14.05.2020, 10:02 Uhr

Corona-Krise Schutzmaßnahmen nach RKI-Richtlinien – Caritas lässt niemandem im Stich

Die Pflegefachkräfte Bettina Holtey und Stefanie Meller teilweise in ihrer Schutzkleidung Foto: Reinhilde Schachtschneider/Caritas KelheimDie Pflegefachkräfte Bettina Holtey und Stefanie Meller teilweise in ihrer Schutzkleidung Foto: Reinhilde Schachtschneider/Caritas Kelheim

Zum 200. Mal jährte sich dieser Tage der Geburtstag von Florence Nightingale, der Pionierin in der modernen westlichen Krankenpflege. Ein Zufall, dass dieser runde Geburtstag in eine Zeit fällt, in der wir von der Reformerin Nightingale und ihren Errungenschaften besonders profitieren.

Landkreis Kelheim. Die Corona-Krise hat die Pflegenden für sich eingenommen. Ohnegleichen vollbringen sie großartige Leistungen und haben zurecht den Beifall verdient, der ihnen momentan zukommt – der aber angesichts der großen Anstrengungen auch verblassen kann. Mehr Anerkennung für die Arbeit und Bemühungen wünschen sich die Arbeitnehmer im Pflegeberuf, und das nicht erst seit dieser Ausnahmesituation. Nun wird vielen klar, was die Pflege zu leisten hat, wie abhängig jeder einzelne von ihr ist.

Die Corona-Pandemie hat die Ambulante Pflege der fünf Caritas-Sozialstationen im Landkreis Kelheim wie auch viele andere Pflegeeinrichtungen eingeholt. Einige Mitarbeiter wie auch Patienten waren vorsorglich, aber auch aufgrund einer bestätigten Infektion in Quarantäne. Die schnelle und beherzte Reaktion auf das Virus konnte eine Ausbreitung im Pflegebereich der Caritas Kelheim aufhalten – der Betrieb läuft und alle Caritas-Patienten, die Hilfe brauchten und forderten, wurden nicht im Stich gelassen. Leider musste die Caritas Kelheim unter ihren Pflegebedürftigen auch Todesfälle verzeichnen, die auf das Virus zurückzuführen waren. „Unser Beileid gilt hier den Familien, die den Verlust hinnehmen mussten“, so Hubert König, Vorstand der Caritas Kelheim.

Großer Eifer und Einsatz der Mitarbeiter war ausschlaggebend dafür, dass kein Patient in den vergangenen Wochen alleine gelassen wurde, der auf die Ambulante Pflege der Caritas Kelheim angewiesen war. „Einige Patienten waren dankbar, weil wir am Ende die einzigen waren, die noch da waren, als andere Institutionen auf Distanz gehen mussten“, erzählt die Pflegedienstleitung Reinhilde Schachtschneider von der Caritas-Sozialstation Abensberg. Andererseits gab es gegenläufig auch starke Bedenken seitens Patienten und Angehörigen, weswegen die Pflege teils abgebrochen wurde. Diese Unsicherheiten und Ängste möchte die Abensberger Pflegedienstleitung Schachtschneider jedoch ausräumen: „Wir halten uns an die Richtlinien des Robert-Koch-Institutes.“ Den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) entsprechend geschützt besuchen die Pflegekräfte so ihre Schützlinge.

Wichtig ist der Caritas Kelheim, dass niemand in dieser Zeit abgewiesen wird – auch Personen, die nachweislich mit dem Virus infiziert sind. Hier gelten sicherlich andere Schutzvorkehrungen, welche den Sozialstation jedoch in ihrer Ausführung durchaus geläufig sind. Denn bereits vor der Pandemie ging die Ambulante Pflege der Caritas Kelheim mit den gleichen Schutzmaßnahmen bei Patienten mit beispielsweise multiresistenten Keimen vor, wie sie heute beim Coronavirus angewandt werden. Hierbei gelten zum Beispiel das Anziehen spezieller Schutzausrüstung und die Versorgung der an Corona Erkrankten ans Ende der Pflegetour. Die Abstimmung zwischen den Sozialstationen und Petra Kammermeier, Qualitätsmanagement der Caritas Kelheim, spielt bei der Bewältigung der Krise eine entscheidende Rolle. Bereits vor Bekanntwerden der ersten Infektionen im Landkreis konnte ein Maßnahmenplan erstellt werden, der stets entsprechend der Vorgaben aktualisiert wird. Neu aufgenommene Patienten werden unter hohen hygienischen Qualitätsstandards übernommen. Doch auch Klienten, die bereits seit langem Kunden der Sozialstationen sind, werden mit Handschuhen sowie Mund- und Nasenschutz besucht. Bestmögliche Hygiene findet auch in Zusammenhang mit dem Caritas-Mahlzeitendienst statt. Entweder übergeben die Mitarbeiter das Essen persönlich, ausgestattet mit Mund- und Nasenschutz, oder das Essen wird an einem vereinbarten Ort abgestellt.

Der Arbeitsalltag im Katastrophenmodus verlangt viel ab: Einerseits geht es um den Schutz der Patienten und Kollegen, andererseits um den Eigenschutz und das damit verbundene Risiko, den Pflegeberuf auszuüben. Unvergleichliches leisten die professionell Pflegenden in diesen Zeiten. Von der Systemrelevanz mancher Berufe ist seit dem Ausbruch der Pandemie oft die Rede – nach Ansicht der Caritas Kelheim ist die Pflegebranche seit jeher systemrelevant. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, sagt in einer Pressemitteilung: „Eine Würdigung in Worten an einem Tag im Jahr genügt aber nicht – genauso wenig wie gelegentlicher Applaus, so gut dieser auch tut. Was es braucht, sind nachhaltige Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Pflegeberuf.“ Doch gleichzeitig geht es auch um eine leistungsgerechte Bezahlung, welche bei der Caritas Kelheim mit einem Tarif wie im öffentlichen Dienst deutlich über dem gesetzlichen Pflegemindestlohn liegt.

Weitere Infos über die Arbeit der Caritas-Sozialstationen und Anmeldung zu Pflegeleistungen gibt es unter der Telefonnummer 09441/ 50 07 33.


0 Kommentare