09.10.2020, 14:22 Uhr

Medizin Innovatives Fortbildungskonzept – Virtual-Reality-System für den Bereich Knieendoprothetik

Chefarzt Dr. Fritz Ottlinger, Harald Haimerl und PD Dr. Franz Xaver Köck bei der Schulung mit dem neuen VR-System.  Foto: Stefanie SchermChefarzt Dr. Fritz Ottlinger, Harald Haimerl und PD Dr. Franz Xaver Köck bei der Schulung mit dem neuen VR-System. Foto: Stefanie Scherm

Der Patientenzuspruch im Bereich des Knie- und Hüftgelenkersatzes in der Kreisklinik Wörth ist im Verlauf der letzten Jahre kontinuierlich gestiegen.

Wörth an der Donau. „Ein Grund dafür ist die im Rahmen der Zertifizierung als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung dokumentierte, hohe Versorgungsqualität und Patientenzufriedenheit“, so Krankenhausdirektor Martin Rederer. Um diesem hohen Standard gerecht zu werden, bedürfe es regelmäßiger und intensiver Schulungen sowohl des ärztlichen Personals als auch des OP-Pflege-Teams. Das Fortbildungskonzept sehe daher laut Rederer unter anderem regelmäßige praxisnahe Schulungen vor. Üblicherweise würden hierzu Übungen am Kunstknochen als Vorbereitung auf die reelle OP-Situation durchgeführt.

Vor Kurzem wurde unter Leitung der MedArtes Praxisklinik Neutraubling (PD Dr. Franz Xaver Köck und Dr. Christoph Schrafstetter) sowie den Chef- und Oberärzten der Abteilungen für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. Fritz Ottlinger, Dr. Kraus, Dr. Benedikt Pletzer, ein neuartiges Fortbildungskonzept mit einem Virtual-Reality-System für den Bereich Knieendoprothetik umgesetzt. Trotz erschwerter Bedingungen während der Coronazeit wurde die Fortbildung für die chirurgischen Assistenzärzte und das Funktionspersonal aus dem OP der Kreisklinik wie geplant abgehalten.

PD Dr. Franz Xaver Köck und Chefarzt Dr. Fritz Ottlinger, Senior-Hauptoperateure des Zentrums betonen die Vorteile dieses innovativen Systems: „VR-Interfaces bieten eine spielerische Interaktivität mit einem hohen visuellen Detailgrad, den andere Medien nicht leisten können.“ Die so strukturierten Operationsabläufe fördern das handwerkliche Geschick für präzises Arbeiten und die mentale Konzentrationsfähigkeit des Teams. Außerdem motiviert die VR-Anwendung und fördert das Verständnis für das medizinisches Equipment. Die detailgetreue Darstellung der oft schwierigen OP-Situation und der in der Knieendoprothetik verwendeten, komplexen Instrumentarien ermöglicht, verschiedenste Trainingsszenarien zu realisieren. Die Teilnehmer erlangen so schnell eine Routine, die zu mehr Sicherheit im Operationssaal führt und damit zu hundert Prozent dem Patienten zu Gute kommt.

Am Ende der Veranstaltung, die durch Präsentationen zu den verschiedensten Themenbereichen rund um die Knie-Prothetik und intensive Diskussionen ergänzt wurde, zeigten sich alle Teilnehmer begeistert.

Dr. Franz Xaver Köck führt weiter aus: „Mit der nächsten Generation bildgebender Verfahren, der sogenannten Augmented Reality werden vermutlich in nicht allzu langer Zeit virtuelle Bild-Informationen über die VR-Brille des Operateurs während der Operation direkt in den OP-Prozess eingebunden werden. Es bleibt also spannend.“

Landrätin Tanja Schweiger sieht in dem innovativen Fortbildungskonzept eine Bestätigung des hohen Qualitätsstandards, den die Kreisklinik erreicht hat und den sie konsequent immer weiter ausbaut. So sei es auch möglich geworden, dass sich das gemeinsame EndoProthetikzentrum der Maximalversorgung auf dem Gebiet der Knie- und Hüftendoprothetik einen hervorragenden Ruf erworben habe.


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