19.03.2020, 09:29 Uhr

Kommentar zur Corona-Krise Bitte, nicht schon jetzt die Nerven verlieren

Angst vor Corona und den Folgen: Die Toilettenpapier-Regale in Supermärkten werden immer wieder leer gekauft und der Ton wird rauer - die Flasche „Corona“ hat irgendwer ins Regal stellt. Foto: LattaAngst vor Corona und den Folgen: Die Toilettenpapier-Regale in Supermärkten werden immer wieder leer gekauft und der Ton wird rauer - die Flasche „Corona“ hat irgendwer ins Regal stellt. Foto: Latta

Solidarität und mehr „Herz füreinander“ sind sicher nötig, um gut über die Runden zu kommen. Wir müssen alle versuchen, Ruhe zu bewahren!

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich mir Montagfrüh noch Brotzeit fürs Büro besorgt. In allen Geschäften entlang meines Arbeitswegs herrschte Hochbetrieb - das war an den gut gefüllten Parkplätzen bestens ablesbar.

Bei einem Supermarkt in Tacherting habe ich eingekauft und zwischen den halbleeren Regalen Bedenkliches beobachtet.

An der Backstation wurde es plötzlich laut. Ein junger Familienvater mit Frau und Kind im Schlepptau geriet mit einem mittelalten Mann in Streit. Worum es ging, habe ich nicht mitbekommen. Der eine tobte, er werde die Polizei rufen. Der andere gebärdete sich drohend. Die Frau stand mittendrin. Versuchte ihren Mann und auch den Kontrahenten zu beschwichtigen. Nach einigem Hin und Her raunzte sie ihren Mann an - „Halt die Klappe“, nahm ihr Kind an die Hand und suchte empört das Weite.

An einer anderen Ecke unterhielt sich ein Mitzwanziger-Pärchen hitzig über eine drohende Ausgangssperre. „Ich zahle lieber eine Strafe, als mich einsperren zu lassen“, so die junge Frau zu ihrem Begleiter. „Ich bin schließlich ein freier Mensch und lebe auch wie ein freier Mensch.“

In den Schlangen vor den beiden geöffneten Kassen gab es dann noch den letzten unschönen Auftritt. Ein Mann mit zwei Artikeln hatte sich zu einem Bekannten vorgedrängt. Die Frau mit ihrem halbvollen Einkaufswagen dahinter, schimpfte über dieses respektlose Verhalten. Es ging auch hier ein paar Mal hin und her.

Insgesamt war die Stimmung in dem Supermarkt alles andere als entspannt. Die meisten hetzten von einem Regal zum anderen, einige türmten die Waren in ihren Einkaufswagen regelrecht auf - kann man ja auch irgendwie verstehen.

Bayern und Deutschland stehen gerade am Anfang der Corona-Krise und der staatlich verordneten Einschränkungen unseres Lebens. Wenn schon jetzt unsere Nerven so blank liegen, dass es beim Einkaufen zu solchen Szenen kommt, sollten wir schleunigst versuchen, runterzukommen.

Es bleibt uns nicht anderes übrig als abzuwarten, was da alles auf uns zukommen und wie lange es dauern wird.

Etwas mehr der viel beschworenen Solidarität und mehr „Herz füreinander“ sind sicher nötig, um gut über die Runden zu kommen. Wir müssen alle versuchen, Ruhe zu bewahren. Auch, wenn es nicht immer leicht fällt.

Bleibt gesund!