17.09.2020, 12:34 Uhr

Wertvolle Tipps Erste Hilfe nach Wespenstichen

Süßes lockt die Wespen an, drum gilt: Vorsicht beim Verzehr im Freien. Foto: Astrid HausladenSüßes lockt die Wespen an, drum gilt: Vorsicht beim Verzehr im Freien. Foto: Astrid Hausladen

Spätsommer ist Wespenzeit. Das ist bereits bekannt. Was neu ist, ist dass sich die Häufigkeit der Stiche steigt sowie die Anzahl der Patienten mit schweren allergischen Reaktionen darauf. Davon berichtet Dr. Thomas Etti, Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme im Sana Krankenhaus Cham und Notarzt. Da diese Reaktionen oft lebensbedrohlich sein können, müssen die Erstmaßnahmen schnell und richtig eingeleitet werden.

Cham. Sind die Wespen momentan angriffslustiger? Das Wespengift aggressiver? Klar ist, dass wir die kleinen Insekten in diesen Tagen verstärkt ungebetene Gäste am Esstisch sind. Während sie sich im Sommer noch um ihre Larven kümmerten, wollen sie jetzt eigene Reserven wieder auffüllen. „Sticht dann eine Wespe, ist dies für die meisten Menschen zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. In der Regel helfen bekannte Hausmittel wie kalte Wickel oder Zwiebeln, um Schmerz- und Juckreiz zu lindern, erklärt Dr. Thomas Etti, Notarzt und Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme der Sana Kliniken des Landkreises Cham.

Lebensgefährlich wird ein Wespenstich jedoch für Allergiker. Auch Personen, die bisher noch nie allergisch reagiert haben, können plötzlich betroffen sein. Starke Schwellungen sind eine mögliche Reaktion, eine andere ist der so genannte anaphylaktische Schock. Bei letzterem kommt es zu einer schlagartigen Weitung der Blutgefäße und einem damit verbundenen Kreislaufzusammenbruch. „Betroffene bekommen Schweißausbrüche, erbrechen oder fühlen sich schwindelig“, erklärt der Chefarzt. „Man sollte dann folgendes beachten: Bewahren Sie Ruhe. Bringen Sie den Betroffenen in die Schocklage. Legen Sie ihn auf den Boden und

die Beine hoch. Alarmieren Sie über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 einen Notarzt. Beim Versagen des Herz-Kreislaufsystems beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.“

Viele Allergiker tragen bereits Notfallsets mit passenden Medikamenten mit sich, die bei Bedarf injiziert werden können. Aber auch dann sollte in jedem Fall der Rettungsdienst alarmiert werden. Ist dieses Set aufgebraucht, sollte schnellstmöglich ein neues besorgt werden.

Wenn eine Wespe in den Mund oder Rachen sowie den Hals sticht, kann die entstehende Schwellung auch für Nichtallergiker gefährlich werden. Auch in diesem Fall rät Dr. Etti: „Bewahren Sie Ruhe. Alarmieren Sie über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 einen Notarzt. Kühlen Sie die Stichwunde.“

Am besten ist es, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. „Achten Sie auf die Wespen, wenn Sie im Freien essen“, so Dr. Etti, der gleichzeitig davon abrät, wild um sich zu schlagen oder die Wespen anzupusten, da dies die Wespen in Alarmbereitschaft versetzt. Stattdessen könnte man es mit einer Ablenkungsfutterquelle versuchen, etwa eine überreife Frucht, die einige Meter entfernt abgelegt wird. Wespen verlassen ihre Nester übrigens nach einer Saison wieder. Mit etwas Geduld verschwinden die Tierchen zum Ende der Saison also von ganz allein.


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