13.01.2020, 13:33 Uhr

Neuer Chefarzt am Klinikum Scharfschütze in der Krebstherapie

Der neue Chefarzt für die Krebsheilkunde am Klinikum in Landshut, Dr. Christian Bogner (Mi.). Rechts im Bild: Der Ärztliche Direktor des Hauses, Prof. Dr. Stephan Holmer.Foto: Schmid  (Foto: Schmid)Der neue Chefarzt für die Krebsheilkunde am Klinikum in Landshut, Dr. Christian Bogner (Mi.). Rechts im Bild: Der Ärztliche Direktor des Hauses, Prof. Dr. Stephan Holmer.Foto: Schmid (Foto: Schmid)

Wer Krebs hat, der bekommt eine Bestrahlung oder hoch dosierte Medikamente in Form einer Chemotherapie. Das war schon vor zehn Jahren so. Was die Behandlung angeht, hat sich im Lauf der Zeit nicht verändert, könnte man schlussfolgern. Tatsächlich gibt es auf dem Gebiet der Onkologie enorme Fortschritte. Schoss man früher mit einer Schrotflinte auf den Feind, sind jetzt Scharfschützen gefragt, die gesunde Zellen verschonen und nur die krankhaft wuchernden Krebszellen aufs Korn nehmen. Einen solchen Scharfschützen hat jetzt das Klinikum engagiert.

LANDSHUT Zum Jahreswechsel hat Dr. Christian Bogner die Klinik für Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin übernommen. Er tritt damit die Nachfolge von Barbara Kempf an. Am Montag wurde er vom Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Philipp Ostwald, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Bogner gilt als absoluter Experte auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung, machte sich auch in der Forschung einen Namen. Der 45-jährige Münchner hat aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen von 2010 bis 2013 ein Auslandsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten und forschte an der McMaster University sowie am Sunnybrook Research Institut in Kanada daran, wie man Krebszellen so umprogrammiert, dass sie sich selbst zerstören.

„In der modernen Krebstherapie verstehen wir uns Mediziner zunehmend als Präzisionsarbeiter“, sagt der neue Chefarzt. Man könne heutzutage schon mehr gesunde Zellen schützen als noch vor Jahren. Schon in naher Zukunft soll die speziell auf den Patienten und sein Krankheitsbild zugeschnittene Behandlung in den Mittelpunkt jeder Tumortherapie rücken. Auch würden, wie bisher bereits geschehen, Patienten des Hauses an großen Studien im Rahmen der Krebsforschung teilnehmen. In Zukunft soll das an der bisher „exzellent geführten“ Medizinischen Klinik III weiter ausgebaut werden. „Das ist der Vorteil eines onkologisches Zentrums im Gegensatz zu kleineren Häusern“, so Dr. Ostwald. Das Klinikum profitiert dabei davon, dass Bogner in der Fachwelt und auf dem Gebiet der Krebsforschung exzellent vernetzt ist.

Zuletzt war er als Oberarzt am Klinikum rechts der Isar tätig. 16 Jahre lang befasste er sich an dem renommierten Haus mit der Diagnostik und der Therapie von Krebserkrankungen. Er leitete zwei Spezialambulanzen für Lymphome und Tumore des Bindegewebes.

„Im Klinikum sind wir stolz darauf, dass seit der Gründung der Abteilung stets das modernste Konzept der Tumorbehandlung verfolgt worden ist, nämlich ein interdisziplinäres Vorgehen mit strukturierte Absprachen aller Disziplinen, um für die Patienten das Optimum an Behandlungsmöglichkeiten anbieten zu können“, so der Ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Dr. Stephan Holmer. Bogner werde die Behandlung von Erkrankungen des Blutes und den Bereich der soliden bösartigen Tumore weiterentwicklen. „Darin ist er ein wissenschaftlich und klinisch ausgewiesener Experte“, so Holmer. Im Lauf seiner Karriere habe er an wichtigen interdisziplinären Schnittstellen in Schlüsselpositionen von Tumorboards für die Patienten wichtige Entscheidungen getroffen.“

Nicht nur beruflich, auch privat will der Vater von zwei Kindern und begeisterte Hobby-Sportler (Wintersport, Marathon) in Landshut Fuß fassen. In Kürze plant er, mit seiner Familie nach Landshut zu ziehen. „Und dann soll es mit dem Rad zur Arbeit gehen.“


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