31.01.2020, 17:50 Uhr

Familie in Isolations-Einzelzimmer Erstes deutschlandweit am Coronavirus erkranktes Kind (5) wird in Trostberg behandelt

(Foto: Michael Kolpe)(Foto: Michael Kolpe)

Derzeit gibt es sechs Coronavirus-Fälle in Bayern, zwei davon im Landkreis Traunstein. Dabei handelt es sich um einen Siegsdorfer Familienvater, dessen positiver Befund am späten Donnerstagabend bekannt geworden war. Der Mann ist Mitarbeiter der Firma aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die anderen vier bislang bekannten Fälle beschäftigt sind. Außerdem wurde bei einem seiner drei Kinder das Corona-Virus nachgewiesen. Die gesamte Familie befindet sich in Behandlung in der Klinik Trostberg. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde über die neuesten Entwicklungen informiert.

TROSTBERG/SIEGSDORF/TRAUNSTEIN Sechs nachgewiesene Fälle von Coronavirus sind in Deutschland bekannt. Am Donnerstag Abend wurde das Virus erstmals im Landkreis Traunstein festgestellt: Ein Familienvater aus Siegsdorf, ein Mitarbeiter von Webasto, habe sich selbst gemeldet. „Er sagte, dass er Kontakt zu einem an dem Coronavirus Erkankten hatte. Donnerstag wurde der Mann positiv getestet. Die ganze Familie, auch seine Kinder, zeigte Anzeichen eines grippalen Infekts“, so der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Wolfgang Krämer, im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Traunstein.

Auch das älteste seiner drei KInder (5) wurde inzwischen positiv auf das Virus getestet. Die gesamte Familie wurde in einem Zimmer in der Klinik Trostberg untergebracht, so der Chefarzt am Klinikum Trostberg,. Prof. Thomas Glück, der davon ausgeht, dass sich alle Familienmitglieder infiziert haben. Das Klinikum sei optimal vorbereitet, so der Chefarzt, sowohl medizinisch als auch von der Bauweise. Es herrsche eine gute bauliche und hermetische Abriegelung sowie die Möglichkeit einer modularen Erweiterung im Bedarfsfall auf die Frage, warum die Wahl der Klinik auf Trostberg fiel. Wie der Medizinische Direktor der Kliniken, Dr. Stefan Paech, betonte, seien aber auch die Standorte Traunstein und Ruhpolding bestens ausgestattet.

Der derzeitige Gesundheitszustand sei bei allen Familienmitgliedern zur Zeit stabil, so Prof. Glück. Die noch nicht positiv festgestellten Familienmitglieder werden noch einmal nachgetestet. Der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Krämer, mahnte zwar zur Vorischt. Aber: Ein nebeneinander Wohnen oder aneinander Vorbeigehen würde für eine Infektion nicht ausreichen. Dafür sei ein „Face to face“-Kontakt von mindestens 15 Minuten nötig.

Das Landratsamt Traunstein hat eine Hotline für (besorgte) Bürger unter Telefon 0861-58147 von 8 bis 20 Uhr eingerichtet. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am kommenden Mittwoch im Wochenblatt.


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