08.03.2019, 13:18 Uhr

Skandal um Party „Nacktschnecke“ Micaela Schäfer will auf U18-Party blank ziehen – Eltern schalten das Jugendamt ein

Micaela Schaefer spricht in einer Video-Botschaft darüber, wie sehr sie sich auf die „School is out-Party“ im Club Helga freut. Foto: FacebookMicaela Schaefer spricht in einer Video-Botschaft darüber, wie sehr sie sich auf die „School is out-Party“ im Club Helga freut. Foto: Facebook

Dschungelcamp-Teilnehmerin kommt auf U18-Party in den Club Helga – doch das Jugendamt musste sich jetzt mit dem Auftritt befassen. Es gehe nicht um Geschmacksfragen, sondern ob Micaelas Nacktheit zu „sozialethischen Desorientierung“ der Jugendlichen beitragen könne.

REGENSBURG Eigentlich ist das recht alltäglich, was am 22. März im Regensburger Szene-Club „Helga“ am Domplatz geboten wird: Eine „School is out“-Party soll auch das Klientel der 16-Jährigen bedienen, die dürfen dann auch mal die Club-Luft schnuppern. In der Regel sind es dann auch die 16-Jährigen, die diese Partys nutzen, weil sie ja ansonsten an den strengen Türen der Regensburger Diskotheken streiken. Ab 18 ist es dann schon eher uncool, bei einer solchen Party dabei zu sein.

Eigentlich wäre diese Party also eine von vielen, hätte sie jetzt nicht die Bürokratie beschäftigt. Es sind nackte Tatsachen, die dazu geführt haben.

Neben fünf DJs auf zwei Areas kommt nämlich auch eine aus dem TV bekannte Dame vorbei: Micaela Schäfer. Sie reüssierte im Dschungelcamp, zeigte dort ihre offensichtlich chirurgisch nachbehandelten Brüste – denn das ist die Spezialität von Micaela Schäfer. Sie zeigt gerne ihre Brüste und kommt leicht bekleidet zu Events.

Beliebt ist sie deshalb bei Faschingsgesellschaften und Disko-Betreibern, die wissen nämlich nur zu gut: „Sex Sells.“

Das dachten sich wohl auch die Macher der „School‘s out Party“ in der Helga, weshalb Schäfer als sogenannter VIP-Gast auftritt.

Doch ein Video, das die Runde macht, hat nun Eltern alarmiert. Es zeigt die „Nacktschnecke“, wie sie sich selbst gerne nennt, offenbar in einem Bett liegend. Die Brustwarzen verdeckt sie dabei mit ihrer rechten Hand, denn das Video wurde vorwiegend für die Werbung im sozialen Netzwerk „Facebook“ verwendet. Micaela Schäfer sagt eigentlich nichts Anrüchiges, nur, dass sie sich auf Regensburg freut, weil die Regensburger „richtig gut Party machen“ könnten.

Die Nacktheit aber ist einigen Eltern ein Dorn im Auge. Sie haben sich an das Regensburger Jugendamt gewandt – und das hat den Fall nun an die zuständige „Kommission für Jugendmedienschutz“ gemeldet. Jetzt ist der Fall „Nacktschnecke“ amtlich.

„Die Beschwerden bezogen sich auf die Darstellung der Bewerbung bzw. auf das Auftreten der Künstlerin“, teilte die Sprecherin der Stadt Regensburg auf Anfrage mit. Offenbar wurde mit alkoholischen Getränken geworben, nach Absprache mit dem Veranstalter wurde diese jedenfalls schon einmal entfernt. Aber was macht man mit Micaela Schäfers angekündigten Auftritt? Nun, die Stadt sieht sich das jetzt genau an. „Der Auftritt der Künstlerin muss dahingehend ablaufen, dass die Altersgruppe der 16-Jährigen keiner Gefährdung im Sinne einer sogenannten sozialethischen Desorientierung ausgesetzt ist“, heißt es vonseiten der Stadt.

Möglich sei laut Stadt, das Alter auf über 18 zu beschränken – was den Sinn eine U18-Party erheblich beeinträchtigen würde. Bei der Einschätzung gehe es „nicht um subjektive oder ,geschmackliche‘ Interpretationen, sondern ausschließlich um die Frage, ob die genannte Altersgruppe durch die Teilnahme an der Veranstaltung einer Beeinträchtigung in seiner Entwicklung ausgesetzt ist.“

Bei dem, was die 16-Jährigen heutzutage im Internet ansehen können, ein beherzter Anspruch.