27.07.2018, 11:23 Uhr

Bundesweit einzigartig Neuer Hubschrauberlandeplatz am Donauisar Klinikum


Der neue Landeplatz des Donauisar Klinikums Deggendorf ist bundesweit einzigartig: Künftig können zwei Hubschrauber auf einer 14 Meter hohen Plattform starten und landen. Der neue Bau erhöht die Sicherheit der Landungen und beschleunigt den Transport von schwerkranken und schwerstverletzten Patienten.

DEGGENDORF Das Deggendorfer Krankenhaus ist überregionale Anlaufstelle für Unfallopfer, Schlaganfallpatienten oder extreme Frühgeborene. Künftig werden mehr als 500 Mal Rettungstransporthubschrauber pro Jahr in Deggendorf erwartet. Ihnen allen kommt der neue Bau zugute, weil ein zwischenzeitlich nötiger Bodentransport entfällt. In der Notaufnahme sorgt ein spezialisiertes Team aus Pflegekräften und Ärzten für eine optimale Versorgung – und das rund um die Uhr. Wichtig für Patienten und Besucher ist auch, dass mit der Nutzung des Landeplatzes ab August auch 80 Parkplätze wieder frei werden. Der neue Landeplatz ist fast 2.000 Quadratmeter groß und verfügt über eine halbautomatische Löschanalage, eine Tankanlage und eine vollautomatische Schnee- und Eisfreihaltung.

Die ersten Worte des offiziellen Festakts zur Einweihung des neuen Hubschrauberlandesplatzes galten Florian Müller. Er hat die Jungfernlandung mit seinem ADAC-Hubschrauber genau um 8:36 Uhr absolviert und konnte sich als Erster ins Logbuch eintragen. Doch gleich danach begrüßte Vorstand Dr. Inge Wolff die Ehrengäste: Besonders Ministerialdirigenten Herwig Heide, der die Gesundheitsministerin vertrat, und Sabine Murr von der Regierung von Niederbayern. Neben den Landräten Heinrich Trapp und Christian Bernreiter sowie Oberbürgermeister Dr. Christian Moser waren ihr die Vertreter der örtlichen Rettungsdienste wichtig. Namentlich nannte sie Markus Mühlbauer vom Bayerischen Roten Kreuz und Tim Rothenwöhrer von der Deggendorfer Feuerwehr. Von besonderer Bedeutung ist natürlich auch Gerhard Kleeberger als Leiter der Integrierten Leitstelle in Straubing, über die das Rettungswesen in der Region gesteuert wird.

Ministerialdirigent Herwig Heide sagte an diesem Festtag für das Donauisar Klinikum Deggendorf, er komme gerne nach Deggendorf, und erinnerte daran, dass das Klinikum erst vor wenigen Wochen mit dem Organspendepreis ausgezeichnet worden sei. Der Hubschrauberlandesplatz stelle eine deutliche Verbesserung der Luftrettung dar, sei ein wichtiges Glied in einer sehr gut funktionierenden Rettungskette und zeichne durch seine Gestaltung des Klinikums auch ästhetisch aus. Ohne den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter sei das alles aber nicht denkbar. Bei ihnen bedankte sich Heide ausdrücklich auch im Namen der Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Das Klinikum sei für Heide ein Hotspot der Luftrettung, besonders im Bereich der Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen sowie bei der Schlaganfallversorgung. Auch die Betreuung von Früh- und Risikoneugeborenen werde durch das Haus garantiert. Der Freistaat habe sich mit 2,6 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt. Er lobte das große Engagement der Krankenhausträger, die das Klinikum seit Jahren durch viele Baumaßnahmen auf dem aktuellen Stand halten würden.

Landrat Heinrich Trapp freute sich über den Abschluss eines gewaltigen Projekts: „Das betrifft den Bau an sich. Aber auch die Kosten sind nicht ohne: Mit dem darunterliegenden Parkhaus kommen die beiden Landeplätze auf eine Summe von 11,57 Millionen Euro.“ Er wies daraufhin, wie wesentlich ein solcher Landeplatz für eine moderne Notfallversorgung ist. Ihm lagen aber auch die Einzelschicksale am Herzen: „Wenn man einem Hubschrauber mit eigenen Angehörigen nachgesehen hat, weiß man wie wichtig dies ist. In diesen Fällen geht es um jede Minute. Hier sind wir sehr froh, dass diese Patienten sicher landen, schnell in die Notaufnahme kommen und optimal versorgt werden.“

Für die faire Zusammenarbeit mit der Regierung bedankte sich Landrat Christian Bernreiter. Ihm gehe als Stahlbauingenieur aber auch das Herz bei der Konstruktion auf: „Es handelt sich um eine freitragende Konstruktion. Sie ist 14 Meter hoch und fast 2.000 Quadratmeter groß. Für das Tragwerk sind rund 300 Tonnen Stahl verbaut worden.“ Er dankte allen, die diese besondere Herausforderung im laufenden Klinikbetrieb umgesetzt haben.

Vorstand Dr. Inge Wolff unterstrich die Bedeutung der doppelten Landeplattform, da aufgrund des großen Einzugsgebiets und des hohen Niveaus der Versorgung häufig zwei Hubschrauber das Haus auf dem Perlasberg anfliegen würden. Hier gebe es auch eine enge Kooperation mit vielen umliegenden Kliniken. Ihr Team nahm Vorstand Dr. Inge Wolff in den Blick. Sie dankte allen, die sich für die Patienten engagierten und allen, die sich für die Umsetzung des Baus verdient gemacht hätten. Die Mitarbeiter der Klinik durften am Vormittag die Landeplattformen als erste besichtigen. Ihr Dank galt aber auch den Anwohnern, die klar erkannten, wie wichtig die Flüge seien. Sie freute sich auch darüber, dass der Aufzugsturm eine künstlerische Gestaltung durch den Viechtacher Künstler Alfons Y. Bauernfeind erhalten hat. Die Ornamente am Turm geben dem Bau eine weichere Optik.

Den Dank der Planer und ausführenden Firmen sprachen Architekt Torsten Bude und Projektsteuerer Maximilian Knödlseder aus. Dank ihrer Leistungen können die neuen Plattformen ab dem 1. August regulär angeflogen werden.


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