26.10.2018, 12:54 Uhr

Die Polizei mahnt zur Vorsicht Liebe macht blind – 52-Jähriger zahlt fast 35.000 Euro an Internetbekanntschaft

(Foto: africa-studio.com/123rf.com)(Foto: africa-studio.com/123rf.com)

Ein 52-jähriger Mann hatte sich bereits im April in einer Internet-Partnerschaftsbörse eingelinkt und war dort auf eine angebliche Ivorerin gestoßen, deren Attraktivität durch eine Bonussumme von drei Millionen Euro, sofern sie denn einen Lebenspartner gefunden hätte, noch erheblich gesteigert schien.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Allerdings würden sich für den Transfer der Summe verschiedene Schwierigkeiten und auch Gebühren für notarielle Handlungen ergeben, was den Freier überzeugte, mit knapp 20.000 Euro in Vorleistung zu gehen. Nachdem er die Summe über einen Finanzdienstleister auf ein Konto in Abidjan überwiesen hatte und zu seinem Erstaunen trotzdem kein Geld auf sein Konto zurückgeflossen war, erstattet der Geschädigte Strafanzeige wegen Betrugs bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg. Im Juni erhielt er schließlich aus Abidjan eine Kreditkarte zugesandt und einen Monat später eine Mail der vorgeblichen Braut, in der sie darauf hinwies, doch keine Betrügerin zu sein, sie jedoch weiterhin Geld benötigen würde. Am 9. Oktober traf schließlich eine neue Mail eines Cablan K. ein, die den 52-Jährigen bewegte, nochmals 15.350 Euro auf dem Konto einer Logistikfirma in der Elfenbeinküste gut zu buchen. Als Zweifel beim Geschädigten aufkamen, gelang es den Betrügern, über zwei „Positive-Abhebungen“ in Höhe von 240 Euro mittels der Kreditkarte diese nicht nur zu unterdrücken, sondern weiteres Vertrauen zu schaffen und ihn so erneut zu einer Zahlung in Höhe von 45.000 Euro zu motivieren. Zwei „glückliche Umstände“ verhinderten dann den „Worst Case“. Der vertrauensselige Mann verfügte nur noch über 20.000 Euro, und er bestand darauf, die Transaktion nur über ein deutsches Geldinstitut vorzunehmen. Die beauftragte Bank in Norddeutschland vermutete jedoch den Betrug und nahm diese Überweisung nicht vor. Nach verschiedenen Rückfragen seiner Hausbank zeigte er den Vorfall dann am 25. Oktober bei der Polizeiinspektion Amberg an. Insgesamt bleibt nun ein Schaden von circa 35.000 Euro zurück und „auch die Braut wartet wohl weiterhin auf den nächsten Lebensgefährten“.

Die Polizei weist dringend darauf hin, solche Finanztransfers vor der Ausführung mit angemessener Vernunft zu hinterfragen.


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