22.11.2017, 18:37 Uhr

Jahrestagung Zugängliche Bildung – weniger Bürokratie: Medizin und Pflege stellen der Politik ihre Forderungen

Mit dem Ziel, die kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken effektiv zu vernetzen, hat die Klinik-Kompetenz-Bayern, eine eingetragene Genossenschaft (eG), im Januar 2011 die gemeinsame Arbeit aufgenommen. (Foto: KKB)Mit dem Ziel, die kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken effektiv zu vernetzen, hat die Klinik-Kompetenz-Bayern, eine eingetragene Genossenschaft (eG), im Januar 2011 die gemeinsame Arbeit aufgenommen. (Foto: KKB)

Investitionsförderung, Digitalisierung und Telemedizin, Verbesserung der ambulanten Notfallversorgung, Sicherstellung der Versorgungssicherheit vor allem in ländlichen Gebieten und Verfügbarkeit von Fachkräften – so lauten die fünf Schwerpunkthemen, die die Klinik-Kompetenz-Bayern eG (KKB) bei Ihrer Jahrestagung in Beilngries mit hochkarätigen politischen Vertretern der bayerischen Gesundheitspolitik diskutiert hat.

WEIßENBURG/BEILNGRIES „Übergeordnete Zielsetzung bleibt die Sicherstellung einer wohnortnahen, flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung in Bayern und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Gesundheitseinrichtungen“, so Jürgen Winter, Vorstandsmitglied der KKB. „Von elementarer Bedeutung ist hierbei, dass die Fördermittelrichtlinien den veränderten Aufgabenstellungen und Rahmenbedingungen angepasst werden“, pflichtete ihm Manfred Wendl, sein KKB-Vorstandskollege bei.

Pflege und Medizin stellen ihre Forderungen

Der Einladung nach Beilngries sind die gesundheitspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen von CSU (Bernhard Seidenath), SPD (Ruth Waldmann) und den Grünen (Uli Leiner) gefolgt. Die Freien Wähler hatten den finanz- und haushaltspolitischen Sprecher Bernhard Pohl geschickt. Sie standen den Geschäftsführern und Vorständen, den Ärztlichen Direktoren und Pflegedirektoren der mehr als 60 KKB-Kliniken Rede und Antwort. Nach einem kurzen Statement zur Position der jeweiligen Partei im Hinblick auf die Krankenhauspolitik der Zukunft stellen die einzelnen Berufsgruppen Ihre Forderungen vor.

Kerstin Wittmann, Sprecherin des Arbeitskreises der Pflegedirektoren, appelliert an die Politiker, dass bei der Ausgestaltung der Personaluntergrenze, die zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt, die Fachexpertise der Pflege dringend an den Gesprächen zur Definition der pflegesensitiven Bereiche einbezogen werden muss. Weiter fordert sie eine 100 prozentige Gegenfinanzierung der damit geforderten Stellen. „Es kann nicht sein, dass es in der derzeit so angespannten wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser, die Gegenfinanzierung bei den Häusern bleibt.“ so die Pflegedirektorin.

Konkrete Ziele

Dr. Michael Mildner forderte für den Arbeitskreis der Ärztlichen Direktoren, dass die Rahmenbedingungen für den ärztlichen Beruf verbessert werden müssen, um ausreichend Mediziner für die Sicherstellung der Versorgung zu haben. So regt er an, die Zugangsvoraussetzungen zum Studium zu erleichtern. „Das Ziel muss sein, mehr junge Menschen in den Beruf zu bringen und vor allem dann auch dort halten“.

Weiteres Ziel ist, die Bürokratie und den Dokumentationsaufwand zu reduzieren. „Wir müssen wieder Zeit am Patienten verbringen und weniger mit seiner Akte“, so der Arzt aus Schweinfurt. Mit dem dringenden Appell an die politisch Verantwortlichen, sowohl im Bund als auch im Freistaat Bayern für eine Verbesserung der Finanzierungsgrundlagen für Kliniken zu sorgen, schloss KKB-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alexander Schraml die Podiumsdiskussion. „Wir fordern den Freistaat auf, eine ausreichende, der demographischen Entwicklung und dem medizinischem Fortschritt Rechnung tragende Investitionsfinanzierung sicher zu stellen“.


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