26.11.2019, 10:46 Uhr

Veranstaltung Rasante Fortschritte bei der Prostatakrebs-Bekämpfung

Freuen sich über eine gelungene Tagung (v. l.): Dr. Marcus Schweitzer, Prof. Dr. Dr. Cornelius Klein, Dr. Leonhard Stark, Prof. Dr. Ernst Holler und Dr. Thomas Fröhler. (Foto: pm/Donauisar Klinikum)Freuen sich über eine gelungene Tagung (v. l.): Dr. Marcus Schweitzer, Prof. Dr. Dr. Cornelius Klein, Dr. Leonhard Stark, Prof. Dr. Ernst Holler und Dr. Thomas Fröhler. (Foto: pm/Donauisar Klinikum)

16. Deggendorfer Urologie-Tag gibt wertvolle Impulse.

DEGGENDORF Der Deggendorfer Urologie-Tag ist nicht nur eine Fortbildung mit Tradition: Er fand jetzt zum 16. Mal statt. Die von Chefarzt Dr. Leonhard Stark vom Donauisar Klinikum organisierte Veranstaltung zeigt vielmehr immer wieder die rasanten Fortschritte, die vor allem im Kampf gegen den Prostatakrebs gemacht werden, lenkt den Blick aber auch auf Themen, die für das Wohlbefinden des Patienten als Ganzes wichtig sind.

Chefarzt Dr. Leonhard Stark schilderte zunächst das Spektrum neuer Therapien in der Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms. Zwar ist im metastasierten Stadium eine Heilung weiterhin nicht möglich, es gelingt jedoch mit den neuen Substanzen häufig, das Fortschreiten der Erkrankung lange hinaus zu zögern. Dabei spielt die Chemotherapie jedoch weiterhin eine wesentliche Rolle. Aktuelle Studienergebnisse konnten zeigen, dass ein eher frühzeitiger Einsatz der Chemotherapie für den Patienten von Vorteil ist.

Eine Änderung zeichnet sich auch in der Früherkennung des Prostatakarzinoms ab. Immer mehr spielt das multiparametrische MRT eine Rolle. Dr. Thomas Fröhler, ebenfalls vom Donauisar Klinikum, schilderte eindrucksvoll die komplizierten Untersuchungssequenzen, die häufig ein Prostatakarzinom im MRT mit hoher Wahrscheinlichkeit nachweisen lassen. Dabei spielt das MRT insbesondere bei unklaren Befunden eine Rolle. „Das MRT wird den PSA-Wert und das Tasten der Prostata nicht ablösen, kann jedoch eine wesentliche Hilfe in der Früherkennung sein“, so die Einschätzung von Chefarzt Dr. Stark.

In der Tumortherapie spielt die Immuntherapie eine immer größere Rolle. In der Urologie lassen sich dabei insbesondere beim metastasierten Nierentumor Erfolge erzielen, die noch vor kurzer Zeit unmöglich schienen. Dieser neue Therapieansatz zeigt jedoch auch Nebenwirkungen, wie sie von der klassischen Chemotherapie bisher nicht bekannt waren. So überraschend die Erfolge in der Therapie sein können, so können auch die Nebenwirkungen völlig unerwartet sein. Da die verschiedenen Reaktionen des Körpergewebes auf die Immuntherapie nicht vorhersehbar sind, muss der behandelnde Arzt mit jeder denkbaren Nebenwirkung rechnen. Da unser Immunsystem sehr aggressiv sein kann, können diese Nebenwirkungen im Einzelfall für den Patienten auch eine ernste Gefahr darstellen. Privatdozent Dr. Sebastian Haferkamp aus Regensburg empfahl deshalb bei unklaren Fällen sicherheitshalber die stationäre Aufnahme und Überwachung des Patienten.

Über eine nicht so seltene Nebenwirkung der sogenannten Bisphosphonate berichtete Prof. Dr. Dr. Cornelius Klein vom Donauisar Klinikum Deggendorf. Die Bisphosphonate werden häufig bei Vorliegen einer Osteoporose oder auch bei Knochenmetastasen gegeben. Während sie am Knochen günstig wirken, können sie äußerst belastende Nekrosen des Kieferknochens verursachen. Eine Gefahr hierfür besteht insbesondere bei entzündlichen Veränderungen im Kieferbereich. Prof. Klein ermahnte daher eindringlich, bei Gabe der Bisphosphonate auf eine vorherige zahnärztliche Abklärung zu achten.

Über ein relativ neues Forschungsgebiet berichtete Prof. Dr. Ernst Holler von der Uniklinik Regensburg. Weit größer als die Zahl unserer Körperzellen ist die Zahl an Bakterien, die jeder Mensch beherbergt. Diese befinden sich überwiegend im Darmtrakt. Mehr und mehr entdeckt man nun, wie Wechselwirkungen der Darmbakterien auch unser Immunsystem beeinflussen.

Dr. Marcus Schweitzer, Leiter des Schlaflabors in der Angermühle, schilderte eindrucksvoll wie Schlafstörungen Ursache von Erkrankungen sein können. Insbesondere die oft nicht erkannte Schlafapnoe kann durch massive Konzentrationsschwierigkeiten und Sekundenschlaf tagsüber schwere Unfälle verursachen, aber auch urologische Probleme und hohen Blutdruck. Die Diagnose wird im Schlaflabor gestellt, und viele Symptome bilden sich rasch nach Anwendung einer entsprechenden Sauerstoffmaske zurück.


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