21.11.2018, 11:46 Uhr

Hunde-Attacke im Straubinger Osten „Es war ein Kampf ums Überleben“


Sabine Pfeffer (47) und ihre Hündin Elli wurden im Straubinger Osten von zwei fremden Hunden angegriffen. Im Bereich der Schlesischen Straße spielten sich dramatische Szenen ab …

Straubing. Den vergangenen Donnerstag wird Sabine Pfeffer nie vergessen: Beim Gassi gehen mit Hündin Elli wurde die 47-Jährige von zwei fremden Hunden angegriffen. Die Straubingerin steht auch Tage danach noch immer unter Schock. Zum Wochenblatt sagt sie: „Es war ein Kampf ums Überleben!“

In der Dämmerung ist Sabine Pfeffer mit ihrer Bolonka-Hündin „Elli“ im Straubinger Osten unterwegs. Es ist etwa 17 Uhr, als sie auf dem Gehweg in der Schlesischen Straße an einem Grundstück vorbeikommt. „Ich habe hinter der Hecke ein Knurren gehört“, erzählt die Straubingerin. Einige Augenblicke später geschieht das Unfassbare: Durch ein Loch im Zaun zwängen sich zwei mittelgroße Hunde. Sie stürmen sofort auf Sabine Pfeffer zu. Laut bellend, mit gefletschten Zähnen. Sabine Pfeffer fährt der Schreck in alle Glieder. Ihr erster Gedanke gilt ihrer kleinen Hündin. Sie zieht Elli gedankenschnell an der Leine in die Höhe, bringt sie auf ihrer Schulter in Sicherheit – vorerst.

Denn der Alptraum ist längst nicht vorbei. Die beiden angreifenden Hunde, ein Bulldogge- und ein Schäferhund-Mischling, springen immer wieder an der Frau hoch. Sie schnappen, wollen offenbar Elli zu fassen kriegen.

Sabine Pfeffer schreit um Hilfe. Sie wehrt sich mit Händen und Füßen, versucht, sich und vor allem ihre wimmernde Hündin vor den Attacken zu schützen. Mehrere Autofahrer kommen am Ort des Geschehens vorbei. Sie hupen, um die angreifenden Hunde zu verscheuchen. Vergebens!

Die 47-Jährige gerät noch mehr in Panik: In ihrer Verzweiflung flüchtet sie direkt auf die Schlesische Straße. Mitten im Berufsverkehr. „Ich habe gehofft, dass die Autos die Hunde vertreiben würden.“ Doch auch auf der viel befahrenen Straße muss sich Sabine Pfeffer weiterer Angriffe erwehren: mit bloßen Händen, Ellenbogen und Fußtritten. Voller Angst um ihre Elli.

Erst nach quälend langen Minuten die Rettung: Ein Kombi der Straubinger Stadtwerke stoppt. Ein Mann reißt die Tür auf. Sabine Pfeffer und ihre Elli können in das Fahrzeug springen. In diesem Moment kommen Personen von dem Grundstück. Offenbar die Hundehalter. Ihnen gelingt es, die Hunde einzufangen und zurück auf das Grundstück zu bringen.

Sabine Pfeffer erinnert sich: „Eine Frau sagte, sie sei die Besitzerin. Sie hat sich entschuldigt und gefragt, ob sie mir helfen könne.“ Die 47-Jährige zittert am ganzen Körper. Zum Glück hat sie keine Bissverletzungen erlitten. Auch Elli ist wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davongekommen. Vermutlich hat ein spezieller Wärmemantel die Bolonka-Hündin vor Schlimmerem bewahrt.

Sabine Pfeffer will sicherstellen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. Ihre Sorge: „Das nächste Mal ist es ein Kind oder ein älterer Mensch – muss denn erst jemand schwer verletzt werden?“ Noch am selben Abend informiert sie die Polizei, schildert das Erlebte. „Mir wurde versichert, dass ein Hundeführer der Straubinger Polizei den Ort des Geschehens in Augenschein nehmen werde“, so Sabine Pfeffer.

Die dramatischen Ereignisse sind nicht spurlos an der 47-Jährigen vorbeigegangen. Es ist nicht nur der Schock. Zudem klagt sie über Schmerzen im Arm und Rückenbereich – Folgen ihres Abwehrkampfs. Anfang dieser Woche hat sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Zudem will sie Anzeige erstatten. Wie die Straubinger Polizei am Freitag (23. November) mitteilt, werde nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Was passiert mit dem Bulldogge- und dem Schäferhundmischling? Der Besitzer der Hunde sagt: „Es tut mir sehr leid, was passiert ist.“ Er räumt ein, dass es schon in der Vergangenheit zu Zwischenfällen mit seinen Hunden gekommen sei. Er habe deshalb jetzt die Konsequenzen gezogen. „Wir haben sie nach dem Vorfall weggegeben.“

Ist damit die Gefahr in der Schlesischen Straße gebannt? Sabine Pfeffer traut dem Frieden nicht. Um das Gebiet macht sie beim Gassi gehen mit Elli einen großen Bogen. Zu groß ist die Angst, dass wieder etwas passieren könnte …


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