25.10.2017, 13:29 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Frühgeborene Kleines Jubiläum im Dienste der Frühchen

Organisatoren, Referenten und Ehrengäste freuten sich über das Jubiläum: Oberbürgermeister Dr. Christian Moser (v.l.), Oberarzt Dr. Christian Batzlsperger, stellvertretender Landrat Roman Fischer, Chefarzt Dr. Michael Mandl, Stephanie Scileppi aus Berlin, Prof. Dr. Andreas Flemmer aus München und Organisator Dr. Michael Welsch. (Foto:Donauisar Klinikum DEG)Organisatoren, Referenten und Ehrengäste freuten sich über das Jubiläum: Oberbürgermeister Dr. Christian Moser (v.l.), Oberarzt Dr. Christian Batzlsperger, stellvertretender Landrat Roman Fischer, Chefarzt Dr. Michael Mandl, Stephanie Scileppi aus Berlin, Prof. Dr. Andreas Flemmer aus München und Organisator Dr. Michael Welsch. (Foto:Donauisar Klinikum DEG)

Deggendorfer Neonatologie-Tag zum zehnten Mal am Donauisar Klinikum.

DEGGENDORF Mit der zehnten Neuauflage hat sich der Neonatologie-Tag am Donauisar Klinikum Deggendorf in jeder Hinsicht etabliert: Sowohl die Referenten als auch die Teilnehmer reisten teils von weit her an, um sich auf den neuesten Stand bei der Behandlung von Frühgeborenen bringen zu lassen. Aus den Niederlanden kam beispielsweise Prof. Boris Kramer vom Universitätsmedizinischen Zentrum in Maastricht.

Zur eindrucksvollen Bilanz von zehn Veranstaltungen gratulierte Chefarzt Dr. Michael Mandl und hob Oberarzt Dr. Michael Welsch als Initiator und Gestalter der Tagung hervor. Er dankte dem gesamten Organisationsteam für die professionelle Vorbereitung und freute sich darauf, dass die Intensivstation für die kleinsten Frühgeborenen in absehbarer Zukunft neue Räume bekommen wird. Seinen Respekt für die Arbeit der Ärzte, Schwestern und Therapeuten bekundete der stellvertretende Landrat Roman Fischer: „Wir sind froh, dass es Sie gibt und Sie gehören unterstützt.“ Zudem richtete er die Grüße von Landrat Christian Bernreiter aus. Dem schloss sich Oberbürgermeister Dr. Christian Moser an. Er freute sich über die Entwicklung der Neonatologie in Deggendorf und überbrachte seine Glückwünsche zum kleinen Jubiläum der Tagung.

Dass die Versorgung Frühgeborener Teamarbeit ist, stellte Dr. Michael Welsch heraus. Er freute sich, unter den 120 Teilnehmern aus allen dazu notwendigen Berufsgruppen viele bekannte aber auch neue Gesichter zu sehen. Bei den zahlreichen Sponsoren bedankte er sich außerdem für die treue Unterstützung der Veranstaltung. In den vergangenen elf Jahren (einmal musste die Veranstaltung umbaubedingt ausfallen) habe es in der Frühgeborenen-Intensivmedizin erfreulicherweise einige positive und weiterführende Entwicklungen gegeben.

Andererseits erschweren politische Vorgaben die Arbeit. Die neuen, hohen Pflegeschlüssel führten dazu, dass Risikoschwangere nicht aufgenommen werden, wenn nicht ausreichend Personal vorhanden ist. Angesichts des in Deutschland bestehenden Fachpflegemangels sind die Vorgaben derzeit nirgendwo vollumfänglich zu realisieren. Dies führt letztendlich zu einer Einschränkung der Kapazitäten. „Wenn eine Risiko-Schwangere, wie kürzlich geschehen, von München nach Garmisch verlegt werden muss, weil es in der ganzen Landeshauptstadt keine Klinik mehr gibt, die freie Kapazitäten hat, gibt mir das sehr zu denken“, so Dr. Welsch.

Dr. Welsch zeigte sich trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung überzeugt, dass es ihm um die Zukunft der Neonatologie nicht bange ist, „solange auch weiterhin Menschen mit hoher fachlicher Kompetenz, großer Einsatzbereitschaft und einfach Herzblut in diesem Berufsfeld zusammenarbeiten.“

Die beiden Fachvorträge des Vormittags widmeten sich der Vermeidung aber auch der Behandlung von Lungenproblemen bei Frühgeborenen. Prof. Dr. Andreas Flemmer vom Universitätsklinikum München-Großhadern sprach über erweiterte Maßnahmen bei Atemproblemen und die verschiedenen Möglichkeiten der Beatmungstherapie. Prof. Dr. Boris Kramer aus Maastricht berichtete über Erkenntnisse der Forschung, um einerseits chronischen Lungenerkrankungen effektiv vorzubeugen, andererseits bei deren Eintreten sie optimal zu behandeln.

Die unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten von Schädigungen der Armnerven bei der Geburt, günstigste Behandlungszeitpunkte und ihre Erfolgsaussichten thematisierte Prof. Dr. Wolfgang Müller-Felber vom Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. Stephanie Scileppi von der renommierten Charité in Berlin stellte eindrucksvoll die Möglichkeiten der Musiktherapie bei Frühgeboren vor, wie sie auf mittlerweile 28 Intensivstationen im deutschsprachigen Raum eingesetzt wird. Mit einem klinisch interessanten Fall schloss Oberarzt Dr. Christian Batzlsperger aus Deggendorf das Nachmittagsprogramm ab.

Den Vortragsteil umgaben wie immer eine Reihe spannender Seminare und Workshops, unter anderem zur Wiederbelebung bei Früh- und Neugeborenen, zur notfallmäßigen Anlage eines Gefäßzugangs oder zur Babymassage sowie ein Still-Forum.


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