18.02.2019, 20:58 Uhr

Einsatz Bombenfund in Nürnberg – Katastrophenfall ausgerufen, Bombe muss gesprengt werden

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Am Montagvormittag, 18. Februar 2019, um 10.12 Uhr hat eine Sondierungsfirma in der Proeslerstraße im Nürnberger Stadtteil Höfen an der Stadtgrenze zu Fürth einen sprengstoffverdächtigen Gegenstand aufgefunden. Laut Sprengmeister Michael Weiß handelt es sich um eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit chemischem Langzeitzünder.

NÜRNBERG Daher hat die städtische Koordinierungsgruppe die umgehende Evakuierung der angrenzenden Gebiete in einem Radius von .1.000 Metern angeordnet. Die Südwesttangente ist gesperrt. Die Schönklinik ist ebenfalls von der Evakuierung betroffen. Die Stadt Nürnberg richtet derzeit ein Bürgertelefon mit der Rufnummer 0911/ 64375-8 88 ein. Die aufgefundene Fliegerbombe muss mit einem Wasserschneider entschärft werden. Dieses Gerät wird nicht vor 15 Uhr vor Ort eintreffen.

Bürgertelefone eingerichtet

Das Bürgertelefon der Stadt Nürnberg ist seit 13.20 Uhr eingerichtet und unter 0911/ 64375-888 erreichbar. Dort können sich die Bürgerinnen und Bürger über die Maßnahmen auf Nürnberger Stadtgebiet informieren.

Auskünfte zum Fürther Stadtgebiet sind bei der Stadt Fürth unter der Rufnummer des dortigen Bürgertelefons 0911/ 9743698 zu erhalten.

Straßensperrungen und Evakuierung

Die Südwesttangente ist komplett gesperrt zwischen den Anschlussstellen Kleinreuth und – auf Fürther Stadtgebiet – Schwabacher Straße. Die Höfener Spange ist in Richtung Südwesttangente gesperrt. Der innerste Evakuierungsbereich ist bereits geräumt. Die weiteren von der Evakuierung betroffenen Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf einstellen, dass sie ab voraussichtlich 16 Uhr ihre Wohnungen verlassen müssen. Wer die Möglichkeit hat, sich bereits jetzt schon zu Verwandten, Freunden und Bekannten außerhalb des Evakuierungsgebiets zu begeben, wird darum gebeten.

ÖPNV – Nürnberger Süden meiden

An der Stadtgrenze zu Fürth sind aktuell die Buslinien 70, 71, 72, 73, 177 und 179 von Einschränkungen betroffen, insbesondere in der Rothenburger Straße und in der Sigmundstraße. Die VerkehrsAktiengesellschaft veröffentlicht den jeweils aktuellen Stand unter dem Punkt „Störungen“ auf der Seite www.vag.de.

Die Stadt Nürnberg bittet alle Verkehrsteilnehmer darum, den Nürnberger Süden großflächig zu meiden. Der Blindgänger ist bei Schachtarbeiten in drei Meter Tiefe entdeckt worden.

Evakuierung der Anwohner angelaufen

Die Evakuierung des Gebiets in einem Radius von 1.000 Metern um den Fundort der 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe an der Proeslerstraße ist um 15.15 Uhr angelaufen. Auch die Radwege am Kanal sind analog zur Südwesttangente gesperrt. Fürther Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, das Bürgertelefon der Stadt Fürth unter der Rufnummer 0911/ 9743698 anzurufen – und nicht das Bürgertelefon der Stadt Nürnberg.

Hunderte Kräfte im Einsatz

Die Evakuierung läuft planmäßig. Aktuell sind rund 170 Kräfte der Feuerwehr (Berufs- und Freiwillige Feuerwehr) und des Technischen Hilfswerks sowie 100 Kräfte der Rettungsdienste und 330 Polizisten im Einsatz.

Evakuierung abgeschlossen

Die Evakuierung der rund 2 500 auf Nürnberger Stadtgebiet betroffenen Personen sowie der auf Fürther Stadtgebiet betroffenen Menschen ist seit 18.35 Uhr abgeschlossen.

