14.03.2018, 10:06 Uhr

Krankenhausbehandlungen Ich habe Rücken!

(Foto: tristanbm/123RF)(Foto: tristanbm/123RF)

Tipps zum Tag der Rückengesundheit am Donnerstag, 15. März.

DEGGENDORF Rückenschmerz zählt heute zu den großen Volkskrankheiten. Sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel nehmen zu, gefolgt von Stress und weiteren Faktoren. Weltweit stellen Rückenleiden mittlerweile die häufigste Schmerzursache überhaupt dar. Laut einer Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse wurden im Jahr 2017 rund 13.800 Versicherte in Krankenhäusern wegen Rückenbeschwerden behandelt, sowohl ambulant als auch stationär. „Dies ist gegenüber 2012 bundesweit ein Anstieg um knapp vier Prozent“, weiß Robert Deindl vom KKH-Servicezentrum in Deggendorf.

Auf einzelne Bundesländer bezogen ist der stärkste Anstieg in Sachsen-Anhalt mit über neun Prozent zu verzeichnen. Niedersachsen und Rheinland-Pfalz mit jeweils knapp acht Prozent sowie Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen mit jeweils über sechs Prozent folgen knapp dahinter. Einen Rückgang können dagegen Brandenburg mit knapp fünf Prozent, Hamburg mit über drei Prozent sowie das Saarland und Schleswig-Holstein mit jeweils über zwei Prozent verzeichnen.

„Ein kleiner Trost: Etwa 80 bis 90 Prozent aller Rückenschmerzen klingen nach vier bis sechs Wochen ab – unabhängig von der Behandlungsmethode“, erwähnt Deindl. „Wer mehr Bewegung in seinen Alltag einbaut, kann aktiv vorbeugen und nachhaltig etwas für seine Rückengesundheit tun. Dabei helfen in jedem Fall die oft zitierten Klassiker, wie zum Beispiel Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren, vom Auto aufs Fahrrad umsteigen, eine Busstation früher aussteigen und die restlichen Meter zur Arbeitsstelle zu Fuß zurücklegen und im Büro öfter mal bewegen.“

Aber es kommt nicht allein auf die körperliche Fitness an. Gerade am Rücken stehen körperliche und psychische Verfassung in enger Verbindung. Geistig-seelische Prozesse sind zwar selten die Ursache der Beschwerden. Sind diese aber erst einmal aufgetreten, beeinflussen die sogenannten psychosozialen Faktoren den Verlauf der Rückenschmerzen vermutlich sogar stärker als körperliche Faktoren. Denn sie sind an der Weiterverarbeitung des Schmerzes im Gehirn beteiligt und können dabei verstärkend oder lindernd wirken.

„Die in Deutschland immer häufiger durchgeführten Rücken-OPs dürfen nur das allerletzte Mittel sein“, erklärt Robert Deindl: „Häufig sind sogenannte konservative Behandlungen, wie zum Beispiel Physiotherapie oder Krankengymnastik die bessere Alternative.“ Vor einer Operation sollte auf jeden Fall eine Zweitmeinung eingeholt werden. Die KKH bietet ihren Versicherten hier einen kostenlosen Beratungsservice durch ausgewiesene Fachexperten.


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