23.11.2017, 11:31 Uhr

HIV-Testwoche 2016 haben sich im Freistaat rund 390 Menschen neu mit HIV infiziert

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat anlässlich des Starts der bayerischen HIV-Testwoche am 23. November zu einem konsequenten Schutz vor der Immunschwächekrankheit AIDS aufgerufen.

BAYERN Huml betonte am Donnerstag in München: „Das Risiko einer HIV-Ansteckung darf nicht unterschätzt werden. AIDS ist zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar. Deshalb ist es wichtig, insbesondere junge Menschen auf diese Gefahr hinzuweisen. In der Altersgruppe von 20 bis 35 Jahren ist die Infektionsrate besonders hoch.“

Einer neuen Schätzung des Robert Koch-Instituts zufolge haben sich 2016 in Bayern wie bereits im Vorjahr rund 390 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert. Darunter sind circa 320 Männer und 70 Frauen. Insgesamt lebten in Bayern Ende 2016 mehr als 12.000 Menschen (rund 9.600 Männer und 2.400 Frauen) mit dem HI-Virus – aber etwa 1.600 davon hatten keine entsprechende Diagnose.

Experten zufolge erfahren rund 20 bis 30 Prozent der Menschen, die das HI-Virus in sich tragen, erst durch die Diagnose der Krankheit AIDS von ihrer Infektion. Huml erläuterte: „Infolge solcher Spätdiagnosen sind auch die Behandlungsaussichten der Immunschwächekrankheit weniger günstig. Natürlich steigt auch das Risiko einer Weitergabe der Infektion. Deshalb setzt sich das bayerische Gesundheitsministerium mit Nachdruck dafür ein, die Ausbreitung von HIV einzudämmen. Allein im aktuellen Haushalt 2017 haben wir dafür rund 3,5 Millionen Euro bereitgestellt.“

Im Rahmen der bayerischen HIV-Testwoche vom 23. bis 30. November 2017 bieten Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen in Bayern unter dem Motto „Test jetzt!“ zusätzliche Testmöglichkeiten sowie verschiedene Informations- und Aufklärungsaktionen an. Diese finden sich im Internet unter www.testjetzt.de. Die HIV-Testwoche wird vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) koordiniert. Während der Testwoche im vergangenen Jahr hat es in Bayern insgesamt 530 HIV-Tests gegeben, vier davon waren positiv.

Zum Start der bayerischen HIV-Testwoche findet im Lichthof in Neuötting unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsministerin Huml die Eröffnung einer Plakataktion zum Thema statt. Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Altötting haben sich mit HIV und der Bedeutung eines frühzeitigen HIV-Tests künstlerisch auseinandergesetzt - dabei sind 30 anschauliche Plakate entstanden. Angestoßen wurde die Aktion durch die AIDS-Beratungsstelle an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwigs-Maximilians-Universität München gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Altötting.


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