Das Bürgertelefon mit der Rufnummer 0911/ 64375-888 wurde bis 17.30 Uhr 370 Mal angerufen. Es bleibt weiterhin besetzt. In der Betreuungsstelle in der Gebersdorfer Schule halten sich derzeit rund 70 Personen auf. Nicht gehfähige Bürgerinnen und Bürger wurden von Rettungsdiensten dorthin gebracht.

Kontrollierte Sprengung nötig

Sprengmeister Michael Weiß und die Firma Tauber haben nach erneuter Inspektion der Lage festgestellt, dass eine beabsichtigte Entschärfung nicht möglich ist. Deshalb wurde entschieden, dass die Fliegerbombe kontrolliert gesprengt werden muss. Die Vorbereitungen hierfür werden mindestens zwei Stunden dauern. Mit Wirkung von 19.25 Uhr haben die Städte Nürnberg und Fürth vorsorglich den Katastrophenfall ausgerufen.

Aktuell werden in der Sammelstelle in der Gebersdorfer Schule 70 Personen von etwa 15 Helfern des BRK und ASB betreut. Das Bürgertelefon erhielt bis 18.50 Uhr rund 420 Anrufe. Im Einsatz sind aktuell 250 Rettungsdienstkräfte, 330 Polizisten, 150 Feuerwehrkräfte und 60 Kräfte des THW.

Vorbereitungen zur Sprengung

Die Vorbereitungen zur Sprengung haben um 19.40 Uhr begonnen. Die Grube, in der die Fliegerbombe liegt, wird mit Strohballen verfüllt. Darauf werden Wassersäcke mit bis zu 5 000 Liter Fassungsvermögen gelegt. Dann erfolgt wieder eine Schicht mit Strohballen, darauf wieder eine Schicht mit mehreren Wassersäcken. Um die Grube herum werden Erdwälle aufgeschüttet.

Tipps zum Verhalten außerhalb des Evakuierungsbereichs

Außerhalb des Evakuierungsgebiets besteht während der Sprengung keine Gefahr. Im näheren Umfeld des Evakuierungsgebiets gilt: Ruhe bewahren! Vorsichtshalber nicht in der Nähe von Fenstern und möglichst nicht im Freien aufhalten! Die Detonation wird deutlich zu hören sein. Die Sicherheitskräfte bitten darum, von unnötigen Anrufen bei Polizei oder Feuerwehr abzusehen.

Die Bombenfundstelle wird gegen 22.30 Uhr präpariert sein. Danach müssen die bis dahin dort arbeitenden Kräfte das Evakuierungsgebiet verlassen. Die Sprengung wird voraussichtlich bis 23 Uhr erfolgen.

Wichtig für alle Anwohner

Nach der Sprengung kann das Evakuierungsgebiet nicht sofort betreten werden. Das Evakuierungsgebiet wird zunächst von Sicherheitskräften auf Schäden untersucht. Ein Polizeihubschrauber wird aus der Luft das Gebiet inspizieren. Es kann durchaus einige Zeit dauern, bis die Sicherheitskräfte das Evakuierungsgebiet wieder freigeben. Die Stadt bittet alle Anwohner um Geduld.

Kontrollierte Sprengung erfolgt gegen 23 Uhr

Die Vorbereitungsarbeiten zur kontrollierten Sprengung laufen planmäßig. Die Grube, in der die Bombe liegt, ist mit Strohballen gefüllt, Erdwälle sind im unmittelbaren Umfeld aufgeschüttet. Deshalb verzichtete der Sprengmeister auf das Aufstellen von Überseecontainern, was von ihm ursprünglich vorgesehen war.

Weiterhin bleibt das Bürgertelefon der Stadt Nürnberg mit der Rufnummer 0911/ 64375-888 besetzt. Aktuell sind dort sechs Personen tätig. Bis 21.20 Uhr gingen über 560 Anrufe ein.

Sprengung erfolgt

Die Sprengung der Fliegerbombe wurde um kurz nach 23 Uhr erfolgreich ausgelöst. Es war keine Detonation zu hören. Die Firma Tauber inspiziert jetzt die Grube.

Gebiet wird genauer untersucht

Durch die Sprengung wurde die Fliegerbombe erfolgreich entschärft. Momentan sind keine größeren Schäden im Evakuierungsgebiet zu sehen. Das Gebiet wird jetzt genauer untersucht.


0 Kommentare