14.01.2021, 14:32 Uhr

Caritasdirektor Corona-Impfung als „gelebte Solidarität“

Michael Weißmann, Diözesan-Caritasdirektor.  Foto: Agentur Burcom/RegensburgMichael Weißmann, Diözesan-Caritasdirektor. Foto: Agentur Burcom/Regensburg

Die Covid-19-Schutzimpfung ist derzeit die einzige Möglichkeit, die Corona-Pandemie zu überwinden. Dennoch ist eine gesetzliche Impfpflicht zum jetzigen Zeitpunkt keine Lösung. Der Caritasdirektor wirbt für Solidarität.

Regensburg. Die Zahlen des RKI belegen jeden Tag neu: Einen umfassenden Schutz vor Ansteckung mit Covid-19 gibt es nicht. Trotz Lockdown und umfangreicher Hygienemaßnahmen bleiben Ansteckungs- und Todesfälle dauerhaft auf hohem Niveau. Auch Medikamente zur gezielten Behandlung erkrankter Personen gibt es bislang nicht.

Die einzige Möglichkeit, sich wirksam zu schützen, besteht in der seit Kurzem möglichen Impfung. Die Impfung schützt vor Erkrankung und hat gleichzeitig Wirkung nach außen: Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere. Denn auch wenn noch nicht absehbar ist, inwieweit Geimpfte andere Personen anstecken können, so ist laut vieler Experten doch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Ansteckungsgefahr deutlich sinkt. Eine Impfung ist in jedem Fall ein Beitrag zum Kampf gegen die Pandemie.

„Sich jetzt impfen zu lassen, muss Verpflichtung für uns alle sein“, so Caritasdirektor Michael Weißmann. „Wir tragen Verantwortung für unser Leben und das unserer Mitmenschen! Die Impfung ist für mich eine moralische Verpflichtung.“ Weißmann ist sicher: „Je mehr sich impfen lassen, umso schneller wird es gelingen, die Pandemie zurückzudrängen. Je schneller es gelingt, die Pandemie zurückzudrängen, desto eher werden wir unsere Freiheit zurückbekommen. Wir haben es selber in der Hand!“

Dennoch wäre nach Ansicht des Caritasdirektors eine gesetzliche Impfpflicht zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Signal. Die Diskussion über die Impfpflicht richtet nach Ansicht der Caritas schon jetzt Schaden an. Angesichts vorhandener Ängste und Unsicherheiten wirkt eine Impf-Verpflichtung wie eine Bedrohung, der mit massiver Ablehnung begegnet wird. Es gilt, diesen Ängsten entgegenzuwirken – mit Aufklärung, Transparenz und Information. „Es reicht nicht zu sagen, der Impfstoff ist sicher“, so Caritasdirektor Michael Weißmann. „Vielmehr müssen wir gezielten Falschinformationen von Querdenkern und Corona-Leugnern entgegentreten. Und wir müssen Vorbilder sein!“ Damit teilt der Caritasverband den Appell von Papst Franziskus, der vor Kurzem zur Corona-Impfung aufgerufen hat. Mit Blick auf die aktuelle Situation betonte der Papst, dass sich aus ethischer Sicht alle impfen lassen müssten, denn man spiele nicht nur mit seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer.


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