11.05.2018, 20:20 Uhr

Blutdruck messen, aber richtig Welt-Hypertonietag am Klinikum Traunstein

(Foto:  123rf.com )(Foto: 123rf.com )

„Blutdruck messen, aber richtig“ lautet das Motto des diesjährigen Bluthochdruck, ist sowohl hierzulande als auch weltweit der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

TRAUNSTEIN Die Blutdruckwerte im Blick zu behalten, ist also nicht nur für bereits vom Bluthochdruck Betroffene wichtig, sondern dient auch der Prävention. Ein Blutdruckmessgerät ist eine wertvolle Hilfe – wenn es richtig gehandhabt wird. Worauf hierbei zu achten ist, erklären Mitarbeiter des Klinikums Traunstein am Donnerstag, 17. Mai. Zwischen 14 und 16 Uhr kann man sich von ihnen in der Eingangshalle den Blutdruck messen lassen oder auch sein eigenes Gerät mitbringen.

Der Welt-Hypertonie-Tag wurde 2005 von der Deutschen Hochdruckliga (DHL) ins Leben gerufen, um auf die Gefahren eines zu hohen Blutdrucks – an dem in Deutschland laut Liga rund 20 bis 30 Millionen Menschen leiden - hinzuweisen. Am Klinikum Traunstein wird der Welt-Hypertonie-Tag in diesem Jahr von Prof. Dr. Carsten Böger, Chefarzt der Nephrologie und Rheumatologie am Klinikum Traunstein, und Prof. Dr. Dr. med. habil. Werner Moshage, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Traunstein und der Kreisklinik Bad Reichenhall, begleitet.  Die gefährliche Erkrankung Bluthochdruck begegnet den beiden erfahrenen Medizinern bei ihrer täglichen Arbeit in vielerlei unterschiedlichen Zusammenhängen.

„Ein dauerhafter Bluthochdruck ist für rund die Hälfte aller Todesfälle durch  Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich“, sagt Kardiologe Prof. Moshage. Begünstigt werde auch schon leichter Bluthochdruck durch das Zusammenwirken mehrerer Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und zu hohen Alkoholkonsum, aber auch ungesunde Ernährung und negativen Stress. Dass mit erhöhten Blutdruckwerten nicht nur das Risiko für Gefäßverkalkungen sowie Augenschäden, sondern auch „das Risiko für Schäden an den Nieren steigt“, weiß Prof. Carsten Böger. Der Nephrologe erklärt, dass umgekehrt zur Fülle der lebenswichtigen Aufgaben „gesunder Nieren neben der Blutbildung und der Entgiftung des Körpers auch die Regulierung des Blutdrucks gehört.“

Um die langfristige Schädigung so wichtiger Organe wie Nieren, Herz, Herzkranzgefäße, Gehirn und Blutgefäße durch einen zu hohen Blutdruck und die daraus resultierenden lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden, müsse der Bluthochdruck unbedingt dauerhaft auf einen normalen Wert abgesenkt werden, so Prof. Böger und Prof. Moshage. Ein zu hoher Blutdruck tue nicht weh und genau dies mache ihn so gefährlich. Häufig werde der Bluthochdruck erst spät erkannt oder nicht angemessen behandelt. Daher spiele die Eigenverantwortung der Menschen durch das korrekte Blutdruckmessen eine große Rolle. „Beim Messen zuhause sollten Blutdruckwerte von 130/80 nicht überschritten werden, bei älteren Menschen sind höhere Werte auch akzeptabel“, so Prof. Moshage. Nach neuesten Erkenntnissen ist aber bei guter Verträglichkeit auch bei Menschen älter als 75 Jahren ein Blutdruckziel kleiner als 130/80 anzustreben. Allerdings sollte bei diesen Patienten und bei Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen die Festsetzung des Blutdruckziels individuell auf den Patienten abgestimmt werden, idealerweise durch einen in der Blutdruckbehandlung erfahrenen Arzt, so Prof. Böger.

Um den Blutdruck korrekt zu messen, empfehlen die Mediziner, frühestens 30 Minuten nach körperlichen Aktivitäten regelmäßig mit einer passenden Manschettengröße auf der Höhe des Herzens mit einem geprüften Gerät zu messen. Beim Messen sollte man sich nicht bewegen und auch nicht sprechen sowie den Messarm nicht durch Kleidung oder Schmuck abschnüren. Zum Messen sollte man sich entspannt auf einen Stuhl mit Rückenlehne setzen und beide Beine auf den Boden stellen. Erst nach einer Pause von fünf Minuten kann mit der ersten von zwei Messungen im Minutenabstand begonnen werden. Notiert wird dann in einer Art Blutdrucktagebuch der zweite, meist niedrigere Wert. „Bei unregelmäßigen Herzschlägen dreimal im Minutenabstand messen und den Durchschnitt notieren“, rät die DHL. Die gute Nachricht für alle, die sich beim Hypertonie-Tag am Klinikum Traunstein das korrekte Bedienen des Blutdruckmessgerätes zeigen lassen: Zuverlässige Messwerte sind die Voraussetzung überhaupt für eine erfolgreiche Behandlung des gut einstellbaren Bluthochdrucks.


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