08.09.2020, 09:31 Uhr

Suizidprävention in Regensburg Hand in Hand für das Leben

Kompetente Hilfe für Betroffene und Angehörige leisten die Psychologinnen und Psychologen des Krisendienstes Horizont.  Foto: shutterstock/ESB ProfessionalKompetente Hilfe für Betroffene und Angehörige leisten die Psychologinnen und Psychologen des Krisendienstes Horizont. Foto: shutterstock/ESB Professional

Am 10. September 2020 findet der Welttag der Suizidprävention statt. Der Krisendienst Horizont von Caritas und Diakonie unterstützt Betroffene wie Angehörige und erinnert an Verstorbene.

Regensburg. Die Corona-Krise und das damit verbundene Social Distancing haben Spuren hinterlassen: „Die Pandemie und die Ausgangsbeschränkungen haben vorhandene Ängste verstärkt; die Einsamkeit nahm zu. Das haben wir in unseren Beratungsgesprächen deutlich gespürt“, sagt Antje Lange, eine der vier hauptamtlichen Psychologinnen und Psychologen beim Krisendienst Horizont. Die Einrichtung der Caritas Regensburg und der Diakonie berät Menschen mit Suizidgedanken sowie Angehörige und Hinterbliebene.

Den Welttag der Suizidprävention am 10. September möchte der Krisendienst auch in diesem Jahr nutzen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. „Jedes Jahr sterben deutschlandweit durchschnittlich 10 000 Menschen durch Suizid. Bei Männern unter 25 Jahren ist Suizid die zweithäufigste Todesursache“, so Lange.

Eine große Veranstaltung zum Welttag ist in diesem Jahr kaum möglich. Der Krisendienst verteilte aber bereits thematisch passend gestaltete Lesezeichen, unter anderem an Büchereien, Familienzentren, Apotheken und Buchhandlungen. Darauf findet sich die Telefonnummer des Krisendienstes wieder. „Wer hier anruft, erhält so schnell wie möglich einen Termin, meistens noch am selben Tag“, erklärt Lange.

Die Sprechzeiten ergänzt ein Bereitschaftsdienst: Mehr als 50 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen an Wochenenden und Feiertagen telefonisch zur Verfügung. „Die Freiwilligen haben alle einen Berufshintergrund im psychosozialen Bereich. Außerdem absolvieren sie eine spezielle Ausbildung für Suizidprävention“, berichtet Lange.

Die Zusatzausbildung ist ein wichtiger Baustein in der Präventionsarbeit des Krisendienstes: „Es stoßen immer wieder neue Freiwillige zum Bereitschaftsdienst, andere scheiden zum Beispiel aus beruflichen Gründen aus. Diese nehmen aber ihr Wissen aus ihrer Tätigkeit mit und können es andernorts einsetzen.“ Gestärkt wird das Netzwerk außerdem durch die Zusammenarbeit mit anderen Diensten, wie der Schuldner- oder der Suchtberatung der Caritas Regensburg. „Ein Suizid hat meistens mehrere Ursachen. Geldsorgen oder Drogenprobleme können dabei durchaus eine Rolle spielen“, ergänzt Anne Komorek-Magin, ebenfalls Psychologin beim Krisendienst Horizont.

Ratsuchende zu unterstützen ist eine weitere Säule der Präventionsarbeit. „Es rufen immer wieder Menschen bei uns an, die sich Sorgen um Angehörige oder Bekannte machen“, so Komorek-Magin weiter. Deshalb bietet der Krisendienst Multiplikatoren-Schulungen an, um möglichst viele Menschen für das Thema Suizid zu sensibilisieren, sagt Lange. „Einrichtungen wie Schulen, Feuerwehren, Vertreter der Bundeswehr und auch von Krankenhäusern haben schon teilgenommen. Wir arbeiten mit allen verfügbaren Partnern Hand in Hand – für das Leben.“

Zusatzinfo: Krisendienst Horizont – wir sind da!

Der Krisendienst Horizont ist telefonisch unter der Nummer 0941/ 58181 erreichbar. Hier arbeiten vier hauptamtliche Diplom-Psychologinnen und Diplom-Psychologen. Sie beraten telefonisch oder im persönlichen Gespräch – kostenfrei und auf Wunsch anonym. Unterstützt werden sie von rund 50 Fachleuten aus dem psychosozialen Bereich, die ehrenamtlich den Bereitschaftsdienst übernehmen.

Das Büro des Krisendienstes liegt in der Hemauer Straße 8 in Regensburg. Mehr Informationen finden Sie unter: www.krisendienst-horizont.de.


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