06.11.2019, 11:02 Uhr

„Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ Freistaat startet Förderprogramm zur Sicherung kleinerer Geburtshilfestationen – Goldberg-Klinik kann mit Zuschüssen rechnen

Landtagsabgeordnete Petra Högl im Gespräch mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. (Foto: Stefan Scheuerer)Landtagsabgeordnete Petra Högl im Gespräch mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. (Foto: Stefan Scheuerer)

Vor wenigen Tagen ist die zweite Fördersäule des „Zukunftsprogrammes Geburtshilfe zur Sicherung kleinerer Geburtshilfeabteilungen im ländlichen Raum gestartet. „Erstmals unterstützt der Freistaat damit Landkreise und kreisfreie Städte im ländlichen Raum finanziell, Defizite kleinerer Geburtshilfestationen auszugleichen“, sagt Kelheims Landtagsabgeordnete Petra Högl (CSU).

LANDKREIS KELHEIM Wie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml im Gespräch mit Högl betont, stehen dafür insgesamt 21,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. „Diese Fördermittel werden ab jetzt erstmalig für Defizite ausgezahlt, die in Geburtshilfeabteilungen im Jahr 2018 entstanden sind“, so Bayerns Gesundheitsministerin. Für Petra Högl ist diese neue Förderung ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung der wohnortnahen medizinischen Krankenhausversorgung im Landkreis Kelheim. „Die neue Förderung durch den Freistaat wird aller Voraussicht nach einen Großteil der im Jahr 2018 entstandenen Defizite in Höhe von rund 890.000 Euro in der Geburtshilfeabteilung der Goldbergklinik Kelheim ersetzen“. Denn, so berichtet Högl, gebe es einen staatlichen Zuschuss, wenn der Landkreis das Defizit der Geburtshilfestation ausgleicht, die mangels ausreichender Geburten nicht kostendeckend wirtschaften kann. Dabei müsse sich dieses Krankenhaus jedoch als Hauptversorger in der Region etabliert haben und mindestens die Hälfte aller neugeborenen Landkreisbürger dort versorgt werden. Diese Fördervoraussetzungen scheinen erfüllt: „Als einziges Krankenhaus im Landkreis gibt es in der Goldbergklinik eine Geburtshilfeabteilung. Mit 634 Geburten im vergangenen Jahr kamen über die Hälfte der insgesamt 1.221 Neugeborenen im Landkreis in der Goldbergklinik auf die Welt“. Mit einer Übernahme von bis zu 85 Prozent des Defizites der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe an der Goldbergklinik könne der Landkreis daher rechnen. „Die Krankenhäuser in Mainburg und Kelheim stellen eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises sicher. Ich werde mich in München weiter dafür einbringen, dass uns der Freistaat bestmöglich dabei unterstützt, die bestmögliche Krankenhausversorgung im Landkreis zu haben“. Auch Landrat Martin Neumeyer begrüßt das neue Förderprogramm des Freistaats. „Die Unterstützung seitens des Freistaats trägt dazu bei, den künftigen Anforderungen an ein modernes und leistungsfähiges Krankenhaus gerecht zu werden“, so Neumeyer.

Niederlassungsprämie für Hebammen gestartet

Wie Högl weiter ausführt, lege der Freistaat auch auf die Gewinnung neuer Hebammen viel Wert. Die Bayerische Staatsregierung verstärke hierzu ihren Einsatz für die Hebammenversorgung. So können Hebammen seit September 2019 eine einmalige Unterstützung in Form einer Niederlassungsprämie in Höhe von 5.000 Euro beantragen, wenn sie eine freiberufliche Tätigkeit aufnehmen und sich niederlassen. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um mehr freiberufliche Hebammen zur Vor- und Nachsorge von Schwangeren und Müttern mit Neugeborenen zu gewinnen und das Angebot an Hebammenleistungen, insbesondere in der Geburtshilfe und der Wochenbettbetreuung, auszubauen“, sagt die Kelheimer Landtagsabgeordnete. Angesprochen werden sollen in erster Linie Berufseinsteiger aber auch Hebammen, die den Beruf oder die Selbständigkeit aufgegeben und bisher insbesondere den finanziellen Aufwand eines Wiedereinstiegs gescheut haben. „Hebammen leisten vor, während und nach der Geburt Großartiges für die Familien. Ihre Arbeit für die Gesundheit von Mutter und Kind ist unverzichtbar für unsere Gesellschaft“, betont Petra Högl.


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