krankenhaus erbrachte Leistungen. Normalerweise geschieht diese Prüfung in Bayern überwiegend über Falldialoge. Prüfer des MDK besuchen auf Geheiß der Krankenkassen die Häuser vor Ort und führen die Prüfung der Akten im Austausch mit den Fallmanagern der Krankenhäuser durch. Aus Gründen des Infektionsschutzes in Zeiten der COVID-19 Pandemie wurden diese Vor-Ort-Prüfungen zu Recht mit Wirkung vom 17. März 2020 ausgesetzt.

Aber: Die Krankenkassen halten weiterhin an der gesetzlich festgelegten Prüfverpflichtung fest und fordern die Kliniken nun auf, die entsprechenden Akten zu kopieren und postalisch einzureichen.

Dr. Ramming: „Selbst bei der, im Rahmen des vom Bundestag beschlossenen COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes vorgesehen Prüfquote von nur 5 Prozent für das Jahr 2020 und der noch nicht geprüften Altfälle aus 2019 müssten in den kommenden Wochen in unseren drei Kliniken rund 1.300 Akten kopiert und verschickt werden. Das führt dazu, dass unsere Mitarbeiter, anstatt sich um die Versorgung der Patienten kümmern zu können, stattdessen durch einen nicht zumutbaren Bürokratieaufwand gebunden werden.“ Die Forderung der Krankenkassen gehe damit nicht nur zu Lasten der Mitarbeiter, sondern auch zu Lasten der Versorgung der Patienten. „Unser gemeinsames Ziel sollte es daher sein, im gemeinsamen Dialog aller Beteiligter (MDK, Krankenkassen, Gesundheitsministerium) eine Lösung zu erreichen und den Krankenhäusern in Krisenzeiten wie diesen Prüfungen vorübergehend zu ersparen“, so Dr. Ramming weiter.

Auch die Bayerische Krankenhaus Gesellschaft (BKG) setzt sich für ein entsprechendes Vorgehen ein. „Es geht hier nicht darum, dass wir uns vor entsprechenden Prüfverfahren drücken wollen, sondern einzig um das Wohl unserer Mitarbeiter und Patienten in dieser Ausnahmesituation. Wir müssen alle gemeinsam unsere Kräfte bündeln, um diese Pandemie zu bewältigen. Dabei sollten wir vor allem unsere Mitarbeiter, die rund um die Uhr für die Versorgung unserer Patienten im Einsatz sind und einen super Job machen, vor unnötigen bürokratischen Belastungen schützen.“


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