18.11.2019, 12:56 Uhr

Artenhilfsprogramme Erfolgsbilanz für Wanderfalke, Weißstorch und Uhu – Schutzschild gegen den Artenschwund

(Foto: Slava Nemirovskiy/123rf.com)(Foto: Slava Nemirovskiy/123rf.com)

Bayern setzt sich für den Schutz der Artenvielfalt ein: Mit über hundert Artenhilfsprogrammen konnte bereits vielen Tier- und Pflanzenarten geholfen werden. Eine besondere Erfolgsgeschichte ist der Schutz der Wanderfalken in der Fränkischen Schweiz.

BAYERN Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte am Montag, 18 November, bei der Besichtigung des Brutfelsens „Roter Fels“: „Bayerns einzigartige und vielfältige Natur verdient unseren besonderen Schutz. Der Erhalt der Artenvielfalt ist eine generationenübergreifende und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gezielte Maßnahmen wirken: Rund 270 Wanderfalken-Paare gibt es wieder in Bayern. Dazu hat das gemeinsame Projekt von Vogelschützern und Klettersportlern im Frankenjura einen vorbildlichen Beitrag geleistet. Der ‚schnelle Jäger‘ fühlt sich am ‚Roten Felsen‘ besonders wohl – dank eines ausgeklügelten Konzepts, das Klettersport und Vogelschutz in Einklang bringt.“

Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt. Er war über lange Zeit eine der am stärksten gefährdeten Vogelarten in ganz Deutschland. Vor 40 Jahren wurden bayernweit weniger als zehn Brutpaare gezählt. Das Umweltministerium fördert das Artenhilfsprogramm (AHP) für den Wanderfalken seit 1982. Heute ist es Teil des AHPs Felsbrüter, das den Uhu einschließt und seit 2011 vom Umweltministerium mit insgesamt etwa 700.000 Euro unterstützt worden ist. Glauber: „An solche Erfolge wollen wir in Bayern anknüpfen, um den europaweiten Rückgang von Vögeln und Insekten zu bremsen. Artenhilfsprogramme sind unser Schutzschild gegen den Artenschwund. Es ist unsere Pflicht, die Vielfalt der Natur für nachfolgende Generationen zu erhalten. Mit dem neuen Artenschutzzentrum in Augsburg werden wir diese wichtige Aufgabe künftig auf ein neues Fundament stellen. Es wird ein Leuchtturmprojekt für den Artenschutz in Bayern.“ Auch für weitere Vogelarten konnten durch AHP große Erfolge erzielt werden:

Weißstorch: Seit 1900 gab es einen Rückgang von über 250 Brutpaaren bis Anfang der 1980er Jahre auf knapp 100 Brutpaare. Das landesweite AHP startete im Jahr 1984. 2016 gab es den Bestandsrekord in Bayern mit 421 Weißstorch-Paaren. Das Programm wird durch das Umweltministerium mit insgesamt 1,8 Millionen Euro gefördert.

Uhu: Mitte des 20. Jahrhunderts gab es einen Rückgang des Bestands auf deutschlandweit insgesamt rund 40 Paare. Das AHP startete 2001. Heute gibt es rund 550 Brutpaare in Bayern. Gefördert wird das Programm durch das Umweltministerium im Rahmen des AHPs Felsbrüter.

Wiesenweihe: 1994 gab es zwei Brutpaare. Das AHP startete 1999. 2009 gab es 173 Brutpaare in ganz Bayern. Die Fördersumme des Umweltministeriums beträgt derzeit etwa 120.000 Euro pro Jahr.

Steinadler: Von 1998 bis 2012 wurde er als AHP gefördert, seit 2013 gibt es ein langfristig ausgelegtes Monitoring der bayerischen Steinadler. Es gibt 45 bis 50 bekannte Steinadlerreviere. Aktuell ist durchschnittlich ein Bruterfolg pro drei Jahre pro Paar mit steigender Tendenz seit Beginn des AHPs zu verzeichnen. Die Fördersumme des Umweltministeriums 1998 bis 2012 beträgt jährlich etwa 60.000 Euro für das AHP, jetzt 7.500 Euro pro Jahr für das Monitoring.

Derzeit werden vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) außerdem gezielte Maßnahmen zur Erhaltung für Wiesenbrüter und den Ortolan durchgeführt. Artenhilfsprogramme finden in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und meist in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz statt, der die Betreuung vor Ort übernimmt. Die Finanzierung der Artenhilfsprogramme erfolgt mit Unterstützung des Bayerischen Umweltministeriums.


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