22.02.2018, 17:45 Uhr

Sport und Frost – so geht es gut Johanniter geben Tipps zu Sport bei arktischen Temperaturen

(Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.)(Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.)

Gerade bei den aktuellen eisigen Temperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich steht fest, der Winter ist noch nicht vorbei, und so stellt sich für viele die Frage: Sport in der Kälte – Ist das noch gesund? Die Johanniter klären auf, wie man auch bei Eiseskälte im Freien trainieren kann.

REGENSBURG Wenn es draußen ungemütlich ist, sollte man auf Bewegung an der frischen Luft nicht verzichten, raten die Johanniter. Denn selbst bei leichten Minustemperaturen sei das Sporteln im Freien nicht etwa schädlich für den Organismus, sondern sogar ausgesprochen gesund. „Der Wechsel von warm und kalt bringt das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem in Schwung“, weiß Dr. Johann Sommer,  Standortarzt der Johanniter in Regensburg. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass man gesund ist und sich fit fühlt. „Im Winter gilt ebenso wie im Sommer: Auf keinen Fall darf bei Erkältung, Grippe, Fieber oder Antibiotika-Einnahme trainiert werden, sonst droht eine gefährliche Herzmuskelentzündung“, warnt der Experte. 

Nicht auf das Sporteln verzichten

Da der Organismus bei Kälte stärker gefordert ist als bei gemäßigten Temperaturen, sollte man das Trainingsniveau entsprechend anpassen. Ideal sind moderate Ausdauersportarten wie Joggen oder Walken. „Entscheidend ist, dass man dabei gleichmäßig, ruhig und nicht zu tief atmet. Am besten durch die Nase, denn so wird die Luft aufgewärmt und befeuchtet“, sagt Dr. Sommer. „Wem die Nasenatmung schwer fällt, kann auch einen Schal locker um den Mund wickeln.“ 

Das Wichtigste beim Kaltluft-Sport ist die Kleidung: Funktionswäsche verhindert Verdunstungskälte und speichert gleichzeitig die produzierte Wärme nach innen. Zum Schutz vor Unfällen raten die Johanniter in den dunklen Wintermonaten außerdem zu heller Kleidung, die reflektiert oder mit Reflektoren versehen ist, sowie zu festem, trittsicheren Schuhwerk. Zum Schutz der Stirnhöhle und des Kopfes empfiehlt sich, ein Stirnband oder eine Mütze zu tragen. Da die Extremitäten schnell auskühlen können, sollten warme Socken und Handschuhe getragen werden. 

Auf Atmung, Kleidung und Ernährung achten

Bei Kälte wird der Stoffwechsel stärker gefordert: Je tiefer die Temperatur sinkt, umso mehr Energie verbraucht der Körper. „Wir Johanniter raten deshalb zu einer sport- und wintergerechten Ernährung mit Kohlenhydraten, Eiweiß, gemäßigt Fett und viel Gemüse. Die letzte Mahlzeit vor dem Sport sollte etwa drei Stunden zurückliegen“, erklärt Dr. Sommer. Nach dem Sport ist darauf zu achten, viel Flüssigkeit zu sich nehmen, allerdings keine zu heißen oder zu kalten Getränke. „Teure elektrolythaltige Drinks müssen es nicht sein – eine Apfelsaftschorle tut es genauso.“


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