03.01.2021, 17:27 Uhr

Rückblick Das Jahr 2020 – alles war anders, als geplant ...

Selbst die Verpflegung bei Presseterminen wurde corona-konform verpackt. Statt einer Platte für alle, gab es einzelne Teller – mit Folienhaube!  Foto: Ursula HildebrandSelbst die Verpflegung bei Presseterminen wurde corona-konform verpackt. Statt einer Platte für alle, gab es einzelne Teller – mit Folienhaube! Foto: Ursula Hildebrand

Was um Himmels Willen war das? Dieses 2020? Was ist da schief gelaufen? Mein ganz persönlicher Rückblick auf das nun zu Ende gehende Jahr fällt durchwachsen aus: Pandemie, Homeoffice, Ausgangsbeschränkung – das waren Dinge, die in meinem bisherigen Leben nicht vorkamen.

Regensburg. Homeoffice gab es mal ganz eingeschränkt als dringende Ausnahme – für einen oder zwei Tage. Nun saß ich wochenlang in meiner Wohnung – alleine. Meine einzigen Sozialkontakte waren mein Vater, für den ich ab und zu einkaufen ging, und einer meiner Brüder und seine Familie.

Das wichtigste Utensil 2020 war die Maske. Schnell hatte ich mich daran gewöhnt, immer eine dabei zu haben. Als „Backup“ hatte ich auch immer welche im Auto, um nicht ohne dazustehen. Für mich stellte sich die Frage nicht, ob es sinnvoll ist, die Maske zu tragen oder nicht. Ich empfand – und empfinde – es als sinnvoll. Umso erstaunter war ich dann, als sich im Laufe der Wochen immer mehr Maskenverweigerer und Verschwörungstheoretiker meldeten, die die Maske als „Maulkorb“, „Söderlappen“ oder ähnliches bezeichneten. Man wolle uns mit der Maske die eigene Meinung verbieten. Ich für mich habe aber festgestellt, dass nach wie vor jeder seine Meinung sagen darf – sei sie noch so abwegig. Auch ich musste im Bekanntenkreis feststellen, dass es den ein oder anderen gibt, der das Coronavirus verharmlost oder gar leugnet. Mit Letzteren war ich schnell fertig, da flog der ein oder andere aus meiner Facebook-Liste. Bei den „Verharmlosern“ tat ich mich da schon schwerer. Ich bin nun dazu übergegangen, einfach mit ihnen über dieses Thema nicht mehr zu diskutieren. Ähnlich verhält es sich übrigens mit Impfgegnern. Es soll einfach jeder tun, was er will – aber man muss sich ja nicht mehr drüber unterhalten! Vielleicht finden wir ja wieder eine gemeinsame Basis, wenn die Pandemie soweit eingedämmt ist, dass wir wieder normaler leben können.

Was ich 2020 wirklich vermisst habe, war, ab und zu Essen zu gehen. Ich koche gerne selbst, aber genauso gerne lasse ich mich auch bekochen. Das war 2020 leider kaum möglich – und Essen abholen oder sich liefern lassen, das ist ok, aber eben doch nicht ganz das selbe, als im Wirtshaus zu essen.

Auch die Zeitungsarbeit hat sich 2020 verändert. Die eh schon schnelllebige Medienwelt ist online noch schneller geworden. Unsere gedruckte Ausgabe musste im ersten Lockdown sogar pausieren, wir waren komplett auf den Online-Weg angewiesen. Pressetermine fanden so gut wie nicht mehr statt. Im Sommer wurde so mancher Termin ins Freie verlagert, um so das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Die Maßnahmen machten auch vor der Justiz nicht halt – weniger Zuschauer durften in die Sitzungssäle, um die Prozesse zu verfolgen. Für mich waren diese Termine eine willkommene Abwechslung, sie führten mich mal wieder raus aus meinem Heimbüro. Besonders beschäftigt hat mich 2020 der Prozess im Fall Maria Baumer. Von Anfang Juni 2012 an hat mich dieser Fall beschäftigt. Zunächst hatten auch wir noch gehofft, die damals 26-Jährige würde wieder auftauchen. Anfang September 2013 wurde die Leiche Marias dann wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt gefunden – an einer Stelle, an der ich die Monate vorher sicher das ein oder andere mal spazieren war. Für mich immer noch unvorstellbar. Noch unvorstellbarer ist, dass ich dem Mann, der nun wegen Mordes verurteilt worden ist, 2014 in der Redaktion gegenüber saß. Damals beteuerte er, nichts mit dem Verschwinden von Maria zu tun zu haben ...

2020 war ein Jahr voller Überraschungen, Entschleunigung und Klärung – wegen mir aber darf das Jahr 2021 gerne wieder etwas normaler verlaufen!


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