25.04.2019, 13:54 Uhr

Gesundheit Krankenkasse schlägt Alarm – immer mehr Rauschtrinker in Bayern!

(Foto: kmiragaya/123RF)(Foto: kmiragaya/123RF)

Die Zahl der Rauschtrinker ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch im Süden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse.

BAYERN Demnach wurden 2017 in Bayern rund 4.400 Versicherte wegen eines akuten Alkoholrauschs oder psychischer Probleme aufgrund von Alkohol ärztlich behandelt – 31 Prozent mehr als noch 2007. Damit liegt Bayern zwar unter dem bundesweiten Plus von 37 Prozent, dennoch ist dies ein deutlicher Anstieg. 2017 waren deutschlandweit rund 33.500 KKH-Versicherte betroffen.

Beim Geschlechtervergleich zeigt sich, dass der Anteil der Männer mit Alkoholerkrankungen in Bayern etwa doppelt so hoch ist wie der der Frauen, allerdings war der Anstieg bei den Frauen mit 31 Prozent etwas höher als bei den Männern (rund 26 Prozent).

Rauschrinken: die top drei Bundesländer mit dem größten Anstieg

1. Sachsen (63 Prozent)

2. Sachsen-Anhalt/Thüringen (je 58 Prozent)

3. Brandenburg (56 Prozent)

Rauschtrinken: die top drei Bundesländer mit dem geringsten Anstieg

1. Saarland (19 Prozent)

2. Hamburg (26 Prozent)

3. Hessen (29 Prozent)

„Gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum gilt als Mitverursacher für zahlreiche Krankheiten, unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, Leberzirrhose und Krebs“, warnt Franz Pilz vom KKH-Servicezentrum in Regensburg. Vor allem Rausch¬trinken ist besonders riskant, weil es darüber hinaus akute Schäden wie Alkoholvergiftung und Verletzungen sowie Gewalt nach sich ziehen kann. Das Robert Koch-Institut spricht von Rauschtrinken, wenn Betroffene mindestens einmal im Monat sechs oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit, beispielsweise einer Party, konsumieren. „Es ist aber nichts dagegen einzuwenden, wenn gesunde Menschen hin und wieder ein Glas Rotwein zum Essen oder ein kleines Bier zum Fußballgucken trinken“, sagt Franz Pilz. Doch wo liegt die Grenze zum riskanten, schädlichen oder gar abhängigen Konsum? Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bewegen sich gesunde Frauen bereits bei mehr als 0,3 Liter Bier und gesunde Männer bei mehr als 0,6 Liter Bier pro Tag in einem gesundheitlich riskanten Bereich. „Egal, ob Mann oder Frau: Mindestens zwei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein“, sagt Pilz.

Die KKH hält es für unerlässlich, bereits im Jugendalter über das Thema Alkohol aufzuklären: Ein wichtiger Baustein ist das Projekt „Tom & Lisa“ in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Suchtprävention Villa Schöpflin. Mit dem interaktiven Planspiel werden Schülern der achten bis zehnten Klasse spielerisch die Gefahren exzessiven Rauschtrinkens aufgezeigt. Sie lernen, wie sie verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen und in Gefahrensituationen reagieren sollen. Die Schüler sind dann zwischen 13 und 16 Jahre alt. „Wichtig ist es, Jugendliche möglichst früh zu informieren, am besten schon, bevor sie überhaupt anfangen, Alkohol zu trinken“, sagt Franz Pilz. Weitere Informationen zum richtigen Umgang mit Alkohol gibt es unter kkh.de/alkohol.


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