16.04.2019, 08:41 Uhr

Katastrophe von Paris Regensburgs Dombaumeister erschüttert – „wir weinen um Notre-Dame“


Dombaumeister aus Regensburg fühlt mit der „Grande Nation“

REGENSBURG Der Dombaumeister ist erschüttert, man spürt förmlich, wie er mit den Kollegen in Paris mitfühlt: „Ich habe die Ereignisse um Notre-Dame gestern Abend im Fernsehen verfolgt und ich bin tief erschüttert“, sagte Helmut Stuhlfelder am Dienstagfrüh zu dieser Zeitung. Stuhlfelder ist der Chef der Regensburger Dombauhütte, die seit Kurzem sogar zusammen mit der Passauer Dombauhütte zum Welterbe gehört. „Notre-Dame ist eine der schönsten gotischen Kathedralen in ganz Europa“, sagte Stuhlfelder. „Da weint man, wenn man so etwas sieht“, so Stuhlfelder.

Sicher ist nach Meinung des Fachmanns nichts, auch nicht der Regensburger Dom. „Wir schalten die komplette Stromversorgung ab, wenn nicht mehr gearbeitet wird am Dachstuhl.“ Aber auch das sei kein hundertprozentiger Schutz vor Ereignissen wie jenes, das am Dienstagabend Frankreich, „aber auch die ganze Welt erschütterte“, so Stuhlfelder. Wie der Regensburger Dom, dessen Dachstuhl aus dem Jahr 1444 stammt, hatte auch Notre-Dame den original mittelalterlichen Dachstuhl. „Viele Kathedralen in Deutschland haben aufgrund von Kriegsschäden nicht mehr das Original im Inneren.“ Paris aber hatte das.

Dass ganz Frankreich erschüttert ist, kann der Regensburger Dombaumeister sehr gut verstehen. „Das ist wie in Regensburg, als vor 150 Jahren die Domtürme auf den Dom gebaut wurden, da hat sich die Silhouette Regensburgs verändert. Kathedralen sind identitätsstiftend“, so der Dombaumeister. Vor der Vollendung der Domtürme sah der Regensburger Dom aus wie Notre-Dame, die Türme hatten einen flachen Abschluss.

Erschüttert ist der Regensburger Experte auch, weil das Feuer „so schnell und so kalt den ganzen Dachstuhl ergriffen hat.“ Diese Vernichtungskraft, die das Feuer entwickelte, entsetzte den Regensburger Dombaumeister.

Wie sein Kölner Kollege, so schickt auch der Regensburger Dombaumeister Grüße und gute Wünsche an seine Kollegen. „Wenn es etwas gibt, das wir tun können, dann helfen wir den Pariser Kollegen sehr gerne!“

Auch das Regensburger Domkapitel und Bischof Rudolf nehmen Anteil an dem Drama. Um 12 Uhr läuten die Glocken des Regensburger Doms für zehn Minuten.

An den Abenden des 22. September bis zum 27. September wird aus Anlass der 150-jährigen Wiederkehr der Vollendung der Regensburger Domtürme vom französischen Lichtkünstler Benoît Quéro der Regensburger Dom im Rahmen einer 15 minütigen Inszenierung in mystisches Licht getaucht. Regensburg nimmt Anteil an der Brandkatastrophe von Notre-Dame: Die Lichtshow wird bei freiem Eintritt zu sehen sein. Die Besucher werden jedoch um eine Spende für den Wiederaufbau von Notre-Dame gebeten.

Schon jetzt können Spenden einbezahlt werden:

Sparda-Bank Ostbayern

IBAN:DE57 7509 0500 0000 4444 22

BIC: GENODEF1S05