29.08.2019, 08:18 Uhr

Prof. Dr. Sven Matthias Wellmann Neuer Chefarzt der Neonatologie in St. Hedwig

(Foto: Krankenhaus Barmherzige Brüder)(Foto: Krankenhaus Barmherzige Brüder)

Frühgeburten und neonatologische Neurologie als Schwerpunkte. Prof. Dr. Sven Matthias Wellmann holt auch pädiatrische Fachgesellschaft in die Domstadt.

REGENSBURG Bereits im Juni fand in der KUNO Klinik St. Hedwig der Barmherzigen Brüder Regensburg ein bedeutender Wechsel statt: Prof. Dr. Sven Matthias Wellmann wurde als neuer Chefarzt der Abteilung für Neonatologie Nachfolger von Prof. Dr. Hugo Segerer. Der zuletzt in Basel als stellvertretender Abteilungsleiter und leitender Arzt im Universitäts-Kinderspital (UKBB) tätige Mediziner bringt für das Regensburger Haus interessante fachliche Schwerpunkte mit: So gilt Wellmann als Spezialist für extreme Frühgeburten, wobei sein Fokus auf einem möglichst sanft gestalteten Start ins Leben liegt. Ausbauen möchte er in Regensburg die neonatologisch-neurologische Kompetenz – und im Haus ein Zentrum einrichten, dass sich optimal um kleine Patienten mit Problemen wie Sauerstoffmangel unter der Geburt, Gehirnblutungen oder Schlaganfälle kümmern kann.

Für St. Hedwig ist der neue Chefarzt ein großer Gewinn. „Seine vielfältigen Erfahrungen sowohl in der Forschung als auch in renommierten Kinderkliniken in Basel, Berlin und Zürich sind eine immense Bereicherung für unsere medizinische Ausrichtung“, bestätigt auch der Lehrstuhlinhaber der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. Michael Melter. „Wir werden gemeinsam mit ihm den Bereich Neonatologie ausbauen.“

Wellmann hat dazu sehr konkrete Vorstellungen und spricht von familienzentrierter Neonatologie. Der Ansatz ist in Zeiten von Pflegekräftemangel gut durchdacht – will er doch nach skandinavischem Vorbild die Familien kranker Kinder stärker in die Pflege und Betreuung der Patienten mit einbeziehen. „Das ist ein großer Wechsel von der eher klassisch-konservativen Auffassung, dass der Patient von der Pflege und den Ärzten betreut wird und die Eltern nur Besucher sind“, weiß Wellmann. Zusammen mit seinem Team und seinen Kollegen möchte er praktikable Konzepte entwickeln, um die Eltern innerhalb kurzer Zeit optimal zu schulen.

Dass er dazu ein Team braucht, das vertrauensvoll und kollegial miteinander arbeitet, ist Wellmann bewusst. In der Schweiz hat er in flacheren Hierarchien gelernt, anstatt direktiv zu arbeiten gemeinsam konstruktiv nach Lösungen zu suchen. Dieses auch menschlich angenehme Miteinander möchte er in seiner Abteilung in St. Hedwig ebenfalls leben. Als erste große Aufgabe hat er sich vorgenommen, mit allen Beteiligten die klinischen Standards, Prozesse und Abläufe zu überprüfen und gegebenenfalls noch besser zu gestalten.

Interessant dürfte für die Klinik auch die Tatsache sein, dass Wellmann die älteste europäische Fachgesellschaft mit dem Forschungsfokus Pädiatrie mit im Gepäck hat: Als Vorstandsmitglied der „European Society for Paediatric Research“ (ESPR) hat er das Verwaltungsbüro gleich mit nach Regensburg umgezogen. Von hier aus sollen nun weltweite Aktivitäten gesteuert werden, um Förderprogramme, Forschung, Kongresse und Schulungen durchzuführen. „Für St. Hedwig ist das ein echter Glücksfall“, freut sich auch der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Michael Kabesch. „Denn wir haben uns mit Herrn Professor Wellmann nicht nur fachlich verstärkt, sondern wir werden auch unser Angebot mit neuen Impulsen und einem hochkompetenten Netzwerk in Zukunft weiter ausbauen und optimieren können.“


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