28.09.2019, 10:47 Uhr

Hilfe ist möglich Aktionstag in der Regensburger Innenstadt – Zwerge demonstrieren gegen Glücksspielsucht

Aktionstag gegen Glücksspielsucht: Celine Schulz-Fähnrich, Sozialpädagogin und Suchttherapeutin bei der Caritas Regensburg, beim Zwergenaufmarsch in der Regensburger Innenstadt. (Foto: Burcom/Breme)Aktionstag gegen Glücksspielsucht: Celine Schulz-Fähnrich, Sozialpädagogin und Suchttherapeutin bei der Caritas Regensburg, beim Zwergenaufmarsch in der Regensburger Innenstadt. (Foto: Burcom/Breme)

Am Mittwoch, 25. September, war bundesweit der Aktionstag gegen Glücksspielsucht. In ganz Bayern versammelten sich an diesem Tag Protestzwerge. Auch in Regensburg kam es in der Innenstadt zum Zwergenaufmarsch – einer Demonstration von Gartenzwergen.

REGENSBURG In Gruppen von 15 bis 30 Zwergen und mit Demo-Schildern gerüstet, standen die kleinen Protestler am Neupfarrplatz und in der Königstraße. Auf ihren Schildchen waren eindeutige Botschaften gegen das übermäßige Glücksspielen zu lesen, wie „Glücksspiel macht süchtig!“ oder „Keine Macht dem Glücksspiel“. Einer der Zwerge hielt die Aufschrift: „Früher habe ich in einem tollen Garten gewohnt, ein schönes Haus hatte mein Besitzer auch. Jetzt ist alles weg, verzockt, und ich steh‘ auf der Straße.“

„Wer süchtig ist nach Glücksspiel oder Sportwetten, läuft Gefahr, sein Leben zu ruinieren“, sagt Celine Schulz-Fähnrich, Sozialpädagogin und Suchttherapeutin bei der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme in Regensburg. Sie hat die Aktion in Regensburg umgesetzt. Koordiniert und initiiert wurde sie von der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG).

Im Jahr 2018 wurden an der Regensburger Fachambulanz rund 120 betroffene Spieler und etwa 20 Angehörige beraten. Die Betroffenen kämen aus allen sozialen Schichten und jeglicher Nationalität. Allen gemeinsam sei aber folgendes: „starke psychische Belastung durch das Doppelleben und die Lügen, Existenzängste und Schulden, drohender Verlust wichtiger sozialer Kontakte in Partnerschaft und Familie“. Daher brauchen Glücksspielsüchtige Hilfe. Die Fachstelle Glücksspielsucht in Regensburg gibt es seit dem Jahr 2008. „Seit einigen Jahren beobachten wir einen stetigen Anstieg von Online-Glücksspiel, insbesondere von Online-Sportwetten“, sagt Schulz-Fähnrich. Doch eines weiß die Expertin sicher: Es gibt Wege aus der Sucht.

Hilfe und Selbsthilfe für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige

Die Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme bietet allen Personen mit Abhängigkeitsproblemen und deren Angehörigen Beratung und Hilfe an. Ansprechpartnerin bei Glücksspielsucht ist Celine Schulz-Fähnrich, Sozialpädagogin und Suchttherapeutin. Die Beratung ist kostenfrei. Termine werden telefonisch vereinbart, unter 0941/ 630 82 70, oder per Mail an suchatmbulanz@caritas-regensburg.de. In der Regensburger Fachambulanz für Suchtprobleme, Hemauer Straße 10c, gibt es zudem eine Selbsthilfegruppe für Spielsüchtige, die sich immer dienstags in den ungeraden Kalenderwochen von 17.30 bis 19 Uhr trifft. Eine Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich. Ebenso wie Betroffene können sich auch Angehörige an das Hilfesystem wenden.


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