08.05.2020, 18:06 Uhr

Mit Auflagen Nach der Corona-Pause – der Tiergarten Straubing öffnet ab Montag seine Tore

Im April kamen bei den Lisztaffen Drillinge zur Welt. Alle drei werden von beiden Elternteilen vorbildlich gepflegt und den anderen Familienmitgliedern mit umsorgt. Foto: Tiergarten StraubingIm April kamen bei den Lisztaffen Drillinge zur Welt. Alle drei werden von beiden Elternteilen vorbildlich gepflegt und den anderen Familienmitgliedern mit umsorgt. Foto: Tiergarten Straubing

Mit Erleichterung haben die Mitarbeiter des Tiergartens Straubing die Nachricht aufgenommen, dass dieser ab Montag, 11. Mai, wieder seine Pforten öffnen darf!

Straubing. Fast zwei Monate lang waren die Tore für Besucher geschlossen – ein historisches Ereignis, nicht nur in der Geschichte des Straubinger Tiergartens! Die Saisoneröffnung zu Ostern, die öffentlichen Führungsangebote, die Familienausflüge an den ersten warmen Frühlingstagen, der Pinguinaktionstag, all das musste aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie wegfallen.

Nun muss sich der Tiergarten einer weiteren, für alle Beteiligten völlig neuen Herausforderung stellen: Wie regelt man den Besucherzulauf unter Einhaltung möglichst aller Hygienemaßnahmen zu Zeiten der Corona-Krise? Folgende Maßnahmen und Vorkehrungen wurden getroffen: An der Kasse befindet sich eine Station zur Händedesinfektion. Auf dem Boden vor der Kasse wurden im Abstand von 1,5 Metern farbige Markierungen angebracht. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich eine Besucherschlange aufbaut. Das Kassenpersonal des Tiergartens bittet alle Besucher um Verständnis und Geduld. Alle geben ihr Bestes, um lange Wartezeiten so weit wie möglich zu verhindern. Der Verkauf von Online-Tickets ist leider nicht möglich. Bollerwagen können bis auf weiteres nicht vermietet werden. Aufgrund der verordneten Abstandregeln von 20 Quadratmeter pro Person wird es eine Besucherobergrenze geben. Bei Erreichen dieser Obergrenze muss der Tiergarten gegebenenfalls für bis zu eine halbe Stunde geschlossen werden. Entsprechend der zur Verfügung stehenden Aufenthaltsfläche im Tiergarten sind laut Regierungsbeschluss gleichzeitig 1.300 Besucher auf dem Gelände erlaubt. Mit genauen Besucherzählungen an der Kasse und am Ausgang des Zoogeländes neben dem Schimpansenweiher soll eine kontrollierte Besucherdichte im Park und die Einhaltung der Abstandsregelung von zwei Metern zwischen den Zoobesuchern gewährleistet werden. Aufgrund eines erhöhten Ansteckungsrisikos müssen folgende Tierhäuser und Anlagen geschlossen bleiben: Exotarium, Dannerhaus, Raubtierhaus, Donau-Aquarium sowie Streichelzoo. Da die Besucher nicht alle Tiere sehen können, gilt bis auf weiteres ein ermäßigter Eintrittspreis. Die Spielplätze sind geöffnet. Die allgemein verordnete Maskenpflicht betrifft insbesondere den Aufenthalt an der Kasse, in den Toiletten und am Kiosk. Im übrigen Tiergarten ist es jedem selbst überlassen, ob er seine Atemschutzmaske trägt. Für alle, die ihre eigene Maske zu Hause vergessen haben, werden an der Kasse hübsche, selbstgenähte Stoffmasken (zum Teil mit Tiermotiven) zum Kauf angeboten. Nach Rücksprache mit der Bayerischen Landesregierung muss leider der Tiergarten-Kiosk noch geschlossen bleiben. Aus „nicht nachvollziehbaren Gründen“, so die Stadt, dürfen auch keine To-go-Produkte verkauft werden. Ob ab 18. Mai mit den Biergärten auch der Kiosk im Tiergarten wieder geöffnet werden darf, wird aktuell diskutiert. „Wir bitten um Verständnis und halten Sie soweit möglich auf dem Laufenden.“ Der obere Ausgang beim Kassengebäude wird zwecks optimierter Lenkung des Besucherstroms geschlossen bleiben. Zahlreiche Aufsteller im gesamten Tiergarten erinnern an die Einhaltung der Hygienestandards. Der Tiergarten bittet seine Besucher darum, neben aller Freude über den wiedereröffneten Tiergarten nicht zu vergessen, dass die Corona-Krise noch lange nicht durchgestanden ist. Jegliche Art von Führungen, seien es Kindergeburtstage, Fütterungen, Sonderführungen oder Ferienprogramme werden bis auf weiteres nicht stattfinden, da auch in diesem Fall der geforderte Mindestabstand nicht garantiert werden kann.

An dieser Stelle möchte sich Direktor Wolfgang Peter im Namen des ganzen Tiergartens von Herzen für die zahlreichen Spendenbeträge bedanken, die in den letzten Wochen im Tiergarten eingegangen sind. Es sei berührend, so Peter, wie selbstverständlich viele Menschen derzeit an die Versorgung der Tiere denken und ihren Beitrag dazu leisten wollen. Jeder Spendenbetrag helfe über diese schwierige Zeit hinweg und ermögliche dem Tiergarten nun einen angemessenen Neustart. Der Tiergarten erinnert daran, dass bei Spenden über 100 Euro eine Spendenquittung ausgestellt und zugeschickt wird, sofern eine Adresse des Spenders vorliegt.

Zwei ganz besondere Neuzugänge sind aktuell im Tiergarten Straubing zu bestaunen: Einmal die Waldrappe, die im Januar in die Geiervoliere eingezogen sind (wir berichteten bereits). Diese kurios aussehenden Vögel sind deswegen so besonders, da sie in Mittel- und Südeuropa heimisch waren und bereits vor 400 Jahren in der Wildbahn ausgerottet wurden.

Der Tiergarten Straubing unterstützt laufende Wiederansiedelungsprojekte In das ehemalige Gehege der Kattas sind vor einer Woche Schwarzweiße Varis eingezogen. Diese Lemuren sind in ihrer Heimat Madagaskar weitaus seltener als die nah verwandten Kattas. Sie leiden auch stärker unter der fortschreitenden Rodung der Wälder. Ein internationales Zuchtprogramm versucht diese Lemurenart vor dem Aussterben zu bewahren. Der Tiergarten Straubing darf sich nun mit einer kleinen Zuchtgruppe an diesem so genannten EEP (Ex-Situ-Programm) beteiligen.

„Der Tiergarten Straubing wünscht jedem Besucher einen entspannten Start in das Tiergartenjahr. Halten Sie Abstand, waschen Sie sich die Hände und bleiben Sie gesund!“


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