22.02.2018, 12:10 Uhr

8.000 Euro-Spende Mukoviszidose – Diagnostikgerät ermöglicht erste Prognose bei Neugeborenen

(Foto: Svenja Uihlein)(Foto: Svenja Uihlein)

Einen Spendenscheck über 8.000 Euro übergab Anita Lanzl aus Nittenau zusammen mit der Kolping Theatergruppe Bruck in der KUNO-Klinik St. Hedwig an Chefarzt Prof. Dr. Michael Kabesch, Abteilung für Pädiatrische Pneumologie, und Dr. Andrea Schweiger-Kabesch, Leiterin des Mukoviszidose-Zentrums für Kinder. Mit dem Geld kann die Klinik nun ein spezielles Diagnostikgerät kaufen, welches auch schon bei Neugeborenen innerhalb von circa 30 Minuten eine erste Prognose bei der Diagnosestellung geben kann.

REGENSBURG Seit September 2016 können Eltern im Rahmen eines bundesweiten Gesundheitsscreenings ihre Säuglinge auch auf die schwere chronische Erkrankung Mukoviszidose überprüfen lassen. Entsteht hierbei der Verdacht auf Mukoviszidose so können die Ärzte mit großer Wahrscheinlichkeit mithilfe eines mehrstufigen Ausschlussverfahrens die Erbkrankheit aufspüren. Doch dieses ist aufwendig und insbesondere der so genannte Schweißtest, welcher zum Nachweis der Erkrankung unbedingt notwendig ist, ist bei den ganz kleinen Babys nicht immer leicht durchzuführen. Dank des neuen Diagnostikgerätes Nanoduct sollen die Eltern im Verdachtsfall noch schneller und unkomplizierter eine positive Rückmeldung bekommen können, falls bei ihren Kindern keine Erkrankung vorliegt.

Doch die Finanzierung des Nanoduct-Gerätes, das von der Firma Kreienbaum für die Spendenaktion deutlich verbilligt zur Verfügung gestellt wurde, erfordert um die 8.000 Euro. Da Anita Lanzl die Muko-Kinder besonders am Herzen liegen, hatte sie unermüdlich in den letzten Jahren daran gearbeitet, das Geld für das Regensburger Mukoviszidose Zentrum zusammenzutragen. Die Hälfte des Spendentopfes erzielte sie in Fleißarbeit durch ihren jährlichen Schmuck- und Adventsverkauf. Auch Einzelpersonen und die Theatergruppe Penting spendeten dank Lanzls Umtriebigkeit höhere Beträge. Weitere 4.000 Euro legte die Kolping Theatergruppe Bruck noch oben auf, indem sie die Theatereinnahmen der letzten zwei Jahre beisteuerten.

In dem zertifizierten Mukoviszidose-Zentrum der Klinik St. Hedwig werden derzeit rund 60 Patienten bis zu einem Alter von 18 Jahren von einem spezialisierten Team betreut. „Je früher die richtige Therapie bei einem betroffenen Kind begonnen wird, desto höher stehen die Chancen des Kindes, das 40. Lebensjahr zu erreichen“, betonte die verantwortliche Ärztin Dr. Andrea Schweiger-Kabesch bei der Spendenübergabe. Im Zentrum lernen die kleinen Patienten von Kindesbeinen an Atemübungen und wie sie inhalieren müssen. Physiotherapeuten zeigen ihnen, wie sie ihren Brustkorb mit speziellen Handgriffen bearbeiten können, damit sich der Schleim löst, nach oben transportiert und abgehustet werden kann.

Seit Jahren hat Anita Lanzl jede freie Minute für ihre Muko-Kinder geopfert: Kränze gebunden, Armbänder und Schutzengel-Ketten gefertigt, Blumengestecke gestaltet und alles auf Märkten verkauft. Zudem hat Anita Lanzl jede Gelegenheit genutzt, die Menschen immer wieder auf die Schwere dieser Erkrankung hinzuweisen und um Spenden gebeten. An ihrer Seite befinden sich unzählige Helfer rund um Nittenau, die ihr Engagement mit tatkräftiger Arbeit unterstützt haben. „Ich empfinde große Dankbarkeit für all die Unterstützung, die ich bei der Spendenaktion erfahren durfte. Wir hoffen, wir haben etwas Gutes für die Hedwigsklinik und vor allem für die Kinder getan. Allen Spendern möchte ich von ganzem Herzen Vergelt´s Gott sagen“, so Anita Lanzl. Dem schlossen sich Chefarzt Prof. Michael Kabesch und Fachärztin Dr. Andrea Kabesch-Schweiger aus tiefer Überzeugung an.


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