24.02.2020, 22:30 Uhr

In Bananenkartons versteckt Illegalen Tiertransport gestoppt – 29 Katzenwelpen befreit


Am Samstagnachmittag, 22. Februar, kontrollierten Beamte der Bundespolizei an der Autobahn A3 Nähe Waidhaus im Landkreis Neustadt an der Waldnaab einen extrem vollbeladenen Transporter mit rumänischer Zulassung.

Waidhaus. Bei der angeordneten Teilräumung des Fahrzeugs zur Kontrolle der Ladung wurde man auf Tiergeräusche aufmerksam. Die Beamten fanden vier unter anderem Ladegut versteckte zugeklebte Bananenkartons und einen kleinen Transportkorb, in völliger Dunkelheit und bei viel zu

geringer Luftzufuhr, in denen sich insgesamt 29 Katzenwelpen der Rassen Scottish Fold und Karthäuser im Alter von sechs bis zehn Wochen befanden. Die Katzen hatten weder Wasser noch Futter zur

Verfügung. Auch im Transporter wurden diese lebensnotwendigsten Dinge für die Tiere nicht

mitgeführt. Unter diesen Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass zumindest ein Teil der Tiere den

Transport nicht überlebt hätte. Die viel zu früh ihren Müttern entrissenen Katzenbabys stammen aus

der Ukraine und waren für Käufer in Portugal bestimmt. Sie hatten allesamt weder gültige Papiere,

noch den gesetzlich vorgeschriebenen Tollwutimpfschutz. Welpen dürfen aus EU-Staaten und

gelisteten Drittländern nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz nach Deutschland

eingeführt werden bzw. Deutschland im Transit passieren. Dieser ist frühestens im Alter von 15

Wochen gegeben, da Tollwut erst mit 12 Wochen wirksam geimpft werden kann. Jungtiere aus nicht

gelisteten Drittländern, zu denen die Ukraine als Nicht-EU-Mitglied gehört, sind erst mit 7 Monaten

einfuhrfähig.

Der Amtstierarzt, der, ebenso wie ein Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband

Bayern zur Unterstützung der BPol angefordert wurde, stellte die Katzenbabys nach einer

eingehenden Untersuchung und Altersbestimmung sicher und wies diese zur Quarantäne in drei

bayerische Tierheime ein, wo sie nunmehr viele Wochen in Quarantäne verbringen müssen. Alle

erhielten sofort tierärztliche Versorgung, denn einige reagierten bereits mit Fieber auf die Strapazen

des Transportes.

Den Fahrer und Eigentümer der Tiere erwartet nun eine Strafanzeige wegen verschiedener Verstöße

gegen das Tierschutzgesetz, der Tierschutztransportverordnung, dem Tiergesundheitsgesetz und die

Binnenmarkt Tierseuchenverordnung.

Deutscher Tierschutzbund

Landesverband Bayern e.V.

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Auch wenn es sich in diesem Fall um einen Transittransport handelt und die Tiere nicht für deutsche Käufer bestimmt waren, appelliert der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern e.V. dringend an alle, die einem Tier ein Zuhause geben möchten, diese nicht über illegale Kanäle importieren zu lassen und nicht bei dubiosen Händlern im Internet zu bestellen. Jeder, der sich auf diesem Wege ein vermeintlich billiges Rassetier anschafft, trägt eine Mitschuld an Tierleid und Tierqual, die bereits bei den Elterntieren in den ost- und südeuropäische Zuchtanlage beginnt.


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