28.05.2020, 08:31 Uhr

Pandemie verhindert Jubiläumsfest Verein „Zweites Leben“ feiert 20 Jahre Einsatz für den Menschen


Eigentlich wäre am Montag, 25. Mai, ein großer Freudentag für den Verein „Zweites Leben“ aus Regensburg gewesen. Mit einem Fest hätte man die Einweihung des neuen Wohngebäudes in der Lore-Kullmer-Straße feiern wollen. Hier sind 14 Wohnungen für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung entstanden. Das Coronavirus macht auch dem rührigen Verein einen Strich durch die Rechnung.

Regensburg. Es ist Freitag, 22. Mai – auf der Baustelle in der Lore-Kullmer-Straße sind noch einige Handwerker unterwegs. In einer der Wohnungen stehen schon die ersten Möbel, der Maler sorgt für die richtigen Farben im Wohnzimmer. Karin Bühler, Claudia Weidner und Bertold Neppel vom Verein „Zweites Leben“ führen durch das Gebäude – ein bisschen traurig sind sie, denn eigentlich hätten jetzt die letzten Vorbereitungen für das Einweihungsfest stattfinden sollen. Das Coronavirus macht dieses Fest unmöglich – und so wird das Haus eher still von den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern in Beschlag genommen.

Und auch ein zweites Datum fällt dem Coronavirus zum Opfer. Am 26. Mai 2000 ging der Verein „Zweites Leben“ in Regensburg an den Start, um sich für Menschen mit Schlaganfall und Schädel-Hirn-Verletzungen (MeH) und deren Angehörige zu kümmern. In den vergangenen 20 Jahren ist viel passiert: Das Neurologische Nachsorgezentrum am Bezirksklinikum wurde gebaut, 2008 konnte es in Betrieb gehen. Fast drei Millionen Euro wurden ausschließlich aus Spenden finanziert. Am Bezirksklinikum gibt es ein Café, das der Verein 2003 gepachtet hat, es hat sich „zu einem von Kranken, Angehörigen, Besuchern, Ärzten und Therapeuten sehr geschätzten Treffpunkt für Begegnungen aller Art entwickelt. Zudem entstanden attraktive Arbeitsplätze und Einsatzmöglichkeiten für soziale und berufliche Rehabilitanten“, so der Verein.

Das neueste Projekt ist das Wohnprojekt in der Lore-Kullmer-Straße. Nach dem Spatenstich im Oktober 2018 und dem Richtfest im September 2019 können nun die ersten Bewohner einziehen. Im Erdgeschoss wird auch eine Zweigstelle der Geschäftsstelle des Vereins Platz finden. Ein Gemeinschaftsraum macht die Begegnung der Bewohner untereinander, aber auch Feste mit Gästen von Außerhalb möglich.

Nun hofft man, dass die Arbeit mit den Betroffenen bald wieder losgehen kann, jeder Tag ohne Therapiemöglichkeiten bedeutet Rückschritt. Und auch die Entlastung der Angehörigen durch die Unterstützung des Vereins darf nicht unterschätzt werden.

Wann auch das Vereinsleben wieder anlaufen kann, hängt im Wesentlichen von den Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen ab. Wichtig ist dem Verein aber auch, deutlich zu machen, dass es sich bei den betreuten Personen um eine Risikogruppe handelt, man muss also vorsichtig sein und darf nichts überstützen. Ein Termin steht aber schon fest: Das für November geplante Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Bayern wird um ein Jahr auf den 12. November 2021 verschoben.


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