04.07.2018, 14:11 Uhr

Das Landratsamt informiert 2018 ist ein Zecken-Jahr!

(Foto: Erik Karits/123rf.com)(Foto: Erik Karits/123rf.com)

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung haben kürzlich darauf hingewiesen, dass 2018 ein Zecken-Jahr wird. Danach soll es in diesem Sommer besonders viele Zecken geben und damit eine höhere Gefahr, an Hirnhautentzündung oder Borreliose zu erkranken – denn diese Krankheiten werden durch Zecken übertragen.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Ein Spaziergang durch den Wald oder auch durch den Garten kann unangenehme Folgen haben. Denn auf Büschen, Sträuchern und Gräsern sitzen Zecken, meist der Gemeine Holzbock, Ixodes ricinus, der geduldig darauf wartet, dass ein Wirbeltier, zum Beispiel auch ein Mensch, vorbeikommt und ihn mitnimmt. Hat er seinen Platz auf der Haut gefunden, dann sticht er zu und saugt Blut, bis er fast platzt. Zusammen mit seinem Speichel gibt er einen Teil des Blutes allerdings zurück und dies in einigen Fällen zusammen mit unangenehmer Fracht. So ist der Gemeine Holzbock der Hauptüberträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer viralen Hirnhautentzündung, die tödlich enden kann. Auch die Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, wird von dieser Zeckenart übertragen. Während es bei der FSME keine speziellen Medikamente, aber eine vorbeugende Impfung gibt, steht für die Borreliose eine Behandlungsmöglichkeit mit Antibiotika zur Verfügung, jedoch keine Impfung. In jedem Fall ist ratsam, auf Zecken achtzugeben, insbesondere in FSME-Risikogebieten, zu denen gerade auch unsere Region gehört.

Privatdozent Dr. Gerhard Dobler erforscht seit Jahren mit seinem Team am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München die Ausbreitung und Aktivität des FSME-Virus in Deutschland. Das Gesundheitsamt Amberg arbeitet eng mit ihm zusammen und informiert ihn über gemeldete FSME-Erkrankungsfälle in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach. Patienten werden vom Gesundheitsamt befragt, ob sie einen Zeckenstich bemerkt und wo sie sich aufgehalten haben. Dort und mit Einverständnis der Patienten ggf. auch direkt an ihrem Wohnort, sammelt Dr. Dobler Zecken, zählt und kartiert sie und untersucht sie auf Krankheitserreger. Mithilfe der Zeckendaten konnte ein komplexes Vorhersagemodell entwickelt werden, wonach heuer mit einer besonders hohen Zeckenzahl zu rechnen ist.

Mehr Zecken bedeutet aber immer auch ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Borreliose kann deutschlandweit von Zecken übertragen werden und ist in etwa jeder vierten Zecke zu finden – unabhängig von der Region. Hier hilft zur Vorbeugung nur Wachsamkeit nach Waldspaziergängen und Aufenthalten im Freien. Je schneller die Zecke entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr an Borreliose zu erkranken. Eine beim Gesundheitsamt kostenlos erhältliche Zeckenkarte (Selbstabholung Hockermühlstr. 53 in Amberg, kein Versand!) kann eine wertvolle Hilfe für eine einfache Zeckenentfernung sein.

Um der Gefahr einer Hirnhautentzündung (FSME) vorzubeugen, kann und sollte man sich impfen lassen. Leider sind bereits wieder einige FSME-Meldungen beim Gesundheitsamt eingegangen, die Anlass für diesen Warnhinweis geben. Da das Zeckenproblem noch bis weit in den Herbst andauern wird, sollten sich Nicht-Geimpfte an ihren Hausarzt wenden. Für einen vollen Impfschutz sind in der Regel drei Impfungen notwendig (Grundimmunisierung), wobei bereits nach zwei Impfungen bei 98 prozent ein Schutz besteht, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Auffrischimpfungen sind dann je nach Alter alle drei bis fünf Jahre fällig.

Fragen zum Thema können an das Gesundheitsamt telefonisch unter der Telefonnummer 09621/ 39669 oder per Mail an gesundheitsamt@amberg-sulzbach.de gestellt werden.


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