01.10.2018, 20:00 Uhr

Wechsel in der Uniklinik Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin unter neuer Leitung

(Foto: Golden Eyes Fotografie Leipzig)(Foto: Golden Eyes Fotografie Leipzig)

Mit Professor Dr. Ralph Burkhardt besetzt die Universität Regensburg den Lehrstuhl für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin zum Montag, 1. Oktober, neu. Damit verbunden ist auch die Übernahme der Leitung des gleichnamigen Instituts des Universitätsklinikums Regensburg.

REGENSBURG Im Oktober 2018 wechselt zum ersten Mal offiziell der Leiter des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin am UKR. Zum 1. Juni 1992 nahm das Institut unter Leitung von Professor Dr. Gerd Schmitz seinen Betrieb auf. Nach dessen Ruhestand übernahm Professor Dr. Dr. André Gessner, Leiter des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene am UKR, vorerst als Übergangslösung die kommissarische Leitung. Nun konnte die Position mit Professor Dr. Ralph Burkhardt neu besetzt werden, der zuletzt als Oberarzt und Juniorprofessor für Klinische Chemie und Funktionelle Genetik des Lipidstoffwechsels am Institut für Laboratoriumsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig tätig war. Die Institutsleitung geht einher mit der Berufung auf den Lehrstuhl für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Universität Regensburg.

„Professor Burkhardt sorgt durch seine moderne Ausrichtung dafür, dass das Institut seine wichtige Schnittstellenfunktion für eine reibungslose Patientenversorgung und eine qualitativ hochwertige wissenschaftliche Arbeit auch weiterhin erfolgreich erfüllen kann. Der erfahrene Labormediziner wird Universität und Klinikum vor allem durch seine Forschungstätigkeit bereichern. Geplant ist, dass er die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Instituts weiter ausbauen wird. Dies kommt im Umkehrschluss direkt unseren Patienten in der klinischen Versorgung zugute“, kommentiert Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR, den Personalwechsel, und ergänzt: „Zudem hat mir Professor Burkhardt versichert, dass eines seiner obersten Ziele eine motivierende Lehre ist, durch die er dazu beitragen wird, unsere Studierenden auf ihrem Weg zu verantwortungsvollen Medizinern und begeisterten Wissenschaftlern zu begleiten.“

Erfahrungen einbringen – Schwerpunkte ausbauen

Mit dem Wechsel nach Regensburg kehrt der gebürtige Münchner wieder zurück nach Bayern, das er mit Beginn seiner beruflichen Tätigkeit im Jahr 2003 verlassen hat. Nach dem Medizinstudium in München begann er als Arzt im Praktikum und später als Assistenzarzt am Institut für Laboratoriumsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig. Dort promovierte er 2005 zur Identifikation neuer genetischer Faktoren der Atherosklerose. Unterbrochen durch ein dreijähriges Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Rockefeller University in New York, USA, spezialisierte sich Professor Burkhardt in verschiedenen Bereichen des Universitätsklinikums Leipzig klinisch und wissenschaftlich in der Genetik und Stoffwechselforschung. Nach seiner Anerkennung als Facharzt für Laboratoriumsmedizin im Jahr 2012 war der heute 42-Jährige zuletzt Mitarbeiter im Medizinischen Versorgungszentrum sowie Oberarzt und Juniorprofessor im Institut für Laboratoriumsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig.

Professor Burkhardt engagiert sich in mehreren nationalen und internationalen Fachgesellschaften wie der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) und der American Heart Association. Nach wie vor ist er außerdem Mitglied der Adjunct Faculty der Rockefeller University in New York und Redaktionsmitglied des American Journal of Physiology, Endocrinology and Metabolism.

Mit seinen medizinischen und wissenschaftlichen Erfahrungen wird Professor Burkhardt die bisherigen Schwerpunkte in der Klinischen Chemie und Laboratoriumsmedizin in Regensburg weiter ausbauen: „Ich möchte mit unserer wissenschaftlichen Arbeit molekulare Mechanismen von Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen identifizieren und funktionell beschreiben. Im Mittelpunkt stehen hierbei genetische Faktoren, die zum Beispiel an der Regulation des Lipidstoffwechsels und der Entstehung von Atherosklerose beteiligt sind. Auch Entzündungsreaktionen und Immunmechanismen spielen eine wesentliche Rolle, was uns zukünftig spannende Anknüpfungspunkte zu den Forschungsschwerpunkten der Fakultät für Medizin bieten wird.“ Neben diesen wissenschaftlichen Arbeiten verfolgt Professor Burkhardt noch weitere Ziele. So wolle er die Laboratoriumsmedizin als wichtigen Partner eng an die klinischen Fachbereiche anbinden, um im Dialog neue Biomarker, Messtechnologien und Therapiekonzepte zu entwickeln sowie bei der Durchführung klinischer Studien zu unterstützen.

Weiterhin will sich Professor Burkhardt für den Aufbau von präzise charakterisierten Kohorten zu Forschungszwecken und eine in die Krankenversorgung integrierte Biobank einsetzen. Dadurch kann insbesondere die Grundlagenforschung verbessert werden. „Ich freue mich, in Regensburg meine Erfahrungen einbringen und gemeinsam mit meinen Mitarbeitern das Institut weiterentwickeln zu können“, so Professor Burkhardt.

Schnittstelle in Patientenversorgung und Forschung

Das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin des UKR stellt eine wichtige Schnittstelle für die klinischen Fächer am UKR dar. Das Leistungsspektrum umfasst alle relevanten Gebiete der klinisch chemischen Diagnostik und des Transfusionswesens sowie molekularbiologische Diagnostik und zelluläre Analytik.

So kann im Zentrallabor beispielsweise rund um die Uhr schnellstmögliche Labordiagnostik bei lebensbedrohlichen Notfällen sichergestellt werden. Des Weiteren wird immunologische Diagnostik, unter anderem zur Bestimmung von Tumormarkern oder Hormonen, durchgeführt. In der molekulardiagnostischen Untersuchung werden unter anderem Genuntersuchungen vor Transplantationen erstellt. Außerdem werden im Institut Medikamenten- und Drogenscreenings sowie zelluläre Diagnostik, beispielsweise bei Stammzelltherapien, angeboten. Im Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin können zudem Blutspenden abgegeben werden, die individuell für die Patienten des UKR aufbereitet werden.


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