19.05.2019, 09:29 Uhr

Zufall? Wohl nicht Ausgerechnet diese vier Regensburger SPD-Stadträte treffen Gerhard Schröder und seine Frau

Gerhard Schröder mit seiner Ehefrau Kim und den Stadträten Staab, Thurow, Holler und Zierer. (Foto: privat)Gerhard Schröder mit seiner Ehefrau Kim und den Stadträten Staab, Thurow, Holler und Zierer. (Foto: privat)

Den einen ist Gerhard Schröder der SPD-Chef, der Hartz IV erfand und die Sozialdemokratie verriet. Den anderen ist Gerhard Schröder der Kanzler, der für die SPD noch Wahlen gewann und auf deren Lorbeeren sich Angela Merkel jahrelang ausruhte. Interessant, welche Regensburger Stadträte nun Schröder und seine neue Ehefrau Kim trafen.

REGENSBURG Der Niedergang der Sozialdemokratie gefährdet langsam aber sicher Europas Demokratien. Und auch in Deutschland scheint kein Boden mehr zu halten, durch den die SPD bei Wahlen nicht durchkracht. Das ist bitter, denn die SPD ist nicht nur Deutschlands älteste Partei, sie hat das Land jahrzehntelang geprägt. Willy Brandt führte unser Land aus der piefigen Adenauer-Ära, Helmut Schmidt trotzte dem RAF-Terror – und Schröder, nun ja, sorgte dafür, dass aus dem Krisenfall Deutschland wieder der Wirtschaftsmotor wurde.

Ausgerechnet vier Stadträte aus Regensburg, die sich dem Linksruck der eigenen Partei vor Ort nicht sofort angeschlossen haben, trafen nun auf Schröder und seine neue Ehefrau Kim. Verwundern kann einen dies nicht.

Es sind dies die Stadträte Michael Staab, Hans Holler, Thomas Thurow und Ernst Zierer.

Zufall, dass es auch die Stadträte sind, die Joachim Wolbergs nicht verteufeln, sondern ihm eine Chance geben wollen, indem sie ihm zuhören?

Zufall, dass mit Michael Staab der Personalchef von Global Player Conti ein Mann aus der Wirtschaft Schröder traf? Mit Thomas Thurow ein Mann, der als Selbständiger den Mittelstand kennt und versteht? Mit Hans Holler der Vorsitzende des Fischereiverbands, ein Mann also, der normale Menschen versteht? Und mit Ernst Zierer ein Personalrat beim Bezirk, der weiß, was Sozial wirklich heißt?

Man weiß es nicht. Getroffen haben die vier Stadträte Schröder und seine Frau jedenfalls in Leipzig. Die Leipziger Volkszeitung berichtet: „Gerhard Schröder war am Freitagnachmittag auf einer Sightseeing-Tour in der Leipziger Innenstadt unterwegs. Manche Fußgänger staunten nicht schlecht, als sie den Altkanzler in der Petersstraße beim Flanieren trafen. Zusammen mit seiner Gattin Schröder-Kim So-yeon (51) schlenderte der 75-Jährige vom Markt in Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz. Vorher war das Paar offenbar noch shoppen, wie der Einkaufsbeutel eines bekannten Modegeschäfts verriet.“

Über den Hintergrund des Besuchs schreibt die LVZ: „Schröder war nicht etwa wegen des Hoffests der Leipziger SPD in der Messestadt, zu dem am Abend auch Justizministerin Katarina Barley und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erwartet wurden. Er wurde von 17 Uhr bis 19 Uhr von der Handelshochschule HHL an der Jahnallee zu einem Vortrag eingeladen. Bei der Leipzig Leadership Lecture spricht Schröderim Großen Hörsaal zu aktuellen wirtschaftlichen und politischen Themen und Fragestellungen, die uns in Europa bewegen, wie es in der Ankündigung hieß.“

Ein Hauch von den Zeiten wehte jedenfalls durch Leipzigs Straßen, da die SPD noch Wahlen gewann. Holler, Staab, Thurow und Zierer konnten ihn spüren …