17.02.2019, 08:27 Uhr

Juckende Augen und triefende Nase Pollenflug in Bayern hat bereits begonnen – Informationsnetzwerk startet im Frühjahr

(Foto: Ikan Leonid/123rf.com)(Foto: Ikan Leonid/123rf.com)

In Bayern hat in diesem Jahr der Pollenflug bereits begonnen. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Sonntag, 17. Februar, hingewiesen. Huml betonte: „In einigen Regionen Bayerns fliegen aufgrund frühlingshafter Temperaturen bereits Haselnuss- und Erlenpollen. Allergiker könnten also bereits Heuschnupfen-Symptome wie juckende Augen und triefende Nasen spüren.“

BAYERN Huml fügte hinzu: „Wir werden Pollenallergiker und Asthmatiker bald mit aktuelleren Daten zum Pollenflug in Bayern versorgen können. Denn im Frühjahr geht unser elektronisches Polleninformationsnetzwerk (ePIN) in Betrieb. Derzeit läuft der Testbetrieb.“

Baumpollen wie Haselnuss, Erle oder Birke verursachen hauptsächlich von Februar bis April Beschwerden. Im Mai und Juni sind Gräserpollen in hoher Konzentration in der Luft vorhanden, im Hochsommer folgen Kräuterpollen.

Über das elektronische Polleninformationsnetzwerk können Bürger die aktuelle Pollenbelastung standort- und pollenspezifisch online abrufen. Die erste von insgesamt acht elektronischen Pollenmessstationen im Rahmen von ePIN war im April 2018 in Garmisch-Partenkirchen in Betrieb gegangen. Weitere Pollenmonitore stehen in Viechtach, Marktheidenfeld, Altötting, Mindelheim und Hof. Im Frühjahr werden noch die Messstationen in München und in Feucht aufgebaut.

Huml erläuterte: „Die Auswahl der acht ePIN-Standorte basiert auf einer umfangreichen mehrjährigen Machbarkeitsstudie des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM) der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München in Zusammenarbeit mit internationalen Experten. Ziel war es, unter Berücksichtigung verschiedener Klimaparameter und der Bevölkerungsdichte in Bayern die optimale Verteilung der acht elektronischen Messstationen zu bestimmen und somit den Pollenflug in Bayern möglichst repräsentativ abzudecken.“ Die Ministerin fügte hinzu: „Das bayerische Gesundheitsministerium investiert rund zwei Millionen Euro in ePIN. Das ist sehr gut angelegtes Geld. Denn: Jeder zweite der insgesamt zwei Millionen Allergiker in Bayern reagiert auf Pollen.“ Huml, die approbierte Ärztin ist, ergänzte: „Leider kann eine Allergie sehr plötzlich auftreten. In Deutschland leidet etwa jeder fünfte Erwachsene an der allergisch bedingten Entzündung der Nasenschleimhaut. Bei manchen Patienten können dadurch Atemwegsbeschwerden bis hin zu Asthma auftreten.“

In Bayern leiden nach Schätzungen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) über zwei Millionen Menschen an einer Allergie oder an Überempfindlichkeitsreaktionen. Etwa 490.000 Erwachsene und circa 85.000 Kinder und Jugendliche sind von Asthma bronchiale betroffen. Huml erläuterte: „Asthma als Folge einer unerkannten Allergie ist leider nicht selten: Etwa 40 Prozent der Betroffenen bekommen im Schnitt nach acht Jahren chronisches Asthma bronchiale - wenn die Allergie nicht ärztlich behandelt wird. Deshalb ist es ratsam, bei Verdacht auf eine Allergie zeitnah einen Arzt aufzusuchen. Typische Symptome sind häufiges Niesen, eine laufende Nase, juckende Augen, Atemnot oder Husten.“ Allergietests führen unter anderem Hausärzte, Hautärzte, Internisten und Kinderärzte durch. Bei konkretem Verdacht ist die Untersuchung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Über den Pollenflug können sich Allergiker beim Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes unter www.dwd.de informieren.


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