27.11.2020, 23:53 Uhr

Projekt Der VKKK sammelt Spenden für einen Therapie-Spielgarten

Als symbolische Kletterbäume stehen Vorstand und Mitarbeiterinnen des VKKK auf der Wiese an der Kinder-Uniklinik, die 2021 zum Therapie-Spielgarten wird. Links Projektinitiatorin Irmgard Scherübl, daneben VKKK-Vorsitzender Prof. Dr. Franz Josef-Helmig.  Foto: Matthias M. FischerAls symbolische Kletterbäume stehen Vorstand und Mitarbeiterinnen des VKKK auf der Wiese an der Kinder-Uniklinik, die 2021 zum Therapie-Spielgarten wird. Links Projektinitiatorin Irmgard Scherübl, daneben VKKK-Vorsitzender Prof. Dr. Franz Josef-Helmig. Foto: Matthias M. Fischer

Zehn Jahre lang hat Irmgard Scherübl beharrlich für ihren Plan gekämpft. „Bis zum nächsten Sommer wird der Therapie-Spielgarten für unsere kleinen Krebspatienten nun endlich gebaut“, freut sich die 2. Vorsitzende des VKKK Ostbayern.

Regensburg. Ab sofort sammelt der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderten Kinder (VKKK) Spenden für das Projekt. Denn mit voraussichtlich rund 200.000 Euro wird dieser spezielle Spielplatz deutlich teurer als eine herkömmliche Anlage gleicher Größe.

Nach langen Verhandlungen hat das Uniklinikum Regensburg dem VKKK eine Fläche von rund 1.400 Quadratmetern überlassen. Das Areal schließt unmittelbar an das Gebäude der Kinder-Uniklinik im Westen des Klinikumsgeländes an. Nur rund 100 Meter unterhalb liegt das Elternhaus des VKKK, in dem Angehörige krebskranker Kinder und Jugendlicher während der Behandlung eine Unterkunft finden.

„Der Spielgarten wird das therapeutische Konzept der Kinder-Uniklinik ergänzen und bereichern“, sagt Scherübl. Egal ob ambulant oder stationär bedeutet eine Krebsbehandlung, dass sich die Kinder den ganzen Tag den medizinischen und organisatorischen Notwendigkeiten fügen müssen. „Die Ärztinnen, Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten können keine Rücksicht nehmen, ob das Kind gerade Lust hat – es muss durch die Behandlungen durch“, so Irmgard Scherübl. Wenn die Kinder, sofern es ihr Gesundheitszustand zulässt, aus dem Gebäude rauskommen, bricht sich der Bewegungsdrang sofort Bahn. „Der Therapie-Spielgarten soll dafür ein spannendes, abwechslungsreiches und sicheres Umfeld bieten“, sagt Scherübl, die selbst als Musiktherapeutin an der Kinder-Uniklinik arbeitet.

Die Fläche schmiegt sich auf zwei Terrassen an den Südwesthang des Klinikumshügels. Alle 16 Spielgeräte werden so ausgelegt, dass die erkrankten Kinder sie auch mit Infusionsgeräten und -schläuchen benutzen können. Deutlich teurer als einen normalen Spielplatz macht den Bau, dass als Bodenbelag nicht Sand, Gras oder Rindenmulch in Frage kommen. „Das geht aus hygienischen Gründen nicht. Auch soll der Spielgarten für Kinder im Rollstuhl nutzbar sein“, erläuterte Scherübl. Ähnlich wie auf Hartplätzen von Sportanlagen wird ein spezieller EDPM-Belag eingesetzt, der Stürze gut abdämpft. „Und der alleine rund die Hälfte der Kosten ausmacht“, wie VKKK-Vorsitzender Prof. Dr. Franz-Josef Helmig ergänzt.

Um das Projekt für die kleinen Krebspatienten realisieren zu können, ist der gemeinnützige Verein auf Spenden angewiesen. „Vielleicht möchte ja das eine oder andere Unternehmen das Geld spenden, dass es dieses Jahr wegen Corona nicht für die Weihnachtsfeier ausgeben kann“, ruft Prof. Helmig auf. Der Verein ist gerade dabei, Patenschaften für die Spielgeräte aufzulegen. „Wer zum Beispiel ein ganzes Spielgerät samt Montage und Bodenbelag drumherum übernimmt, der wird mit einer Plakette am Gerät verewigt“, kündigt der Vorsitzende an. Wobei dem VKKK jede Spende hilft, egal in welcher Höhe.

Nachdem der VKKK mit dem Uniklinikum einen verbindlichen Vertrag über die Nutzung der Fläche geschlossen hat, die Planungen des Regensburger Architekturbüros Wamsler Rohloff Wirzmüller weitgehend abgeschlossen sind und die behördliche Baugenehmigung vorliegt, kann es mit dem Bau losgehen. Aktuell läuft die Ausschreibung der Bauarbeiten. Den ersten Spatenstich plant der VKKK im frühen Frühjahr. Bis zum Sommer 2021 soll der neue Therapie-Spielgarten fertig sein. „Sofern uns die Archäologie nicht bremst“, wie Prof. Helmig anmerkt. Der Denkmalschutz vermutet Reste einer vor- oder frühgeschichtlichen Siedlung auf dem Areal. Funde während der Bauarbeiten könnten den Zeitablauf durcheinanderbringen.

Wer helfen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0941/ 299075 an oder per Mail an info@vkkk-ostbayern.de melden.


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