09.05.2019, 14:51 Uhr

Herzenswunsch der todkranken Frauen erfüllt Mit Straubinger Hilfe konnten Jasmin und Mariella einmal das Meer sehen


Jasmin und Mariella sind unheilbar krank. Der größte Wunsch der beiden jungen Frauen wurde jetzt erfüllt …

STRAUBING-BOGEN Jasmin und Mariella sind krank. Sie leiden am Leigh-Syndrom, einer Krankheit, die zu Veränderungen im Hirnstamm, aber auch in anderen Teilen des Gehirns führt. Die Lebenserwartung von Menschen, die an Morbus Leigh leiden, ist meist sehr gering. Deswegen ist es schon außergewöhnlich, dass Jasmin 21 und Mariella 19 Jahre alt sind.

Sie leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter in Ruhpolding im Landkreis Traunstein und kennen das Meer nur aus dem Fernsehen. Pflegerin Christina Bauregger hört immer wieder von dem Wunsch, dass die Mädchen ans Meer wollen. Aber die Umsetzung ist nicht einfach, weiß sie. Bis sie Florian Halter trifft, den Organisator des BRK-Herzenswunsch-Hospizmobils im Berchtesgadener Land. Er bestätigt, dass der Wunsch der Mädchen genau in das Profil passt. Bei der Planung stellt sich rasch heraus: Ohne Unterstützung ist die Fahrt für die Ehrenamtlichen aus dem Berchtesgadener Land nicht zu machen. Denn es werden zwei Fahrzeuge benötigt. Deswegen stellt Florian Halter eine Anfrage an den BRK-Kreisverband Straubing-Bogen. Armin Hirschberger und Andy Pfnür erklären sich bereit, Jasmin und Mariella zu begleiten.

Am Montag ging es los. Die Straubinger machen sich um kurz nach acht Uhr auf den Weg und trafen sich am späten Vormittag mit den Ehrenamtlichen in Bad Reichenhall. Gemeinsam fahren sie Richtung Adria und treffen am Abend in Jesolo im Hotel ein. Dort empfangen die Mitarbeiter die Mädchen und die Ehrenamtlichen äußerst herzlich. Nach einem gemeinsamen Abendessen fielen alle müde ins Bett. Obwohl das Wetter nicht zum Baden einlud, erfüllten die Ehrenamtlichen am Dienstag den Herzenswunsch der Mädchen. Gemeinsam ging es an die Adria, wo Jasmin und Mariella ausgiebig die Meeresluft genießen konnten. Am Nachmittag durften die Mädchen ins Sea-Life nach Jesolo, wo sie eine große Vielfalt an Meeresbewohnern, angefangen von Seepferdchen bis zum Haifisch aus nächster Nähe betrachten und bestaunen konnten. Helfer und Mädchen rundeten den Tag bei einem hervorragenden Essen in einer Pizzeria ab. Am Mittwoch ging es dann zurück nach Bayern. Und auch dort wartete ein Highlight: In einem offenen Pferdestall in Hallein konnten die beiden Mädchen Pferde aus nächster Nähe betrachten und streicheln, während sich die Helfer bei Kaffee und Kuchen eine kleine Auszeit gönnten. Der Dank gilt hierbei der Familie des Aktivstalls Weiss, die diesen Besuch ermöglichten und sich äußerst herzlich und liebe-voll um alle Beteiligten kümmerten.

Das Herzenswunsch-Hospizmobil wurde im vergangenen Jahr im Kreisverband Straubing-Bogen ins Leben gerufen. Kurz danach initiierte auch der Kreisverband Berchtesgadener Land ein solches Fahrzeug, mit dem Menschen in einer palliativen Situation einen letzten Wunsch erfüllt bekommen. Die Organisatoren des Herzenswunsch-Hospizmobils in Straubing, die für Niederbayern und die Oberpfalz zuständig sind, hatten seit August 2018 insgesamt 19 Wunschanfragen und konnte zehn Wünsche erfüllen. Bei den Ehrenamtlichen im Berchtesgadener Land waren es seit dem Spätsommer acht Fahrten. Dabei ist die Wunscherfüllung bei den Herzenswunsch-Hospizmobilen für die Patienten kostenfrei. Ehrenamtliche engagieren sich bei den Fahrten – auch die Organisation erfolgt ehrenamtlich.


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