22.09.2020, 11:35 Uhr

In Abstimmung mit der Stadt Reißleine gezogen – Festwirte Alfred Glöckl und Otto Maier sagen den DEZ-Biergarten ab

 Foto: Hans-Christian Wagner Foto: Hans-Christian Wagner

Ein Biergarten auf dem Parkplatz des Donau-Einkaufszentrums an der Nordgaustraße – diese Idee der Festwirte Alfred Glöckl und Otto Maier fiel nicht nur im DEZ auf fruchtbaren Boden. Auch Partner und Unterstützer wie die Brauerei Bischofshof waren schnell gefunden.

Regensburg. Von Donnerstag bis Sonntag, 24. bis 27. September, sollte es dort Dult-Schmankerl und Festbier geben. Jetzt zogen die beiden Gastronomen die Reißleine. „Wir können die Entwicklung der Fallzahlen von Coronavirusinfektionen nicht klar einschätzen“, sind sich Glöckl und Maier einig. „Wir haben eine vorausschauende Entscheidung getroffen.“ Im Laufe des Montags war der so genannte Sieben-Tage-Inzidenz-Wert in der Stadt Regensburg auf über 35 gestiegen und erreichte somit eine Frühwarnstufe.

Das Konzept des geplanten DEZ-Biergarten wäre unkompliziert „gestrickt“ gewesen: bekannte Dult-Schmankerl, Festbier, Hintergrundmusik, klare Hygienemaßnahmen und eine ausgeklügelte Besucherstromführung. Beim Hausherrn hatten die beiden Festwirte, die im Donau-Einkaufszentrum jeweils eine Gastronomie betrieben, kurz vorgesprochen und grundsätzlich „Grünes Licht“ bekommen. Die Antragstellung bei der Stadt Regensburg und die Planung des technischen Aufbaus liefen ab diesem Zeitpunkt parallel und sehr zielorientiert. Am Donnerstag, 24. September, wäre offizielles Anzapfen geplant gewesen – mit zwei Schirmherrinnen: Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger – ein schönes Zeichen für das Zusammenwirken von Stadt und Land.

Für das Donau-Einkaufszentrum wäre die Veranstaltung eine gute Gelegenheit gewesen, wieder mehr Kunden aus Stadt und Land ans Haus zu binden. Hier schwingt ein Stück weit die Verantwortung für die Mieter mit. Die beiden Gastronomen hatten gehofft, corona-bedingte Umsatzverluste aufzufangen. Für die Besucher und Gäste wäre es ein Stück Mehrwert gewesen, den Einkauf ohne großen Aufwand mit dem Genuss von Dultschmankerl und Festbier zu verbinden. Auch die kleinen Blasmusik-Formationen, die Hintergrund-Musik zum Essen und Trinken spielen sollten, waren bereits angefragt. Ein großes Medienhaus hatte sich entschlossen, den DEZ-Biergarten zu präsentieren und somit für entsprechendes Publikumsinteresse zu sorgen.

Am Freitagvormittag, 18. September, fiel dann die Entscheidung vor der finalen Stellungnahme des Gesundheitsamtes. Obwohl die Vorgaben des vom Gesundheits- und vom Wirtschaftsministerium gemeinsam entwickelten „Hygienekonzeptes Gastronomien“ erfüllt hätten werden können, blieb das Fragezeichen hinter dem Grenzwert: Ein Wert von 30,8 für Regensburg Stadt hatte am Freitag noch Besucher bei der Zweitliga-Begegnung des SSV Jahn gegen Nürnberg zugelassen. Gut informierten Quellen zufolge war die Entwicklung auf einen kritischen Wert über 35 nach dem Wochenende und somit für den Veranstaltungszeitraum absehbar. „Wir haben nicht nur eine vorausschauende, sondern genau die richtige Entscheidung im Sinne der Gesunderhaltung von Besuchern und Mitarbeitern getroffen“, blicken die beiden Dult-Wirte nach vorne. „Wir haben jede Menge gelernt. Somit funktioniert unser Konzept auch zu einem späteren Zeitpunkt und unter besseren Voraussetzungen.“


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