13.03.2019, 12:57 Uhr

Blutsaugeralarm Zecken keinen Stich lassen

(Foto: Erik Karits/123rf.com)(Foto: Erik Karits/123rf.com)

Im Frühjahr werden sie wieder aktiv und lauern im Gras, Gebüsch oder Unterholz auf ihre Opfer: die Zecken.

DEGGENDORF Sie sind gefürchtet, weil sie zwei Krankheiten übertragen können. Das ist zum einen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Viren verursacht wird, und zum anderen die Borreliose, die auf Bakterien zurückgeht. Meistens bleibt ein Stich des „gemeinen Holzbocks“ – die häufigste Zeckenart in Europa – ohne gesundheitliche Folgen. „Vorsichtig sollte man dennoch sein, denn beide Infektionen können gefährlich werden“, so Dietmar Liebhaber von der AOK in Deggendorf.

Impfung schützt vor FSME

Schutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bietet eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese für Besucher und Bewohner von Risikogebieten, wenn sie sich viel in der Natur aufhalten. Denn es besteht die Gefahr, dass eine Infektion zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns führt (Meningoenzephalitis). „Zecken, die FSME-Viren tragen, kommen vorwiegend in bestimmten Regionen Deutschlands vor, beinahe ganz Bayern zählt dazu“, so Dietmar Liebhaber. In den Risikogebieten ist die Infektionsgefahr dennoch relativ gering, da nicht jeder Stich einer Zecke gleich zu einer Ansteckung führt. Im Jahr 2018 verzeichnete das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bayernweit 224 Erkrankungen, in Niederbayern waren es 31. „Bevorzugter Impftermin gegen FSME ist die kalte Jahreszeit, damit bis zum Beginn der „Zeckensaison“ ein wirksamer Impfschutz aufgebaut wird“, so Dietmar Liebhaber. Die erste und die zweite Impfdosis sollten im Abstand von ein bis drei Monaten verabreicht werden. Nach den ersten beiden Dosen wird ein ausreichender Impfschutz für die aktuelle Zeckensaison erwartet. Für eine vollständige Grundimmunisierung sind drei Impfdosen notwendig. Dieser Schutz hält dann mehrere Jahre vor.

Borreliose - früh handeln schützt

Borreliose tritt deutlich häufiger auf als die FSME. In Bayern erkrankten 2018 laut LGL rund 5.000 Personen daran, in Niederbayern waren es 1135. „Typisches Zeichen ist eine ringförmige Hautrötung rund um den Zeckenstich, die sich über Tage langsam nach außen verbreitet“, so Dietmar Liebhaber. Diese sogenannte Wanderröte entwickelt sich manchmal erst einige Tage bis Wochen nach einem Stich, ist in der Regel blasser als am Rand und muss nicht unbedingt an der Einstichstelle, sondern kann auch an anderen Körperstellen auftreten. Möglicherweise kommen grippeähnliche Beschwerden hinzu, wie Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen. Wer solche Symptome hat, sollte zum Arzt gehen. Der Krankheitserreger überträgt sich, wenn überhaupt, erst nach längerem Saugen der Zecke. „Wenn man den Körper gleich nach dem Aufenthalt im Freien untersucht und mögliche Zecken sofort entfernt, kann man sich wirksam vor einer Borreliose schützen“, so Dietmar Liebhaber. Dabei möglichst mit speziellen Hilfsmitteln die Zecke zwischen Hautoberfläche und Kopf fassen und gerade herausziehen, ohne sie dabei zu zerquetschen.

Da es keine Impfung gegen Borreliose gibt, sind Maßnahmen zum Schutz vor dem Zeckenstich am wichtigsten. Bei Wanderungen durchs Gebüsch empfiehlt es sich, feste Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel zu tragen – oder man bleibt gleich auf festen Wegen. Auch Zeckensprays, sogenannte Repellents, können Zecken ein bis zwei Stunden vertreiben. Danach muss erneut gesprüht werden.


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