18.04.2019, 11:52 Uhr

Fünf Menschen wurde geholfen Modellprojekt für Heroinabhängige erfolgreich angelaufen

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Das bayerische Naloxon-Modellprojekt zum Einsatz in Notfallsituationen unter anderem bei Heroinabhängigen ist erfolgreich angelaufen. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Donnerstag hingewiesen. Huml betonte: „Seit dem Start des Projektes im Oktober 2018 konnte fünf Menschen in Bayern in Notfallsituationen mit Naloxon geholfen werden. Das bestätigt unseren Weg.“

REGENSBURG Im Rahmen des Modellprojekts werden medizinische Laien speziell geschult, wie sie ein Naloxon-Nasenspray bei Menschen anwenden, die akut einen durch eine Überdosis von Heroin oder anderen Opioiden verursachten Atemstillstand erlitten haben. Naloxon kann in diesen Fällen ein lebensrettendes Medikament sein. Bislang durfte Naloxon nur von Ärzten angewandt werden.

Huml, die approbierte Ärztin ist, erläuterte: „Das bayerische Gesundheitsministerium fördert das Modellprojekt ‚BayTHN - Take-Home-Naloxon in Bayern‘ bis zum Jahr 2021 mit 330.000 Euro. Damit wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Naloxon-Notfallgabe durch geschulte medizinische Laien sachgerecht erfolgt und mit hoher Wahrscheinlichkeit Leben rettet. Ich setze mich dafür ein, dass qualitätsgesicherte Schulungen zur Naloxon-Anwendung dauerhaft in die Angebote der bayerischen Suchthilfe aufgenommen werden.“

Das Projekt wird federführend von der Universität Regensburg in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Bamberg sowie mit verschiedenen Einrichtungen der bayerischen Suchthilfe durchgeführt. Es läuft an den Standorten Regensburg, München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt mit insgesamt 450 Studienteilnehmern. Das Schulungsprogramm wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Huml unterstrich: „Unser Ziel ist es, die Zahl der Drogentoten weiter zu senken. Deshalb setzt das bayerische Gesundheitsministerium die Suchtprävention und Suchthilfe intensiv fort. Insgesamt investiert der Freistaat jährlich fast sechs Millionen Euro für Maßnahmen zur Suchtprävention und Suchthilfe.“ Die Zahl der Drogentoten in Bayern war zuletzt deutlich zurückgegangen: Von 308 im Jahr 2017 auf 235 im Jahr 2018.

Huml fügte hinzu: „Bei Opioid-Abhängigen setzen wir auch auf einen weiteren Ausbau der ärztlichen Substitutionsbehandlung. Substitution ist eine Überlebenshilfe. Dadurch gelingt es Betroffenen, sich gesundheitlich und sozial zu stabilisieren. Bayern hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Rechtsunsicherheiten für substituierende Ärzte beseitigt werden.“


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